⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.08.2026
US-ETFs erfreuen sich in der Schweiz wachsender Beliebtheit. Doch welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten und wo liegen die steuerlichen Vorteile für Anleger?
- US-ETFs sind über Schweizer Broker erhältlich.
- Dividenden aus US-ETFs unterliegen einer Quellensteuer von 30%.
- Schweizer Anleger können 15% der Quellensteuer zurückfordern.
US-ETFs erfreuen sich in der Schweiz wachsender Beliebtheit, da sie Anlegern Zugang zu den größten und liquidesten Märkten der Welt bieten. Doch viele Schweizer Anleger sind sich unsicher, wie sie diese Produkte rechtlich erwerben können und welche steuerlichen Vorteile sich daraus ergeben. In diesem Artikel werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Kauf von US-ETFs in der Schweiz sowie die damit verbundenen steuerlichen Aspekte beleuchtet.
Was sind US-ETFs und warum sind sie interessant?

US-ETFs, oder Exchange Traded Funds, sind Investmentfonds, die an Börsen gehandelt werden und in der Regel einen Index abbilden. Sie bieten Anlegern die Möglichkeit, in eine breite Palette von US-Aktien zu investieren, ohne jede Aktie einzeln kaufen zu müssen. Diese Fonds sind besonders attraktiv, da sie in der Regel niedrigere Kosten und eine hohe Liquidität aufweisen. Zudem ermöglichen sie eine einfache Diversifikation des Portfolios.
Ein weiterer Vorteil von US-ETFs ist die Möglichkeit, von den hohen Renditen des US-Marktes zu profitieren. Historisch gesehen haben US-Aktien eine überdurchschnittliche Performance im Vergleich zu anderen Märkten gezeigt, was sie für viele Anleger zu einer interessanten Option macht.
Rechtliche Rahmenbedingungen für den Kauf von US-ETFs in der Schweiz
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Kauf von US-ETFs in der Schweiz sind durch das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und das Kollektivanlagengesetz (KAG) geregelt. Gemäß Art. 58 FIDLEG müssen Anbieter von Finanzinstrumenten ein Basisinformationsblatt erstellen, wenn sie Produkte an Privatkunden anbieten. Da viele US-Anbieter jedoch den europäischen Markt nicht aktiv bedienen, existiert oft kein solches Informationsblatt für US-domizilierte ETFs.
Schweizer Onlinebroker können US-ETFs dennoch für Privatkunden im Selbstbedienungsmodus handelbar machen. Dies ist möglich, weil im Rahmen von Execution-only-Geschäften keine Beratung erfolgt und somit die Pflicht zur Bereitstellung eines Basisinformationsblatts entfällt. Anleger können US-ETFs also über Schweizer Broker erwerben, ohne dass eine aktive Vermarktung durch den Anbieter erforderlich ist.
Steuerliche Aspekte beim Halten von US-ETFs
Ein entscheidender Faktor für viele Anleger sind die steuerlichen Implikationen beim Halten von US-ETFs. In der Schweiz unterliegen Dividenden aus Wertschriften der Einkommenssteuer, während private Kapitalgewinne steuerfrei sind. Dies bedeutet, dass Anleger, die US-ETFs halten, die erhaltenen Dividenden in ihrem Wertschriftenverzeichnis deklarieren müssen.
Die Quellensteuer auf Dividenden aus US-Aktien beträgt grundsätzlich 30%. Allerdings können Schweizer Anleger von einem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen der Schweiz und den USA profitieren, das es ihnen ermöglicht, 15% der Quellensteuer zurückzufordern. Dies bedeutet, dass die effektive Steuerlast auf Dividenden aus US-ETFs für Schweizer Anleger auf 15% sinkt, was einen erheblichen Steuervorteil darstellt.
Vergleich zwischen US-ETFs und irischen UCITS-ETFs
Ein häufiges Thema unter Anlegern ist der Vergleich zwischen US-ETFs und irischen UCITS-ETFs, die ebenfalls in US-Aktien investieren. Irische ETFs unterliegen aufgrund der europäischen Regulierung einer anderen Quellensteuerstruktur. Während US-ETFs 30% Quellensteuer auf Dividenden abführen, können irische ETFs dank des DBA Irland-USA nur 15% abführen. Dies bedeutet, dass Anleger, die in irische ETFs investieren, von einer höheren Steuerlast betroffen sind, da die Quellensteuer auf Fondsebene abgezogen wird, bevor die Dividenden an die Anleger ausgezahlt werden.
Für Anleger, die den administrativen Aufwand nicht scheuen, können US-ETFs daher eine attraktivere Option darstellen. Sie bieten nicht nur Zugang zu den besten US-Aktien, sondern auch die Möglichkeit, die Quellensteuer zurückzufordern, was die Nettorendite erhöht.
Herausforderungen beim Kauf von US-ETFs
Trotz der Vorteile gibt es auch Herausforderungen beim Kauf von US-ETFs in der Schweiz. Eine der größten Hürden ist die Verfügbarkeit. Nicht alle Schweizer Broker bieten Zugang zu US-ETFs an, was die Auswahl der verfügbaren Produkte einschränken kann. Zudem müssen Anleger darauf achten, dass sie einen Broker wählen, der die entsprechenden regulatorischen Anforderungen erfüllt.
Ein weiterer Aspekt ist der zusätzliche administrative Aufwand, der mit dem Halten von US-ETFs verbunden sein kann. Im Falle eines Erbfalls können US-domizilierte ETFs zusätzliche bürokratische Hürden mit sich bringen, da sie unter das US-Erbschaftsrecht fallen. Anleger sollten sich daher im Vorfeld über die möglichen Konsequenzen informieren und gegebenenfalls rechtlichen Rat einholen.
Fazit

US-ETFs bieten Schweizer Anlegern eine attraktive Möglichkeit, in den US-Markt zu investieren und von den hohen Renditen zu profitieren. Trotz der rechtlichen und administrativen Herausforderungen, die mit dem Kauf und Halten dieser Produkte verbunden sind, können die steuerlichen Vorteile, insbesondere die Möglichkeit, 15% der Quellensteuer zurückzufordern, einen erheblichen Renditevorteil darstellen. Anleger sollten sich jedoch gut informieren und die für sie passende Strategie wählen, um die Vorteile von US-ETFs optimal zu nutzen.
Häufige Fragen
Wie kann ich US-ETFs in der Schweiz kaufen?
Welche steuerlichen Vorteile bieten US-ETFs?
Was ist der Unterschied zwischen US-ETFs und irischen ETFs?
Gibt es Einschränkungen beim Kauf von US-ETFs?
Wie funktioniert die Rückforderung der Quellensteuer?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: US-ETFs und ihre steuerlichen Vorteile · Foto: Pixabay / Pexels


