⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026
Analysen zeigen, dass der S&P 500 in Zwischenwahljahren oft schwächelt. Droht Anlegern ein klassischer Sommer-Rücksetzer?
- Der S&P 500 zeigt in Midterm-Jahren eine negative Sommerentwicklung.
- Juni und September sind die schwächsten Monate im Wahlzyklus.
- Historische Daten belegen eine erhöhte Volatilität in Wahljahren.
In den letzten Wochen haben sich die Blicke der Anleger verstärkt auf die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA gerichtet. Historische Daten zeigen, dass der S&P 500 in Midterm-Jahren oft schwächelt, insbesondere in den Sommermonaten. Dies wirft die Frage auf: Steht uns ein klassischer Sommer-Einbruch bevor?
Was sind Zwischenwahlen und wie beeinflussen sie den Aktienmarkt?

Zwischenwahlen sind Wahlen, die in der Mitte einer Präsidentschaftsperiode stattfinden, um Sitze im US-Kongress zu wählen. Diese Wahlen haben einen signifikanten Einfluss auf die politische Landschaft und können somit auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen. Historisch gesehen zeigen die Aktienmärkte in diesen Jahren oft schwächere Renditen als in anderen Jahren des Vier-Jahres-Wahlzyklus. Laut einer Analyse von CNBC liegt die durchschnittliche Jahresrendite in Midterm-Jahren zwischen 6 und 8 Prozent, während Post-Wahljahre Renditen von etwa 10 bis 14 Prozent erzielen.
Das Sommer-Muster im S&P 500
Eine detaillierte Analyse des S&P 500 zeigt, dass der Index zwischen Ende April und Ende September in Midterm-Jahren im Schnitt um 2,76 Prozent fällt. Im Gegensatz dazu verzeichnet der Index in Post-Wahljahren im gleichen Zeitraum einen Anstieg von durchschnittlich 3,64 Prozent. Diese saisonalen Muster sind für Anleger von großer Bedeutung, da sie die Marktpsychologie und die Risikobereitschaft beeinflussen können.
Die schwächsten Monate: Juni und September
Die monatliche Aufschlüsselung der Renditen zeigt, dass Juni historisch der schlechteste Monat in Midterm-Jahren ist. Eine quantitative Auswertung der letzten elf Midterm-Jahre seit 1982 zeigt, dass der S&P 500 im Juni im Durchschnitt um 1,72 Prozent fällt. Auch im September ist der Rückgang mit durchschnittlich 1,78 Prozent signifikant. Diese Monate sind geprägt von Unsicherheit und erhöhter Volatilität, was sich negativ auf die Anlegerstimmung auswirkt.
Volatilität und Unsicherheit vor den Wahlen
- Durchschnittlicher Rückgang des S&P 500 in Midterm-Jahren: -2,76%
- Juni und September sind historisch schwache Monate für den S&P 500.
- In den letzten Midterm-Jahren fiel der S&P 500 2022 um 18%.
Die Volatilität in Midterm-Jahren ist historisch höher, was auf die Unsicherheit über die politischen Mehrheiten im Kongress zurückzuführen ist. Diese Unsicherheit führt oft zu verschobenen Investitionsentscheidungen und einer zurückhaltenderen Positionierung institutioneller Anleger. Die jüngsten Midterms haben dieses Muster bestätigt: Im Jahr 2022 fiel der S&P 500 um rund 18 Prozent, was die Schwäche in diesen Jahren verdeutlicht. Solche extremen Rückgänge sind nicht die Regel, aber sie zeigen, wie stark politische Ereignisse die Märkte beeinflussen können.
Ausreißer und ihre Auswirkungen
Einige Jahre haben das Muster der Midterm-Jahre stark geprägt. Beispielsweise fiel der S&P 500 im Jahr 1974 während der Ölpreiskrise um mehr als 32 Prozent. Solche Ausreißer können die durchschnittlichen Renditen verzerren und sollten von Anlegern berücksichtigt werden. Dennoch bleibt das Muster der schwachen Sommermonate bestehen, was für die Planung von Investitionsstrategien entscheidend ist.
Strategien für Anleger in Midterm-Jahren
Anleger sollten sich der saisonalen Muster bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen. Ein defensiver Ansatz könnte sinnvoll sein, insbesondere in den Monaten Juni und September, die historisch gesehen schwach sind. Eine Möglichkeit, sich abzusichern, besteht darin, Portfolios in erwarteten Drawdown-Phasen defensiver aufzustellen. Dies kann durch eine stärkere Diversifikation oder den Einsatz von Optionsprämien geschehen.
Fazit: Vorbereitung auf den Sommer-Rücksetzer

Die bevorstehenden Zwischenwahlen und die damit verbundene Unsicherheit könnten zu einem klassischen Sommer-Rücksetzer im Aktienmarkt führen. Historische Daten zeigen, dass der S&P 500 in Midterm-Jahren oft schwächelt, insbesondere in den Monaten Juni und September. Anleger sollten sich dieser Muster bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen, um potenzielle Verluste zu minimieren und Chancen zu nutzen.
Häufige Fragen
Was sind Zwischenwahlen?
Wie beeinflussen Zwischenwahlen den Aktienmarkt?
Welche Monate sind für den S&P 500 in Midterm-Jahren am schwächsten?
Wie stark fiel der S&P 500 in den letzten Midterm-Jahren?
Was sollten Anleger in Midterm-Jahren beachten?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Analyse des Aktienmarktes in Wahljahren · Foto: RDNE Stock project / Pexels


