⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.09.2026
Der Sozialverband VdK kritisiert die drastischen Kürzungen beim KfW-Programm Altersgerecht Umbauen, die die Förderung von barrierefreiem Wohnen gefährden.
- VdK fordert mehr Mittel für barrierefreies Wohnen.
- Antragsstopp für KfW-Programm Altersgerecht Umbauen.
- Zukünftige Kürzungen gefährden den Wohnungsmarkt.
Der Sozialverband VdK hat am 11. September 2026 scharfe Kritik an den geplanten Kürzungen des KfW-Programms Altersgerecht Umbauen geübt. Diese Kürzungen könnten gravierende Auswirkungen auf die Förderung von barrierefreiem Wohnen in Deutschland haben. VdK-Präsidentin Verena Bentele äußerte sich besorgt über die Entscheidung der Bundesregierung, die Mittel für das Programm drastisch zu reduzieren, während die Nachfrage nach barrierefreien Wohnlösungen stetig steigt.
Was ist das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen?

Das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen ist eine staatliche Initiative, die darauf abzielt, Maßnahmen zur Barrierereduzierung in Wohngebäuden zu fördern. Eigentümer und Mieter können Zuschüsse von bis zu 6.250 Euro erhalten, um ihre Wohnungen an die Bedürfnisse älterer oder mobilitätseingeschränkter Menschen anzupassen. Zu den geförderten Maßnahmen gehören unter anderem der Einbau von bodengleichen Duschen, breiteren Türen und Rampen. Diese Förderungen sind besonders wichtig, da die Bevölkerung in Deutschland altert und der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum steigt.
Aktuelle Situation und Antragsstopp
Für das Jahr 2026 hatte die Bundesregierung insgesamt 50 Millionen Euro für das KfW-Programm bereitgestellt. Diese Mittel waren jedoch bereits Ende Juli 2026 vollständig ausgeschöpft, was zu einem Antragsstopp führte. Ab sofort können keine neuen Anträge mehr gestellt werden, was die Situation für viele Eigentümer und Mieter, die auf barrierefreie Umbauten angewiesen sind, erheblich verschärft. Die KfW hat jedoch angekündigt, dass alle bereits eingegangenen Anträge weiterhin bearbeitet werden und die zugesagten Fördermittel gültig bleiben.
Geplante Kürzungen und deren Auswirkungen
Trotz der hohen Nachfrage plant das Bundesbauministerium, die Förderung im kommenden Jahr auf nur noch sechs Millionen Euro zu kürzen und für 2028 sogar auf 1,5 Millionen Euro zu reduzieren. Diese drastischen Einschnitte werden von vielen als das faktische Aus eines erfolgreichen Programms angesehen. Bentele betonte, dass angesichts einer alternden Gesellschaft dringend mehr barrierefreier Wohnraum benötigt wird, nicht weniger. Die Kürzungen könnten dazu führen, dass notwendige Umbauten aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich sind, was in der Folge unnötige Umzüge oder eine frühere Abhängigkeit von Pflege zur Folge haben könnte.
VdK fordert Umdenken der Bundesregierung
- KfW-Programm Altersgerecht Umbauen: Zuschüsse bis zu 6.250 Euro
- Bundesmittel für 2026: 50 Millionen Euro, bereits ausgeschöpft
- Geplante Kürzungen: 6 Millionen Euro für 2027, 1,5 Millionen Euro für 2028
Der VdK fordert die Bundesregierung auf, umgehend umzukehren und die Mittel für das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen auf 390 Millionen Euro jährlich zu erhöhen. Diese Forderung basiert auf der demografischen Entwicklung und dem enormen Bedarf an barrierefreiem Wohnraum. Bentele wies darauf hin, dass die zusätzlichen Milliarden für den sozialen Wohnungsbau und die Städtebauförderung deutlich stärker für Barrierefreiheit eingesetzt werden sollten. Andernfalls könnte die Situation für viele Menschen, die auf barrierefreies Wohnen angewiesen sind, weiter verschärft werden.
Wirtschaftliche Implikationen der Kürzungen
Die Kürzungen beim KfW-Programm Altersgerecht Umbauen haben nicht nur soziale, sondern auch wirtschaftliche Implikationen. Der Immobilienmarkt könnte unter Druck geraten, da weniger Eigentümer bereit sein werden, in notwendige Umbauten zu investieren. Dies könnte die Verfügbarkeit von barrierefreien Wohnungen verringern und somit die Lebensqualität für viele Menschen beeinträchtigen. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach barrierefreien Wohnlösungen steigt, könnte der Wegfall der finanziellen Anreize zu einem stagnierenden Markt führen.
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten
Obwohl die Zuschüsse für den barrierefreien Umbau eingestellt wurden, verweist die KfW auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Eigentümer können weiterhin zinsverbilligte Kredite im Rahmen des Programms Altersgerecht Umbauen beantragen. Diese Kredite ermöglichen es, bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit für den Abbau von Barrieren oder für Maßnahmen zum Einbruchschutz zu finanzieren. Diese Option könnte für viele Eigentümer eine attraktive Alternative darstellen, um notwendige Umbauten zu realisieren.
Fazit

Die geplanten Kürzungen beim KfW-Programm Altersgerecht Umbauen stellen einen erheblichen Rückschlag für die Förderung von barrierefreiem Wohnen in Deutschland dar. Der VdK fordert ein Umdenken der Bundesregierung, um den Bedarf an barrierefreiem Wohnraum zu decken und die Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Die wirtschaftlichen Implikationen dieser Kürzungen könnten weitreichend sein, und es bleibt abzuwarten, ob die Politik in der Lage ist, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation zu verbessern.
Häufige Fragen
Was ist das KfW-Programm Altersgerecht Umbauen?
Warum wird das Programm gekürzt?
Welche Auswirkungen haben die Kürzungen auf den Wohnungsmarkt?
Wie reagiert der VdK auf die Kürzungen?
Was passiert mit bereits eingegangenen Anträgen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Barrierefreies Wohnen für Senioren · Foto: Robert So / Pexels


