⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.08.2026
Der Wohnungsmarkt in Deutschland verändert sich: Immer mehr Mietwohnungen werden über persönliche Kontakte vermittelt, anstatt über öffentliche Inserate. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Mietpreise und die Verfügbarkeit von Wohnraum.
- Mundpropaganda wird zur wichtigsten Quelle für Mietwohnungen.
- Die Zahl der online inserierten Mietwohnungen ist stark gesunken.
- Großstädte sind besonders betroffen von der Verknappung des Angebots.
Der Wohnungsmarkt in Deutschland zeigt einen signifikanten Wandel: Immer mehr Mietwohnungen werden nicht mehr über öffentliche Inserate, sondern über persönliche Kontakte vermittelt. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Wohnungen gefunden werden, sondern auch auf die Mietpreise und die Verfügbarkeit von Wohnraum. Laut Walter Eilert, Präsident von Haus & Grund Rheinland Westfalen, finden mittlerweile rund 32% der privat vermieteten Wohnungen über Mundpropaganda oder persönliche Beziehungen einen Nachmieter, ohne dass diese inseriert werden.
Was ist der aktuelle Stand auf dem Wohnungsmarkt?

Die Umfrage des Verbands umfasst mehr als 3.400 Wohnungen privater Vermieter in 82 Städten in Nordrhein-Westfalen. Die Ergebnisse zeigen, dass nur etwa 53% der freien Mietwohnungen online oder in Zeitungen inseriert werden. Dies bedeutet, dass der Großteil der Wohnungen über persönliche Netzwerke oder durch Makler vermittelt wird. Diese Entwicklung ist besonders relevant in Zeiten, in denen die Mietpreise in vielen Städten steigen und die Verfügbarkeit von Wohnraum abnimmt.
Die aktuelle Marktsituation ist durch eine hohe Nachfrage und ein gleichzeitig stark reduziertes Angebot geprägt. Bundesweit liegt die Zahl der Mietinserate weiterhin knapp 12% unter dem Niveau von Anfang 2022. Besonders dramatisch ist die Situation in Großstädten wie Hamburg, wo das Mietangebot um 57% gesunken ist. Diese Verknappung des Angebots hat direkte Auswirkungen auf die Mietpreise, die in vielen Regionen weiter steigen.
Die Rolle von Mundpropaganda und persönlichen Kontakten
Die Bedeutung von persönlichen Kontakten bei der Wohnungssuche kann nicht unterschätzt werden. Laut einer Umfrage haben 97% der Wohnungssuchenden in den letzten fünf Jahren auf Informationen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zurückgegriffen. Dies zeigt, dass persönliche Netzwerke eine entscheidende Rolle bei der Suche nach Wohnraum spielen. In einer Zeit, in der die Konkurrenz um Mietwohnungen groß ist, können persönliche Empfehlungen den entscheidenden Vorteil bringen.
Zusätzlich zu den persönlichen Kontakten beauftragen 15% der Vermieter Makler mit der Vermietung. Diese Wohnungen werden häufig nicht inseriert, da Makler Listen mit Interessenten führen. Dies verstärkt die Tendenz, dass viele Wohnungen nicht öffentlich angeboten werden, was die Suche für potenzielle Mieter weiter erschwert.
Die Auswirkungen auf die Mietpreise
- 32% der Wohnungen werden über persönliche Kontakte vermietet.
- 12% weniger Mietinserate als Anfang 2022.
- In Hamburg ist das Mietangebot um 57% gesunken.
Die Verknappung des Angebots und die hohe Nachfrage führen dazu, dass die Mietpreise in vielen Städten weiter steigen. Die Angebotsmieten entwickeln sich in einem Umfeld, in dem die Zahl der verfügbaren Wohnungen sinkt. Dies hat zur Folge, dass Mieter zunehmend unter Druck geraten, da sie oft höhere Preise für weniger Auswahl zahlen müssen. Die Situation wird durch die schwache Bautätigkeit weiter verschärft, die nur wenig zusätzliches Angebot schafft.
Die Mietpreisentwicklung wird durch die regelmäßig veröffentlichten Statistiken über die Angebotsmieten in den Online-Portalen beeinflusst. Diese Statistiken können jedoch ein verzerrtes Bild der Marktlage liefern, da sie sich nur auf die inserierten Wohnungen stützen. Der Verband Haus & Grund Rheinland Westfalen weist darauf hin, dass die tatsächliche Marktsituation komplexer ist und die Mietpreisbremse nicht auf den veröffentlichten Statistiken basieren sollte.
Die Zukunft des Wohnungsmarktes
Die aktuelle Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt wirft Fragen zur zukünftigen Marktentwicklung auf. Die Kombination aus hoher Nachfrage, sinkendem Angebot und der zunehmenden Bedeutung von persönlichen Kontakten könnte langfristig zu einer weiteren Verknappung des Wohnraums führen. Dies könnte insbesondere für einkommensschwächere Haushalte problematisch werden, die Schwierigkeiten haben, geeigneten Wohnraum zu finden.
Die Politik steht vor der Herausforderung, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Dazu gehört nicht nur die Schaffung neuer Wohnräume, sondern auch die Unterstützung von Initiativen, die den Zugang zu Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten erleichtern.
Fazit

Der Wohnungsmarkt in Deutschland befindet sich in einem Wandel, der durch die zunehmende Bedeutung von persönlichen Kontakten und die Verknappung des Angebots geprägt ist. Diese Entwicklungen haben direkte Auswirkungen auf die Mietpreise und die Verfügbarkeit von Wohnraum. Um die Situation zu verbessern, sind sowohl politische Maßnahmen als auch ein Umdenken in der Wohnungssuche erforderlich. Die Suche nach einer Wohnung wird zunehmend zu einer Frage der persönlichen Netzwerke, was die Dynamik des Marktes nachhaltig beeinflusst.
Häufige Fragen
Wie viele Wohnungen werden über persönliche Kontakte vermietet?
Wie hat sich das Mietangebot in Deutschland entwickelt?
Welche Rolle spielen Makler bei der Wohnungssuche?
Warum ist das Mietangebot in Großstädten so stark gesunken?
Wie beeinflusst die aktuelle Marktentwicklung die Mietpreise?
Quellen: Google News
Symbolbild: Persönliche Kontakte im Wohnungsmarkt · Foto: Gustavo Fring / Pexels


