⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.09.2026
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele junge Deutsche den Wunsch haben, ein eigenes Unternehmen zu gründen, jedoch nur wenige diesen Schritt tatsächlich wagen. Die Gründe dafür sind vielfältig und spiegeln die Herausforderungen der heutigen Wirtschaft wider.
- 40% der jungen Menschen in Deutschland haben Interesse an einer Gründung.
- Die Gründungsintensität ist 2025 auf 690.000 gestiegen.
- Bürokratische Hürden und wirtschaftliche Unsicherheiten hemmen viele.
Eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 40% der jungen Menschen in Deutschland zwischen 14 und 25 Jahren Interesse an einer Unternehmensgründung haben. Trotz dieses hohen Interesses haben jedoch nur 3% der Befragten den Schritt zur Selbstständigkeit tatsächlich gewagt. Diese Diskrepanz wirft Fragen auf und beleuchtet die Herausforderungen, vor denen junge Gründer in der heutigen Wirtschaft stehen.
Was sind die Gründe für die geringe Gründungsrate?

Die Gründe, warum viele junge Menschen in Deutschland zögern, ein Unternehmen zu gründen, sind vielfältig. Eine Umfrage ergab, dass 61% der Befragten ein sicheres Angestelltenverhältnis bevorzugen. Diese Präferenz ist besonders in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit verständlich, in denen viele junge Menschen sich Sorgen um ihre finanzielle Sicherheit machen. Zudem geben 48% der Befragten an, dass ihnen das nötige Wissen für eine erfolgreiche Gründung fehlt. Der Stress, der mit der Selbstständigkeit einhergeht, schreckt 39% der Befragten ab.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist das fehlende Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. 9% der Befragten äußern, dass sie nicht an sich selbst glauben, was ihre Entscheidung zur Gründung beeinflusst. Auch der Mangel an Startkapital ist für viele ein entscheidendes Hindernis. Diese Faktoren zusammen führen dazu, dass trotz des Interesses an Unternehmensgründungen nur wenige den Schritt wagen.
Die Rolle von Nebenerwerbsgründungen
Die Gründungsintensität in Deutschland hat sich im Jahr 2025 deutlich erhöht. Laut dem KfW-Gründungsmonitor stieg die Zahl der Existenzgründungen auf 690.000, was einem Anstieg von 18% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass der Großteil dieser Gründungen im Nebenerwerb stattfand. Mit 483.000 Nebenerwerbsgründungen machen diese 70% der Gesamtzahl aus. Dies zeigt, dass viele Menschen in der aktuellen wirtschaftlichen Lage versuchen, durch eine Nebentätigkeit zusätzliches Einkommen zu generieren.
Die Zunahme von Nebenerwerbsgründungen könnte auch als Reaktion auf die Unsicherheiten in der Arbeitswelt interpretiert werden. Viele junge Menschen, die sich in der Ausbildung oder im Studium befinden, nutzen die Möglichkeit, nebenbei ein Unternehmen zu gründen, um praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre finanzielle Situation zu verbessern. Diese hybriden Gründungen sind ein Zeichen für die Anpassungsfähigkeit junger Menschen in einer sich schnell verändernden Wirtschaft.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen
- 40% der jungen Deutschen haben Interesse an einer Firmengründung.
- Nur 3% der 14- bis 25-Jährigen haben diesen Schritt tatsächlich umgesetzt.
- 61% der Befragten bevorzugen ein sicheres Angestelltenverhältnis.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland stellen eine weitere Hürde für angehende Gründer dar. Laut dem DIHK-Report Unternehmensgründung 2026 sehen viele Gründer die bürokratischen Belastungen und die hohen Kosten als größte Herausforderungen. 73% der Befragten fordern einen Bürokratieabbau, während 61% eine Vereinfachung des Steuerrechts wünschen. Diese Forderungen sind besonders relevant in Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten, die viele junge Menschen unter Druck setzen.
Die Unsicherheiten in der Wirtschaft, wie steigende Zinsen und volatile Märkte, beeinflussen ebenfalls die Gründungsbereitschaft. Junge Menschen, die in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld aufwachsen, sind oft vorsichtiger und neigen dazu, sichere Anstellungen zu bevorzugen. Diese Tendenz könnte langfristig die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährden.
Die Bedeutung von Start-ups für die Wirtschaft
Trotz der Herausforderungen, vor denen junge Gründer stehen, ist die Bedeutung von Start-ups für die deutsche Wirtschaft nicht zu unterschätzen. Start-ups bringen frische Ideen und innovative Ansätze in verschiedene Branchen, was zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. Experten betonen, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neue Unternehmen entscheidende Impulse für das Wachstum der Wirtschaft liefern können.
Die positive Entwicklung der Gründungszahlen im Jahr 2025, insbesondere im Bereich der Nebenerwerbsgründungen, zeigt, dass es ein Potenzial für unternehmerisches Handeln gibt. Junge Menschen, die sich für eine Gründung entscheiden, können nicht nur ihre eigenen Lebensumstände verbessern, sondern auch zur wirtschaftlichen Stabilität des Landes beitragen.
Fazit: Herausforderungen und Chancen für junge Gründer

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele junge Deutsche den Wunsch haben, ein Unternehmen zu gründen, jedoch durch verschiedene Faktoren davon abgehalten werden. Die Präferenz für sichere Anstellungen, fehlendes Wissen und wirtschaftliche Unsicherheiten sind nur einige der Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Dennoch zeigt die Zunahme von Nebenerwerbsgründungen, dass es ein Potenzial für unternehmerisches Handeln gibt. Um die Gründungsbereitschaft zu fördern, sind politische Maßnahmen erforderlich, die Bürokratie abbauen und ein günstiges Umfeld für junge Unternehmer schaffen.
Häufige Fragen
Warum gründen junge Menschen in Deutschland so selten?
Wie hat sich die Zahl der Unternehmensgründungen entwickelt?
Welche Barrieren gibt es für Gründer in Deutschland?
Wie wichtig sind Start-ups für die deutsche Wirtschaft?
Was sind die häufigsten Gründe für eine Unternehmensgründung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Junge Gründer in einem kreativen Meeting · Foto: RDNE Stock project / Pexels


