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Immobilien: Millennials und Gen Z setzen auf

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.09.2026

Die Immobilienlandschaft in Deutschland verändert sich: Millennials und Gen Z setzen zunehmend auf Bestandsimmobilien und Modernisierungen, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Junge Käufer bevorzugen ältere Immobilien.
  • Hohe Zinsen und steigende Preise belasten den Markt.
  • Modernisierungsbudgets sind bei Käufern weit verbreitet.

Die Immobilienlandschaft in Deutschland steht vor einem Wandel, insbesondere durch die Kaufentscheidungen von Millennials und der Generation Z. Diese beiden Gruppen sehen sich mit steigenden Preisen, hohen Zinsen und strengen Bankanforderungen konfrontiert, was den Erwerb von Wohneigentum zu einer großen finanziellen Herausforderung macht. Dennoch zeigt eine aktuelle Studie des Immobilienfinanzierungsvermittlers Europace, dass sich junge Käufer nicht vom Markt abwenden, sondern ihre Strategien anpassen.

Junge Käufer setzen auf Bestandsimmobilien
Symbolbild: Junge Käufer setzen auf Bestandsimmobilien · Foto: Vitaly Gariev / Pexels

Die Analyse von Europace zeigt, dass Millennials und Gen Z zunehmend ältere Bestandsimmobilien in den Fokus rücken. Bei den unter 25-Jährigen entfielen 35,2 Prozent der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H, die als die schwächsten gelten. Im Vergleich dazu lag der Anteil bei den 26- bis 30-Jährigen bei 32,3 Prozent und bei den 31- bis 36-Jährigen bei 31,2 Prozent. Dies verdeutlicht, dass junge Käufer bereit sind, Kompromisse einzugehen, um in die eigenen vier Wände zu gelangen.

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„Der Druck aus dem Mietmarkt und der Wunsch, in die eigenen vier Wände zu ziehen, sind nach wie vor hoch“, erklärt Stefan Münter, Vorstand und Co-CEO von Europace. Die Entscheidung, ältere Immobilien zu kaufen, wird oft durch die finanziellen Rahmenbedingungen diktiert. Neubauten sind für viele junge Käufer schlichtweg nicht erschwinglich, weshalb sie auf Bestandsimmobilien zurückgreifen.

Finanzierung und Modernisierung: Ein neuer Ansatz

Ein bemerkenswerter Trend ist, dass junge Käufer bei der Finanzierung häufig den Sanierungsbedarf bereits einplanen. Rund ein Drittel der Käufe der bis zu 36-Jährigen beinhaltete ein Modernisierungsbudget. Bei den unter 25-Jährigen lag dieser Anteil bei 34,3 Prozent, bei den 26- bis 30-Jährigen bei 35,1 Prozent und bei den 31- bis 36-Jährigen bei 34,8 Prozent. Die geplanten Summen für Modernisierungen bewegen sich im Median zwischen 40.000 und 48.000 Euro, was zeigt, dass junge Käufer bereit sind, in die Zukunft ihrer Immobilien zu investieren.

Besonders ausgeprägt ist die Sanierungsabsicht bei den energetisch schlechtesten Objekten. In der Energieeffizienzklasse H planten etwa 63 bis 64 Prozent der Käufer in allen drei Altersgruppen ein Modernisierungsbudget ein. Dies zeigt, dass die junge Generation nicht nur an einem Kauf interessiert ist, sondern auch aktiv an der Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Immobilien arbeitet.

Die Herausforderungen des Immobilienmarktes

Fakten auf einen Blick

  • 35,2% der unter 25-Jährigen kaufen Immobilien der Energieeffizienzklassen F, G oder H.
  • Durchschnittliches Kaufbudget 2026: 384.000 Euro.
  • Nur 5,7% der 30- bis 44-Jährigen können sich ein Eigenheim leisten.

Die wirtschaftliche Unsicherheit und die hohen Zinsen stellen jedoch erhebliche Hürden dar. Laut der Interhyp-Leistbarkeitsstudie geben 70 Prozent der Befragten an, dass die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage den Immobilienkauf erschwert. Zudem beschreiben 39 Prozent den Immobilienmarkt als „überdreht“ oder „überhitzt“. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass viele Kaufinteressierte ihre Pläne überdenken oder sogar verschieben.

Die Erschwinglichkeit von Wohneigentum ist im Zeitvergleich deutlich gesunken. 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Erwerb von Wohneigentum heute schwieriger ist als noch vor zehn Jahren. Die Bauzinsen, die aktuell bei etwa 4 Prozent liegen, beeinflussen die Kaufüberlegungen stark und führen zu höheren monatlichen Raten, die viele potenzielle Käufer abschrecken.

Eigenkapital und Kaufnebenkosten

Ein zentrales Problem für junge Käufer ist der Eigenkapitalanteil, der aufgebracht werden muss, bevor überhaupt ein Kredit beantragt werden kann. Laut dem LBS-empirica-Erschwinglichkeitsbarometer können sich nur 5,7 Prozent der 30- bis 44-Jährigen in Deutschland ein Eigenheim leisten. Durchschnittlich müssen junge Haushalte etwa 131.000 Euro auf der hohen Kante haben, bevor sie mit einer Bank über eine Finanzierung sprechen können. Dies ist ein Anstieg im Vergleich zu 2010, als dieser Wert noch bei 57.000 Euro lag.

Die hohen Kaufnebenkosten, die Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklergebühren umfassen, tragen ebenfalls zur finanziellen Belastung bei. Diese Kosten sind in Relation zum Kaufpreis der Immobilie gestiegen, was die Einstiegshürden für junge Käufer weiter erhöht.

Die Rolle von Bestandsimmobilien im aktuellen Markt

Die Entscheidung, ältere Immobilien zu kaufen, erfolgt nicht aus einer Vorliebe für alte Bausubstanz, sondern vielmehr aus finanziellen Überlegungen. Immobilien der Energieeffizienzklasse A+ kosten im Median rund 465.000 Euro, während Objekte der Klasse D etwa 257.000 Euro kosten. Die Preisunterschiede sind erheblich und machen ältere Immobilien für viele Käufer attraktiver.

Die jüngste Käufergruppe finanziert Immobilien, die im Durchschnitt aus dem Jahr 1963 stammen. Diese Objekte sind häufig nicht auf dem neuesten Stand der Technik, was die Notwendigkeit von Modernisierungen unterstreicht. Dennoch sind sie für viele junge Käufer die einzige Möglichkeit, in den Immobilienmarkt einzutreten.

Fazit

Junge Käufer setzen auf Bestandsimmobilien
Symbolbild: Junge Käufer setzen auf Bestandsimmobilien · Foto: Monstera Production / Pexels

Die Trends beim Eigenheimkauf zeigen, dass Millennials und Gen Z trotz der Herausforderungen des Marktes aktiv nach Lösungen suchen. Die Fokussierung auf Bestandsimmobilien und die Bereitschaft, in Modernisierungen zu investieren, sind klare Indikatoren für ein verändertes Kaufverhalten. Angesichts der hohen Zinsen und der wirtschaftlichen Unsicherheit bleibt abzuwarten, wie sich der Markt weiter entwickeln wird und welche Strategien junge Käufer in Zukunft verfolgen werden.

Häufige Fragen

Warum kaufen Millennials und Gen Z ältere Immobilien?
Ältere Immobilien sind oft günstiger als Neubauten, was sie für Käufer mit begrenztem Einkommen attraktiver macht. Zudem planen viele Käufer, diese Immobilien durch Modernisierungen zukunftsfähig zu machen.
Wie hoch ist das durchschnittliche Kaufbudget für junge Käufer?
Das durchschnittliche Kaufbudget für 2026 liegt bei etwa 384.000 Euro, was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Was sind die häufigsten Energieeffizienzklassen bei Käufen von jungen Käufern?
Bei Käufern unter 25 Jahren entfallen 35,2% der finanzierten Immobilien auf die Energieeffizienzklassen F, G oder H, die als die schwächsten gelten.
Wie viel Eigenkapital benötigen junge Käufer für den Immobilienkauf?
Laut aktuellen Studien müssen junge Haushalte im Durchschnitt etwa 131.000 Euro Eigenkapital aufbringen, um ein Finanzierungsgespräch zu führen.
Welche Rolle spielen Bauzinsen beim Eigenheimkauf?
Die Entwicklung der Bauzinsen hat einen erheblichen Einfluss auf die Kaufüberlegungen vieler Käufer. Aktuell liegen die Zinsen bei etwa 4%, was die monatlichen Raten erhöht und viele potenzielle Käufer verunsichert.

Quellen: Google News

Symbolbild: Junge Käufer setzen auf Bestandsimmobilien · Foto: Valentin Ivantsov / Pexels

Sebastian Stehle
Sebastian Stehlehttps://finanz-echo.de
Sebastian Stehle beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Aktien- und Kapitalmärkten. Bei Finanz-Echo schreibt er über Börsentrends, Unternehmenszahlen und wirtschaftliche Entwicklungen und legt dabei Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern eine solide Grundlage für eigene Entscheidungen zu geben – ohne reißerische Versprechen.
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