⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.09.2026
Der Finanzexperte Gerd Kommer hat in einem aktuellen Interview die weit verbreitete Vorstellung, passives Einkommen durch Immobilien zu erzielen, als Illusion entlarvt. Er erklärt, warum dieses Konzept für die meisten Menschen nicht realisierbar ist.
- Passives Einkommen erfordert erhebliches Kapital.
- Immobilieninvestitionen sind oft mit hohen Kosten verbunden.
- Alternative Anlagemöglichkeiten wie ETFs bieten bessere Renditen.
In einem aktuellen Interview mit Business Insider hat der Finanzexperte Gerd Kommer die weit verbreitete Vorstellung, dass man durch Immobilien passives Einkommen erzielen kann, als Illusion entlarvt. Kommer, der als einer der führenden Experten für Geldanlagen gilt, erklärt, dass die Realität für die meisten Menschen ganz anders aussieht. Viele träumen von einem finanziellen Leben, das durch passive Einkünfte aus Immobilien geprägt ist, doch die Hürden sind oft viel höher als angenommen.
Was ist passives Einkommen?

Passives Einkommen wird oft als das Einkommen beschrieben, das ohne aktive Arbeit erzielt wird. Die Idee dahinter ist, dass man durch geschickte Investitionen in Immobilien oder andere Geschäftsmodelle ein regelmäßiges Einkommen generiert, das einem finanzielle Freiheit ermöglicht. In der Theorie klingt das verlockend, doch in der Praxis sieht die Realität oft anders aus. Kommer betont, dass passives Einkommen in der Regel nichts anderes als Kapitalrendite ist und dass man dafür erhebliches Startkapital benötigt.
Die Illusion des passiven Einkommens durch Immobilien
Kommer kritisiert die Vorstellung, dass Immobilien eine einfache Möglichkeit bieten, passives Einkommen zu generieren. Er stellt klar, dass es ohne nennenswertes Eigenkapital kaum möglich ist, ein Einkommen zu erzielen, das über ein Taschengeld hinausgeht. Um ein monatliches Einkommen von 2.000 Euro zu erzielen, benötigt man bei einer angenommenen Mietrendite von 4 Prozent ein Investitionskapital von etwa 600.000 Euro. Viele Menschen, die in Immobilien investieren möchten, haben jedoch nicht das nötige Kapital zur Verfügung.
Ein Beispiel verdeutlicht die Problematik: Eine Person, die 60.000 Euro Eigenkapital hat, müsste den Restbetrag von 540.000 Euro über einen Kredit finanzieren. Die monatlichen Zins- und Tilgungszahlungen würden dann das Einkommen aus der Immobilie auffressen, sodass am Ende nichts übrig bleibt oder sogar negative Einkünfte entstehen. Dies zeigt, dass die Idee des passiven Einkommens durch Immobilien oft nicht realisierbar ist.
Die Kosten der Immobilieninvestition
- Datum: 12.09.2026
- Experte: Gerd Kommer
- Mietrendite: 4 Prozent als Beispiel
- Benötigtes Kapital für 2.000 Euro Miete: 600.000 Euro
Ein weiterer Aspekt, den Kommer anspricht, sind die hohen Kosten, die mit dem Erwerb und der Verwaltung von Immobilien verbunden sind. Neben den Finanzierungskosten müssen auch Instandhaltungskosten berücksichtigt werden, die im Durchschnitt etwa 1,5 Prozent des Gebäudewertes ausmachen. Diese Kosten können die Rendite erheblich schmälern und müssen in jede Kalkulation einfließen.
Darüber hinaus ist die Verwaltung einer Mietimmobilie alles andere als passiv. Selbst wenn man einen Immobilienverwalter engagiert, bleibt man oft mit Problemen wie Mietausfällen, Reparaturen und rechtlichen Angelegenheiten konfrontiert. Diese aktive Arbeit steht im Widerspruch zur Vorstellung eines passiven Einkommens und kann zu einem zusätzlichen Stressfaktor werden.
Alternative Anlagemöglichkeiten
Angesichts der Herausforderungen, die mit Immobilieninvestitionen verbunden sind, empfiehlt Kommer, alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Eine der vielversprechendsten Optionen sind ETFs (Exchange Traded Funds), die eine kostengünstige und diversifizierte Möglichkeit bieten, in den Aktienmarkt zu investieren. Historische Daten zeigen, dass Kapitalmarktanleger, die in ein global diversifiziertes Aktienportfolio investiert haben, in den meisten Zeiträumen deutlich höhere Vermögen aufgebaut haben als Eigenheimbesitzer.
Die Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf von Aktien sind zudem erheblich niedriger als bei Immobilien, was die Rendite weiter verbessert. Kommer hebt hervor, dass Mieten in vielen Fällen rentabler ist als der Kauf eines Eigenheims, was die Überlegung unterstützt, dass Immobilien nicht immer die beste Wahl für die Vermögensbildung sind.
Die Realität der Immobilienmärkte
Die Realität auf den Immobilienmärkten ist oft von Preisschwankungen und regionalen Unterschieden geprägt. Während in einigen Städten die Immobilienpreise stark steigen, stagnieren sie in anderen Regionen über Jahre hinweg. Dies macht es für Anleger schwierig, verlässliche Prognosen über zukünftige Wertsteigerungen zu treffen. Kommer warnt davor, sich auf die vermeintliche Sicherheit von Immobilien zu verlassen, da diese nicht immer die erhofften Renditen bringen.
Zusätzlich sind die Zinsen für Immobilienkredite in vielen Jahren höher gewesen als die nominalen Wertsteigerungen der Immobilien selbst. Dies bedeutet, dass viele Anleger, die auf eine Wertsteigerung hoffen, in der Realität oft mit höheren Kosten konfrontiert sind, die ihre Rendite schmälern.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vorstellung, passives Einkommen durch Immobilien zu erzielen, für die meisten Menschen eine Illusion ist. Gerd Kommer hat eindrucksvoll dargelegt, dass erhebliche Kapitalbeträge und aktive Verwaltung notwendig sind, um tatsächlich von Immobilien zu profitieren. Anleger sollten daher alternative Anlagemöglichkeiten wie ETFs in Betracht ziehen, die oft bessere Renditen bei geringeren Kosten bieten. Die Realität der Immobilienmärkte ist komplex und erfordert eine fundierte Strategie, um erfolgreich zu sein.
Häufige Fragen
Was ist passives Einkommen?
Warum gilt passives Einkommen durch Immobilien als Illusion?
Welche Alternativen gibt es zu Immobilieninvestitionen?
Wie viel Kapital benötigt man für Immobilieninvestitionen?
Was sind die Risiken von Immobilieninvestitionen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Gerd Kommer über Immobilieninvestitionen · Foto: Monstera Production / Pexels


