⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.09.2026
Inmitten der Wohnungsnot in München hat ein 90-Jähriger beschlossen, sein wertvolles Grundstück im Stadtteil Hadern einer Stiftung zu schenken, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
- Otto Gugger verschenkt Grundstück im Wert von 10 Millionen Euro.
- 27 neue Wohnungen sollen für Bedürftige entstehen.
- Stiftung ‚Daheim im Viertel‘ übernimmt das Projekt.
In der bayerischen Landeshauptstadt München ist die Wohnungsnot ein drängendes Problem. Die Mietpreise steigen kontinuierlich, und viele Menschen haben Schwierigkeiten, ein bezahlbares Zuhause zu finden. In diesem Kontext hat der 90-jährige Otto Gugger eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: Er verschenkt sein Grundstück im Wert von rund zehn Millionen Euro an die Stiftung ‚Daheim im Viertel‘, um dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Wer ist Otto Gugger?

Otto Gugger ist ein gebürtiger Münchner, der sein ganzes Leben in dem Haus im Stadtteil Großhadern verbracht hat. Als Architekt hat er nicht nur ein tiefes Verständnis für die Baukunst, sondern auch für die sozialen Herausforderungen, die mit dem Wohnungsmarkt verbunden sind. Gugger, der selbst keine Kinder hat, sieht in der Schenkung seines Grundstücks eine Möglichkeit, etwas von dem, was er über Jahrzehnte aufgebaut hat, an die Gemeinschaft zurückzugeben. Er möchte, dass Menschen, die es sich nicht leisten können, in München zu wohnen, ein Zuhause finden.
Was geschah mit dem Grundstück?
Das 3.000 Quadratmeter große Grundstück, das Gugger seiner Stiftung überlassen hat, wird nun als Grundlage für ein neues Wohnprojekt dienen. Die Stiftung ‚Daheim im Viertel‘ hat sich zum Ziel gesetzt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Anstatt das Grundstück zu verkaufen und die Erlöse zu nutzen, hat Gugger entschieden, es der Stiftung zu schenken, um sicherzustellen, dass die Wohnungen nicht dem freien Markt überlassen werden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Spekulation mit Immobilien zu verhindern und die Mieten auf einem tragbaren Niveau zu halten.
Warum ist bezahlbarer Wohnraum in München wichtig?
Die Mietpreise in München sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2025 kostete eine unmöblierte Neubauwohnung im Schnitt fast 26 Euro pro Quadratmeter. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass viele Menschen, selbst mit einem höheren Einkommen, Schwierigkeiten haben, eine angemessene Wohnung zu finden. Die Schenkung von Otto Gugger ist ein Zeichen gegen diese Entwicklung und zeigt, dass es auch alternative Wege gibt, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken.
Die Rolle der Stiftung ‚Daheim im Viertel‘
- Alter des Spenders: 90 Jahre
- Wert des Grundstücks: 10 Millionen Euro
- Geplante Wohnungen: 27
- Baubeginn: 2027
- Erster Einzug: 2029
Die Stiftung ‚Daheim im Viertel‘ hat sich darauf spezialisiert, bezahlbaren Wohnraum zu sichern und zu schaffen. Sie sucht aktiv nach Menschen, die bereit sind, ihre Immobilien zu verschenken oder zu einem deutlich günstigeren Preis zu verkaufen. Durch die Übernahme von Guggers Grundstück kann die Stiftung sicherstellen, dass die neuen Wohnungen nicht verkauft werden und die Mieten dauerhaft unter dem Marktpreis bleiben. Dies ist besonders wichtig, da die Stiftung plant, die Wohnungen für verschiedene Zielgruppen, darunter Pflegekräfte, Studierende und Familien, anzubieten.
Finanzierung des Projekts
Die Finanzierung des Neubauprojekts ist eine Herausforderung, da die Baukosten in München hoch sind. Die Stiftung ist auf Spenden angewiesen, um die Kosten für den Bau der 27 Wohnungen zu decken. Je mehr Geld die Stiftung erhält, desto günstiger kann sie die Mieten gestalten. Experten schätzen, dass die Mieten für die neuen Wohnungen etwa 13 Euro pro Quadratmeter betragen könnten, was fast die Hälfte der aktuellen Neubaumieten in München ist.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
Die Entscheidung von Otto Gugger könnte weitreichende Auswirkungen auf den Münchner Immobilienmarkt haben. Experten warnen vor einer Spaltung der Mieten zwischen Neumieten und Bestandsmieten. Gugger’s Ansatz könnte als Vorbild für andere Immobilienbesitzer dienen, die ebenfalls darüber nachdenken, wie sie ihren Besitz sinnvoll nutzen können, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken. Die Schenkung zeigt, dass es auch in einem von Spekulation geprägten Markt möglich ist, soziale Verantwortung zu übernehmen.
Fazit

Otto Guggers Entscheidung, sein Grundstück in München zu verschenken, ist ein bemerkenswerter Schritt in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird. Durch die Unterstützung der Stiftung ‚Daheim im Viertel‘ wird nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch ein Zeichen gegen die Spekulation auf dem Immobilienmarkt gesetzt. Dieses Projekt könnte als Modell für ähnliche Initiativen in anderen Städten dienen und zeigt, dass es auch in der Immobilienbranche Möglichkeiten gibt, soziale Verantwortung zu übernehmen.
Häufige Fragen
Wer ist Otto Gugger?
Was plant die Stiftung ‚Daheim im Viertel‘?
Warum ist bezahlbarer Wohnraum in München wichtig?
Wann sollen die neuen Wohnungen fertiggestellt werden?
Wie wird das Projekt finanziert?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bezahlbarer Wohnraum in München schaffen · Foto: Dagmar Michalsky / Pexels


