⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 31.08.2026
Der Markt für Studentenwohnungen zeigt 2026 ein starkes Wachstum. Investoren fragen sich, ob sich die Kapitalanlage in diesem Segment lohnt.
- Wachstum des Marktes für private Studentenwohnungen
- Hohe Nachfrage durch internationale Studierende
- Renditen stabil zwischen 4,1 und 4,4 Prozent
Der Markt für Studentenwohnungen in Deutschland zeigt 2026 ein bemerkenswertes Wachstum und bietet sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Investoren. Mit einem Transaktionsvolumen von rund 200 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 bleibt der Markt stabil und zeigt Anzeichen einer Professionalisierung. Die Nachfrage nach privaten Studentenwohnungen, auch bekannt als Purpose-Built Student Accommodation (PBSA), ist besonders stark, da die Gesamtzahl der Studierenden in Deutschland im Wintersemester 2025/2026 auf einen neuen Höchststand von 2,88 Millionen gestiegen ist.
Was sind die aktuellen Trends im Markt für Studentenwohnungen?

Die Nachfrage nach Studentenwohnungen wird maßgeblich von internationalen Studierenden getrieben, die mittlerweile 30 Prozent aller Erstsemester ausmachen. Diese Gruppe ist in den letzten Jahren stark gewachsen, was sich auch in den Zahlen widerspiegelt: Seit 2014 ist die Anzahl internationaler Studierender um 46 Prozent gestiegen. Diese Studierenden benötigen oft sofort verfügbare, möblierte Lösungen mit All-inclusive-Mietmodellen, da sie häufig mit Sprachbarrieren und fehlenden lokalen Bonitätsnachweisen konfrontiert sind.
Die Rahmenbedingungen für das PBSA-Segment sind positiv, da die Mieten in den sieben Metropolen Deutschlands im Jahresvergleich um 2,9 Prozent gestiegen sind. Besonders in Städten wie Düsseldorf, Köln und Hamburg sind die Mietsteigerungen signifikant, was die Attraktivität dieser Standorte für Investoren erhöht. Die Anfangsrenditen für qualitativ hochwertige Objekte haben sich stabilisiert und liegen zwischen 4,1 und 4,4 Prozent, was im Vergleich zu anderen Immobilienklassen eine interessante Rendite darstellt.
Wie sieht die Rendite aus?
Die Renditen für Investoren in den Markt für Studentenwohnungen sind im Jahr 2026 weiterhin attraktiv. Institutionelle Anleger erzielen Nettoanfangsrenditen zwischen 3,5 und 4,7 Prozent, während Privatanleger bei Mikroapartments mit einer realistischen Rendite von 2,8 bis 3,3 Prozent rechnen können. Diese Zahlen zeigen, dass die Investition in Studentenwohnungen eine solide Möglichkeit darstellt, um von der stabilen Nachfrage zu profitieren.
Die Renditespreizung zwischen PBSA und Prime-Wohnimmobilien hat sich in den letzten Jahren verringert, was das gewachsene Vertrauen der Investoren in diese Assetklasse widerspiegelt. Die Kompression der Renditen von 120 bis 130 Basispunkten im Jahr 2021 auf aktuell 75 bis 85 Basispunkte zeigt, dass die Marktakteure zunehmend an die Stabilität und Rentabilität von Studentenwohnungen glauben.
Welche Risiken sind zu beachten?
- Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2026: 200 Millionen Euro
- Anzahl der Studierenden in Deutschland: 2,88 Millionen
- Anfangsrenditen für PBSA-Objekte: 4,1 bis 4,4 Prozent
- Anstieg internationaler Studierender: 46 Prozent seit 2014
Trotz der positiven Marktentwicklung gibt es auch Risiken, die Investoren berücksichtigen sollten. Das größte Risiko ist demografischer Natur: Experten warnen davor, dass die Zahl der Studierenden in den kommenden Jahren sinken könnte, insbesondere wenn die „doppelten Abiturjahrgänge“ aus den Pandemiejahren ihren Weg durch das Bildungssystem finden. Diese Entwicklung könnte die Nachfrage nach Studentenwohnungen langfristig beeinflussen.
Zusätzlich sind die hohen Baukosten und die Unsicherheiten bezüglich der Realisierungsquoten von neuen Projekten Herausforderungen, die den Markt belasten könnten. Die Entwicklungspipeline in den sieben Immobilienhochburgen ist zwar vielversprechend, jedoch bestehen erhebliche Unsicherheiten, ob diese Projekte tatsächlich realisiert werden können.
Wie können Investoren profitieren?
Investoren sollten den Fokus auf Portfolio-Akquisitionen mit nachgewiesener operativer Performance legen. Neben den Primärstandorten wie Berlin, München und Hamburg bieten auch B-Städte wie Münster, Mainz oder Darmstadt attraktive Chancen mit höheren Renditeaussichten. Die Kombination aus stabiler Nachfrage, digitalen Prozessen und niedrigeren Einstiegshürden macht Studentenwohnungen zu einer interessanten Anlageoption.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, von den steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu profitieren. Die lineare Abschreibung und die steuerfreien Veräußerungen nach einer Haltedauer von zehn Jahren können die Rendite zusätzlich optimieren. Investoren sollten sich jedoch auch über die spezifischen steuerlichen Regelungen in ihrem Bundesland informieren, da die Grunderwerbsteuer zwischen 3,5 und 6,5 Prozent variiert.
Fazit: Lohnt sich die Investition in Studentenwohnungen?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Investition in Studentenwohnungen als Kapitalanlage im Jahr 2026 sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Die stabile Nachfrage, insbesondere durch internationale Studierende, und die attraktiven Renditen machen diesen Markt interessant. Dennoch sollten Investoren die demografischen Risiken und die Unsicherheiten im Bauwesen im Auge behalten. Eine fundierte Analyse und strategische Planung sind entscheidend, um von den Potenzialen dieses Marktes zu profitieren.
Häufige Fragen
Was sind Purpose-Built Student Accommodations (PBSA)?
Wie hoch sind die Mieten für Studentenwohnungen in Deutschland?
Welche Risiken gibt es bei der Investition in Studentenwohnungen?
Wie hat sich die Nachfrage nach Studentenwohnungen entwickelt?
Was sind die Renditen für Investoren in diesem Markt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Moderne Studentenwohnungen als Kapitalanlage · Foto: Jan van der Wolf / Pexels


