⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 16.09.2026
Ethereum und die von Coinbase unterstützte Layer-2-Lösung Base haben ihre Bemühungen um einen gemeinsamen Standard für Krypto-Wallets eingestellt. Diese Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Nutzererfahrung in der Krypto-Welt haben.
- Gespräche über gemeinsamen Wallet-Standard gescheitert.
- Ethereum priorisiert Datenschutz und Sicherheit.
- Base fokussiert sich auf Flexibilität und hohe Transaktionsvolumina.
Ethereum und die von Coinbase unterstützte Layer-2-Lösung Base haben ihre Gespräche über einen gemeinsamen Standard für Krypto-Wallets nach monatelangen Verhandlungen eingestellt. Diese Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Nutzererfahrung in der Krypto-Welt haben, insbesondere für Wallet-Entwickler und Nutzer, die zwischen den beiden Netzwerken wechseln möchten.
Was geschah bei den Verhandlungen?

Die Gespräche zwischen Ethereum und Base zielten darauf ab, einen einheitlichen Standard für die nächste Generation von Krypto-Wallets zu entwickeln. Ziel war es, Wallets so zu gestalten, dass sie sich wie moderne Anwendungen verhalten, was unter anderem die Nutzung von Passkeys zur Anmeldung und die Möglichkeit, Transaktionsgebühren direkt über die Wallet zu bezahlen, umfasst. Diese Vision wurde jedoch durch die unterschiedlichen Prioritäten der beiden Netzwerke behindert.
Ethereum entschied sich für den Vorschlag EIP-8141, der den Fokus auf Datenschutz, Zensurresistenz und Sicherheit legt. Im Gegensatz dazu verfolgt Base mit EIP-8130 einen Ansatz, der Flexibilität für hochvolumige Anwendungen und Compliance-Anforderungen betont. Diese Divergenz führte letztendlich dazu, dass die Entwickler auf beiden Seiten einigten, dass ein Kompromiss zu kostspielig wäre.
Die technischen Unterschiede zwischen EIP-8141 und EIP-8130
EIP-8141, auch bekannt als Frame Transactions, ermöglicht es Nutzern, Transaktionen in „Frames“ zu unterteilen, was eine programmierbare Autorisierung und die Möglichkeit zur Anpassung der Gaszahlungen in den Code integriert. Dies bietet eine höhere Flexibilität, ist jedoch auch komplexer und könnte für Netzwerke mit hohem Transaktionsvolumen weniger geeignet sein.
Im Gegensatz dazu kombiniert EIP-8130 eine neue Transaktionsart mit einem On-Chain-Keystore, der es ermöglicht, dass jede Transaktion den Authentifizierer benennt, der sie validiert. Dies sorgt für vorhersehbare Kosten und ist besonders vorteilhaft für Anwendungen, die auf hohe Transaktionsgeschwindigkeiten angewiesen sind.
Auswirkungen auf Wallet-Entwickler und Nutzer
- Ethereum und Base beenden Gespräche über gemeinsamen Wallet-Standard.
- Ethereum setzt auf EIP-8141, während Base EIP-8130 verfolgt.
- Wallet-Entwickler müssen nun zwei Transaktionsformate unterstützen.
Die Entscheidung, die Gespräche abzubrechen, bedeutet, dass Wallet-Entwickler nun gezwungen sind, zwei unterschiedliche Transaktionsformate zu unterstützen. Dies könnte die Integration erschweren und die Nutzererfahrung beeinträchtigen, da Nutzer möglicherweise zwischen verschiedenen Wallets wechseln müssen, um die gewünschten Funktionen zu nutzen. Entwickler wie MetaMask, Rainbow und WalletConnect stehen vor der Herausforderung, ihre Produkte so anzupassen, dass sie beide Standards unterstützen.
Die Fragmentierung der Wallet-Standards könnte auch zu einer Verwirrung unter den Nutzern führen, die möglicherweise nicht wissen, welche Wallets mit welchen Netzwerken kompatibel sind. Dies könnte die Akzeptanz von Krypto-Wallets insgesamt behindern und die Nutzer dazu veranlassen, sich von der Nutzung von Krypto abzuwenden.
Die wirtschaftlichen Implikationen der Entscheidung
Die Entscheidung von Ethereum und Base hat nicht nur technische, sondern auch wirtschaftliche Implikationen. In einer Zeit, in der die Krypto-Märkte unter Druck stehen und die Regulierung zunimmt, könnte die Fragmentierung der Wallet-Standards das Vertrauen der Nutzer in die Krypto-Ökonomie beeinträchtigen. Investoren und Nutzer könnten zögern, in Krypto zu investieren, wenn sie sich nicht sicher sind, welche Wallets und Standards sie verwenden sollten.
Darüber hinaus könnte die Unfähigkeit, einen gemeinsamen Standard zu entwickeln, die Innovationskraft in der Krypto-Branche bremsen. Wenn verschiedene Netzwerke unterschiedliche Standards verfolgen, könnte dies die Entwicklung neuer Anwendungen und Dienstleistungen behindern, die auf Interoperabilität angewiesen sind.
Was sind die nächsten Schritte für Ethereum und Base?
Ethereum wird EIP-8141 im Rahmen des Hegotá-Upgrades weiterentwickeln, das für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist. Dieses Upgrade wird als entscheidend für die Zukunft von Ethereum angesehen, da es nicht nur die native Account-Abstraktion einführt, sondern auch einen Weg zu postquantenresistenter Authentifizierung schaffen soll.
Base hingegen wird EIP-8130 für seine Cobalt-Upgrade-Pläne vorantreiben, die bereits in der Testphase sind. Dieses Upgrade wird voraussichtlich im September 2026 implementiert. Die beiden Netzwerke scheinen entschlossen, ihre eigenen Wege zu gehen, was die Entwicklung ihrer jeweiligen Technologien betrifft.
Fazit

Die gescheiterten Gespräche zwischen Ethereum und Base über einen gemeinsamen Wallet-Standard verdeutlichen die Herausforderungen, die in der Krypto-Branche bestehen, wenn es um Interoperabilität und Nutzererfahrung geht. Während Ethereum auf Datenschutz und Sicherheit setzt, priorisiert Base Flexibilität und hohe Transaktionsvolumina. Diese Divergenz könnte weitreichende Folgen für Wallet-Entwickler und Nutzer haben und die Innovationskraft in der Krypto-Welt beeinträchtigen.
Häufige Fragen
Was ist der Grund für das Scheitern der Gespräche?
Was sind EIP-8141 und EIP-8130?
Wie beeinflusst dies Wallet-Entwickler?
Was sind die nächsten Schritte für Ethereum und Base?
Welche Auswirkungen hat dies auf die Krypto-Nutzer?
Quellen: Google News
Symbolbild: Ethereum und Base Wallet-Standard Diskussion · Foto: Roger Brown / Pexels


