⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.06.2026
Die Mietpreisbremse wird von Thomas Aigner als unzureichend für die Lösung der Wohnungsnot in München kritisiert. Er fordert eine grundlegende Neubaupolitik.
- München leidet unter Wohnungsnot und steigenden Mieten.
- Mietpreisbremse schützt bestehende Mieter, schafft aber keine neuen Wohnungen.
- Politische Maßnahmen müssen sich auf Neubau und Eigentumsbildung konzentrieren.
Die Diskussion um die Mietpreisbremse in München hat in den letzten Jahren an Intensität gewonnen, insbesondere angesichts der anhaltenden Wohnungsnot in der bayerischen Landeshauptstadt. Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH, äußert sich kritisch zu den politischen Maßnahmen, die bislang ergriffen wurden, um die Situation zu verbessern. Er betont, dass die Mietpreisbremse, die bis Ende 2029 verlängert wurde, nicht die Lösung für die drängenden Probleme des Münchner Immobilienmarktes darstellt.
Was ist die Mietpreisbremse?

Die Mietpreisbremse ist eine gesetzliche Regelung, die in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten eingeführt wurde, um die Mieten bei Neuvermietungen zu begrenzen. In München, wo die Nachfrage nach Wohnraum seit Jahren steigt, soll diese Maßnahme Mieter vor überhöhten Mietpreisen schützen. Doch Aigner sieht in dieser Regelung lediglich einen kurzfristigen Schutz für bestehende Mieter, während die eigentlichen Ursachen der Wohnungsnot nicht angegangen werden.
Die aktuelle Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt
Die Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt ist angespannt. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt derzeit bei etwa 21,90 Euro pro Quadratmeter, während Neubauwohnungen sogar bei 25,40 Euro pro Quadratmeter kosten. Diese Preissteigerungen sind nicht neu; bereits vor über 30 Jahren wurde in München über explodierende Mieten und zu wenig Neubau diskutiert. Aigner kritisiert, dass sich seitdem wenig geändert hat und die Lage sich nur weiter verschärft hat.
Warum die Mietpreisbremse nicht ausreicht
Aigner argumentiert, dass die Mietpreisbremse zwar Symptome dämpfen kann, jedoch keine neuen Wohnungen schafft. „Die Mietpreisbremse bekämpft nicht die Ursachen, sondern suggeriert Sicherheit“, sagt er. Die Regelung schützt vor allem diejenigen, die bereits eine günstige Wohnung haben, während neue Wohnungssuchende weiterhin mit einer hohen Nachfrage und einem knappen Angebot konfrontiert sind. Dies führt zu einem Markt, der für viele Menschen unerschwinglich bleibt.
Politische Illusionen und notwendige Maßnahmen
- München: Durchschnittliche Nettokaltmiete 21,90 Euro pro Quadratmeter
- Neubauwohnungen: 25,40 Euro pro Quadratmeter
- Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert
Die politische Diskussion um bezahlbares Wohnen wird oft von einfachen Lösungen dominiert. Aigner fordert jedoch eine ehrliche Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Problemen. Er sieht die Notwendigkeit für eine mutigere Baulandpolitik, schnellere Genehmigungsverfahren und eine ernsthafte Diskussion über Eigentumsbildung. „Wer günstige Mieten verspricht, muss auch sagen, wo die Wohnungen entstehen sollen“, betont er. Politisch unbequeme Maßnahmen werden häufig vermieden, was die Situation weiter verschärft.
Die Rolle der Eigentumsbildung
Ein weiterer zentraler Punkt in Aigners Analyse ist die geringe Eigentumsquote in Deutschland. Während in vielen europäischen Ländern Wohneigentum als private Altersvorsorge gilt, bleibt Deutschland traditionell ein Mieterland. In München ist Eigentum für viele Haushalte kaum noch erreichbar. Aigner sieht den Erwerb von Eigentum als wichtigen Baustein für langfristige Unabhängigkeit. Wer früh in München eine Wohnung kaufen konnte, profitiert nicht nur von der Wertentwicklung, sondern auch von einem gewissen Schutz vor steigenden Mieten im Alter.
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft
Die aktuelle Wohnungsnot hat auch gesellschaftliche Auswirkungen. Menschen, die nach München ziehen müssen, um dort zu arbeiten oder zu studieren, stehen vor enormen Herausforderungen. Auch innerhalb der Stadt ist ein Umzug oft mit hohen Kosten verbunden, was die Mobilität der Bevölkerung einschränkt. Aigner zieht eine Parallele zwischen der Wohnungsnot und dem Rentensystem, da beide Themen die Generationengerechtigkeit betreffen. Die ältere Generation profitiert häufig von günstigen Bestandsmieten, während jüngere Menschen in einem Markt mit hohen Mieten und unsicheren Rentenaussichten starten.
Fazit

Die Mietpreisbremse kann kurzfristig Symptome dämpfen, ersetzt jedoch keine umfassende Wohnungsbaupolitik. Um den Immobilienmarkt in München langfristig zu stabilisieren, müssen mehr Wohnungen geschaffen, Investitionen ermöglicht und die Eigentumsbildung erleichtert werden. Aigners kritische Analyse zeigt, dass die politischen Maßnahmen der letzten Jahre nicht ausreichen, um die drängenden Probleme des Münchner Wohnungsmarktes zu lösen.
Häufige Fragen
Was ist die Mietpreisbremse?
Wie hoch sind die Mieten in München aktuell?
Warum ist die Mietpreisbremse nicht ausreichend?
Was sind die Hauptprobleme des Münchner Wohnungsmarktes?
Welche politischen Maßnahmen sind notwendig?
Quellen: Google News
Symbolbild: München: Wohnungsnot und Mietpreisbremse · Foto: Red Nguyen / Pexels


