⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 04.09.2026
Timur Turlov hat die FIDE aufgefordert, Wadim Rosenstein von der Wahlliste zu streichen. Der Grund: ein umstrittener Sponsorenvertrag mit dem Deutschen Schachbund.
- Turlov beantragt Streichung von Rosenstein wegen Sponsorenvertrag.
- FIDE-Wahl findet am 26. September 2026 in Usbekistan statt.
- Sponsorenvertrag könnte gegen FIDE-Regeln verstoßen.
Am 4. September 2026 hat der Schachkandidat Timur Turlov die FIDE, den internationalen Schachverband, aufgefordert, Wadim Rosenstein von der Wahlliste für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zu streichen. Der Grund für diese drastische Maßnahme ist ein Sponsorenvertrag, den Rosenstein mit dem Deutschen Schachbund (DSB) unterzeichnet hat, während er gleichzeitig als Kandidat für das Amt des FIDE-Präsidenten nominiert ist.
Was geschah genau?

Die Beschwerde von Turlov wurde am 28. August 2026 von seinem Zürcher Rechtsbeistand, 5Gambit Disputes, eingereicht. Diese Beschwerde wurde noch am selben Tag sowohl an Rosenstein als auch an den Deutschen Schachbund übermittelt. Der Kern der Beschwerde liegt in der Tatsache, dass Rosenstein im Mai 2026 zum FIDE-Delegierten des DSB ernannt wurde und im Juli für das Amt des FIDE-Präsidenten nominiert wurde. Am 19. August, nur fünf Wochen vor der Wahl, gab der DSB bekannt, dass Rosenstein und sein Unternehmen WR Events als Sponsoren fungieren würden, was als einer der größten Sponsorenverträge in der Geschichte des DSB bezeichnet wurde.
Diese Situation wirft ernsthafte Fragen über die Integrität des Wahlprozesses auf. Turlov argumentiert, dass es gegen die FIDE-Wahlordnung verstößt, einem stimmberechtigten Verband während des Wahlkampfs etwas von tatsächlichem Wert zu gewähren. Die FIDE hat in der Vergangenheit ähnliche Fälle behandelt, wobei ein Delegierter in Serbien für sechs Monate gesperrt wurde, nachdem ein Sponsorenvertrag aufgedeckt wurde, der mit seiner Ernennung und den Stimmrechten in Verbindung stand.
Die Bedeutung des Sponsorenvertrags
Der Sponsorenvertrag zwischen Rosenstein und dem DSB könnte als ein klarer Interessenkonflikt angesehen werden. Der Mann, der auf dem Stimmzettel steht, ist gleichzeitig der größte Geldgeber des Verbandes, der ihn ernannt und für ihn stimmen wird. Dies könnte nicht nur die Fairness der Wahl gefährden, sondern auch das Vertrauen in die gesamte Organisation untergraben. Turlov hat die FIDE um eine schnelle Entscheidung gebeten, da die Regeln der FIDE es der Wahlkommission untersagen, einen Kandidaten in den letzten fünfzehn Tagen vor der Wahl von der Liste zu streichen.
Wirtschaftliche Implikationen für den Schachsport
- Datum der Beschwerde: 28. August 2026
- Wahltermin: 26. September 2026
- Ort der Wahl: Samarkand, Usbekistan
- Rosenstein als FIDE-Delegierter seit Mai 2026
- Sponsorenvertrag bekannt gegeben am 19. August 2026
Die Diskussion um den Sponsorenvertrag hat auch wirtschaftliche Implikationen für den Schachsport. Sponsoring ist ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung von Schachveranstaltungen und -organisationen. Ein Sponsorenvertrag kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Wahrnehmung und die finanzielle Stabilität eines Verbandes haben. Wenn der DSB in der Lage ist, bedeutende Sponsoren zu gewinnen, könnte dies die Entwicklung des Schachs in Deutschland fördern. Andererseits könnte ein umstrittener Vertrag, wie der zwischen Rosenstein und dem DSB, das Vertrauen in die Integrität des Verbandes und damit auch in die Sponsoren selbst gefährden.
Die Reaktion der Schachgemeinschaft
Die Schachgemeinschaft hat auf die Entwicklungen unterschiedlich reagiert. Einige Unterstützer von Turlov sehen in seiner Beschwerde einen notwendigen Schritt zur Wahrung der Integrität des Schachsports. Kritiker hingegen argumentieren, dass Turlovs Vorgehen politisch motiviert ist und darauf abzielt, seine eigenen Chancen auf die Präsidentschaft zu verbessern. Die Diskussion über die Fairness und Transparenz im Schach wird durch diesen Vorfall erneut angeheizt und könnte langfristige Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Schachsports in der Öffentlichkeit haben.
Fazit

Die bevorstehenden FIDE-Wahlen am 26. September 2026 in Samarkand stehen im Zeichen eines potenziellen Skandals. Timur Turlovs Forderung, Wadim Rosenstein aufgrund eines Sponsorenvertrags von der Wahlliste zu streichen, wirft grundlegende Fragen zur Integrität des Wahlprozesses auf. Die wirtschaftlichen Implikationen eines solchen Vorfalls könnten weitreichende Folgen für den Schachsport und seine Finanzierung haben. Die Schachgemeinschaft wird die Entwicklungen genau beobachten, während die FIDE unter Druck steht, eine klare und faire Entscheidung zu treffen.
Häufige Fragen
Was ist der Hintergrund der Beschwerde von Turlov?
Wann findet die FIDE-Wahl statt?
Was besagt die FIDE-Wahlordnung?
Wie reagierte die FIDE auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit?
Was könnte die Konsequenz für den Deutschen Schachbund sein?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: FIDE Wahl 2026: Sponsorenvertrag im Fokus · Foto: Ruha Zaitoun / Pexels


