⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.09.2026
Die Stadt Datteln im Ruhrgebiet muss die geplante Anschaffung von 650 neuen iPads für ihre Schulen nach einem Gerichtsurteil neu ausschreiben. Dies hat weitreichende Folgen für die Beschaffung von IT-Geräten durch öffentliche Einrichtungen.
- Datteln muss iPads neu ausschreiben
- Samsung klagt gegen bevorzugte Hersteller
- Gerichtsurteil könnte Beschaffungspraktiken ändern
Die Stadt Datteln im Ruhrgebiet sieht sich gezwungen, die geplante Anschaffung von rund 650 neuen iPads für ihre Schulen nach einem aktuellen Gerichtsurteil neu auszuschreiben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat entschieden, dass die Stadt sich nicht einfach auf Produkte eines bestimmten Herstellers festlegen darf, was weitreichende Folgen für die Beschaffung von IT-Geräten durch öffentliche Einrichtungen haben könnte.
Was geschah im Rechtsstreit?

Im konkreten Fall wollte die Stadt Datteln die in die Jahre gekommenen iPads durch neue Geräte von Apple ersetzen. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass bereits Apple-Produkte in den Schulen genutzt werden und ein Systemwechsel nicht zumutbar sei. Diese Vorgehensweise ist in vielen Kommunen üblich, da sie versuchen, doppelte Wartungskosten zu vermeiden und die Kompatibilität der Systeme zu gewährleisten.
Samsung, als Konkurrent von Apple, sah sich durch diese Ausschreibung benachteiligt und klagte gegen die Stadt. Das Gericht stellte fest, dass die Stadt Datteln den Wettbewerb nicht leichtfertig einschränken dürfe und dass eine produktspezifische Ausschreibung nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sei. Die Richter wiesen darauf hin, dass die Argumentation der Stadt, verschiedene Betriebssysteme könnten zu Problemen führen, zu pauschal sei.
Auswirkungen auf die Beschaffung von IT-Geräten
Das Urteil könnte nicht nur für Datteln, sondern auch für andere Städte in Deutschland von Bedeutung sein. Viele Kommunen haben ähnliche Ausschreibungspraktiken, bei denen sie sich auf bereits eingeführte Systeme festlegen, um die Integration neuer Geräte zu erleichtern. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts könnte dazu führen, dass diese Praxis überdacht werden muss, um den rechtlichen Vorgaben zu entsprechen.
Die Stadt Datteln muss nun die Ausschreibung für die neuen Tablets neu aufsetzen, was zu erheblichen Verzögerungen führen könnte. Bürgermeister André Dora äußerte sich besorgt über die Auswirkungen auf die Schüler, die weiterhin ohne die dringend benötigten Tablets auskommen müssen. Die Verzögerung könnte dazu führen, dass die neuen Geräte erst 2027 in den Schulen zur Verfügung stehen.
Reaktionen von Samsung und der Stadt Datteln
- Stadt Datteln plant 650 neue iPads
- Oberlandesgericht Düsseldorf entscheidet gegen Datteln
- Samsung klagt gegen bevorzugte Herstellerwahl
Samsung begrüßte das Urteil und betonte, dass es wichtig sei, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Das Unternehmen argumentierte, dass Schulen und Behörden die Freiheit haben sollten, Technologie nach pädagogischen, technischen und wirtschaftlichen Kriterien auszuwählen, ohne von einem bestimmten Hersteller abhängig zu sein.
Die Stadt Datteln hingegen sieht sich in einer schwierigen Lage. Der Bürgermeister hat bereits angekündigt, dass die Verzögerungen negative Auswirkungen auf den Schulbetrieb haben werden. Die Schulen in Datteln, darunter fünf Grundschulen, eine Realschule und ein Gymnasium, sind auf die neuen Tablets angewiesen, um den Unterricht zeitgemäß zu gestalten.
Wirtschaftliche Implikationen des Urteils
Das Urteil hat nicht nur Auswirkungen auf die Bildungseinrichtungen, sondern könnte auch wirtschaftliche Konsequenzen für die Hersteller von IT-Geräten haben. Der Markt für Schul-IT ist enorm, insbesondere da viele Schulen nach den Investitionen während der Corona-Pandemie nun in den Austausch von Geräten eintreten müssen. Die Entscheidung könnte dazu führen, dass Hersteller wie Samsung und Apple ihre Strategien anpassen müssen, um im Wettbewerb um öffentliche Aufträge erfolgreich zu sein.
Die bevorstehenden Mittel aus dem Digitalpakt 2.0, die insgesamt fünf Milliarden Euro für die technische Infrastruktur der Schulen bereitstellen, könnten ebenfalls von dieser Entscheidung beeinflusst werden. Die Art und Weise, wie diese Mittel in Ausschreibungen umgesetzt werden, wird entscheidend dafür sein, wie die Beschaffung von IT-Geräten in Zukunft gestaltet wird.
Fazit

Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf, die Stadt Datteln zur Neuausschreibung ihrer iPad-Beschaffung zu zwingen, hat weitreichende Folgen für die Beschaffung von IT-Geräten durch öffentliche Einrichtungen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Ausschreibungen könnten sich ändern, was sowohl für die Schulen als auch für die Hersteller von IT-Geräten von Bedeutung ist. Die Verzögerungen bei der Beschaffung neuer Tablets könnten den Schulbetrieb in Datteln erheblich beeinträchtigen und die Diskussion über faire Wettbewerbsbedingungen im öffentlichen Sektor neu entfachen.
Häufige Fragen
Warum muss Datteln die iPads neu ausschreiben?
Welche Auswirkungen hat das Urteil auf andere Städte?
Wie lange wird die Beschaffung der neuen Tablets dauern?
Was sind die Gründe für die Klage von Samsung?
Wie reagiert die Stadt Datteln auf das Urteil?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Schüler in Datteln ohne neue iPads · Foto: Pixabay / Pexels


