⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 16.09.2026
Der Markt für Krypto-ETFs in Deutschland entwickelt sich rasant, doch die Möglichkeiten sind begrenzt. Anleger sollten sich über die aktuellen Optionen und steuerlichen Rahmenbedingungen informieren.
- Krypto-ETFs sind in der EU aufgrund der UCITS-Regulierung nicht zugelassen.
- ETNs bieten eine Alternative, sind jedoch Schuldverschreibungen und nicht Sondervermögen.
- Die steuerliche Behandlung variiert je nach Struktur des Produkts.
Der Markt für Krypto-ETFs in Deutschland hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere seit der Zulassung der ersten Bitcoin-ETFs in den USA im Jahr 2024. Dennoch stehen deutsche Anleger vor besonderen Herausforderungen, da echte Krypto-ETFs aufgrund der strengen UCITS-Regulierung nicht zugelassen sind. Stattdessen können sie auf eine Vielzahl von Krypto-ETNs (Exchange Traded Notes) zurückgreifen, die an der Deutschen Börse Xetra gehandelt werden.
Was sind Krypto-ETFs und ETNs?

Krypto-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die die Wertentwicklung von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum abbilden. In Deutschland sind jedoch keine echten Krypto-ETFs zugelassen, da die UCITS-Regulierung eine Diversifikation vorschreibt, die ein reiner Bitcoin-Fonds nicht erfüllen kann. Stattdessen können Anleger in Krypto-ETNs investieren, die als besicherte Schuldverschreibungen fungieren und sich an der Börse wie ETFs handeln lassen.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen Krypto-ETFs und ETNs besteht darin, dass Krypto-ETFs als Sondervermögen gelten und somit im Insolvenzfall des Anbieters geschützt sind. ETNs hingegen sind Schuldverschreibungen, was bedeutet, dass Anleger im Falle einer Insolvenz des Emittenten ihr Investment verlieren können. Viele Krypto-ETNs sind jedoch physisch mit Kryptowährungen hinterlegt, was das Risiko für Anleger verringert.
Steuerliche Aspekte beim Kauf von Krypto-ETNs
Die steuerliche Behandlung von Krypto-ETNs ist ein entscheidender Faktor für Anleger. Gewinne aus Krypto-ETNs unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, was eine Gesamtbelastung von etwa 26,375 % ergibt. Diese Regelung gilt unabhängig von der Haltedauer, was für viele Anleger nachteilig sein kann.
<pAllerdings gibt es eine wichtige Ausnahme: Physisch hinterlegte Krypto-ETNs, die eine Auslieferungsoption bieten, werden steuerlich wie Direktkäufe behandelt. Das bedeutet, dass Anleger nach einer Haltedauer von 12 Monaten von einer steuerfreien Veräußerung profitieren können. Dies ist besonders vorteilhaft für langfristige Anleger, die ihre Gewinne maximieren möchten.
Aktuelle Produkte und Anbieter auf dem Markt
- Krypto-ETFs in Deutschland sind nicht als echte ETFs zugelassen.
- Deutsche Anleger können über 50 Krypto-ETNs auf der Deutschen Börse Xetra handeln.
- Steuersatz für Gewinne aus Krypto-ETNs beträgt 25 % plus Solidaritätszuschlag.
In Deutschland stehen Anlegern über 50 Krypto-ETNs zur Verfügung, die an der Deutschen Börse Xetra gehandelt werden. Wichtige Anbieter sind unter anderem 21Shares, VanEck, CoinShares und die ETC Group. Diese Unternehmen bieten eine Vielzahl von Produkten an, die sich auf unterschiedliche Kryptowährungen und Krypto-Körbe konzentrieren.
Ein Beispiel für ein physisch hinterlegtes Produkt ist das 21Shares Ethereum Staking ETP, das seit 2019 auf dem Markt ist. Es bietet Anlegern die Möglichkeit, von Staking-Erträgen zu profitieren, während sie gleichzeitig in Ethereum investieren. Solche Produkte sind besonders attraktiv für Anleger, die eine passive Einkommensquelle suchen.
Risiken und Herausforderungen beim Investieren in Krypto-ETNs
Obwohl Krypto-ETNs eine interessante Möglichkeit bieten, in den Kryptowährungsmarkt zu investieren, sind sie nicht ohne Risiken. Ein zentrales Risiko besteht in der rechtlichen Unsicherheit, da die steuerliche Behandlung von Krypto-ETNs noch nicht abschließend geklärt ist. Anleger sollten sich bewusst sein, dass sie im Falle einer Insolvenz des Emittenten ihr Investment verlieren können, was bei der Auswahl eines Anbieters berücksichtigt werden sollte.
Ein weiteres Risiko ist die Volatilität der Kryptowährungen selbst. Die Preise können stark schwanken, was zu erheblichen Verlusten führen kann. Daher ist es wichtig, dass Anleger ihre Risikobereitschaft und Anlagestrategie sorgfältig abwägen, bevor sie in Krypto-ETNs investieren.
Fazit: Krypto-ETFs in Deutschland – Eine interessante, aber komplexe Option

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Krypto-ETFs in Deutschland aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen nicht in der Form existieren, wie es in anderen Ländern der Fall ist. Anleger haben jedoch die Möglichkeit, über Krypto-ETNs zu investieren, die eine interessante Alternative darstellen. Es ist jedoch entscheidend, die steuerlichen Aspekte und die damit verbundenen Risiken zu verstehen, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Wer sich für Krypto-ETNs interessiert, sollte sich gründlich über die verschiedenen Produkte und Anbieter informieren und die eigene Anlagestrategie entsprechend anpassen.
Häufige Fragen
Was sind Krypto-ETFs?
Wie kann ich in Deutschland in Krypto investieren?
Wie werden Gewinne aus Krypto-ETNs besteuert?
Was ist der Unterschied zwischen physischen und synthetischen Krypto-ETFs?
Welche Risiken sind mit Krypto-ETNs verbunden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Krypto-ETFs und ihre Möglichkeiten · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels


