⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.09.2026
Ab Juli 2026 können Investoren in Deutschland bis zu 30.000 Euro für den Umbau von leerstehenden Gewerbeimmobilien in Wohnraum erhalten. Dieses neue Förderprogramm bietet eine bedeutende Chance, den Wohnraummangel zu bekämpfen und gleichzeitig die energetische Sanierung voranzutreiben.
- Neues Förderprogramm startet am 1. Juli 2026.
- Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit.
- 300 Millionen Euro stehen für 2026 zur Verfügung.
Ab dem 1. Juli 2026 startet in Deutschland das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“, das Investoren die Möglichkeit bietet, bis zu 30.000 Euro für den Umbau von leerstehenden Gewerbeimmobilien in Wohnraum zu erhalten. Angesichts des anhaltenden Wohnraummangels in vielen Städten ist dies ein entscheidender Schritt, um sowohl die Wohnsituation zu verbessern als auch die energetische Sanierung voranzutreiben.
Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“?

Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ wurde vom Bundesbauministerium ins Leben gerufen, um die Umnutzung von Gewerbeimmobilien zu fördern. Ziel ist es, aus nicht zu Wohnzwecken genutzten, beheizten Gebäuden neue Wohneinheiten zu schaffen. Dies geschieht durch einen direkten Zuschuss von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 100.000 Euro pro Wohneinheit. Damit können Investoren bis zu 30.000 Euro für jede neu geschaffene Wohneinheit erhalten.
Insgesamt stehen für das Jahr 2026 300 Millionen Euro zur Verfügung, um diese Initiative zu unterstützen. Die Förderung ist nicht nur ein finanzieller Anreiz, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Leerstands in vielen Städten und zur Schaffung lebendiger Nachbarschaften.
Wer kann die Förderung beantragen?
Antragsberechtigt sind alle Investoren, die nicht zu Wohnzwecken genutzte Immobilien umbauen möchten. Dazu zählen sowohl natürliche als auch juristische Personen, Unternehmen, Kommunen und sogar Selbstnutzer. Diese breite Antragsberechtigung ermöglicht es einer Vielzahl von Akteuren, von der Förderung zu profitieren und aktiv zur Schaffung neuen Wohnraums beizutragen.
Die Förderung ist besonders attraktiv für Investoren, die in städtischen Gebieten tätig sind, wo der Bedarf an Wohnraum besonders hoch ist. Durch die Umnutzung von leerstehenden Gewerbeimmobilien können nicht nur neue Wohnungen geschaffen werden, sondern auch bestehende Strukturen erhalten und aufgewertet werden.
Welche Anforderungen müssen erfüllt werden?
Um die Förderung zu erhalten, müssen die umgebauten Wohneinheiten bestimmte energetische Standards erfüllen. Die neu geschaffenen Wohnungen müssen mindestens das Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ erreichen. Für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten spezielle Regelungen, die ebenfalls eine energetische Sanierung vorsehen.
Zusätzlich ist es erforderlich, dass durch den Umbau mindestens eine neue Wohneinheit geschaffen wird. Dies stellt sicher, dass die Förderung tatsächlich zur Schaffung von neuem Wohnraum beiträgt und nicht lediglich bestehende Strukturen erweitert oder verändert werden.
Wie wird die Förderung beantragt?
- Förderstart: 1. Juli 2026
- Zuschuss: bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Gesamtbudget: 300 Millionen Euro für 2026
Die Beantragung der Förderung erfolgt direkt über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Interessierte Investoren müssen ihren Antrag vor Beginn der Umbaumaßnahmen stellen. Der Vorhabenbeginn wird definiert als der Abschluss eines Liefer- und Leistungsvertrags, der mit der Ausführung der Maßnahme in Verbindung steht. Planungs- und Beratungsleistungen können jedoch bereits vor der Antragstellung erbracht werden.
Nach Abschluss des Umbaus müssen die Investoren Nachweise über die durchgeführten Maßnahmen sowie das erreichte energetische Niveau einreichen. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach positiver Prüfung dieser Nachweise durch die KfW.
Finanzielle Aspekte und Kombination mit anderen Förderungen
Die Förderung von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit ist ein erheblicher Anreiz für Investoren, die in den Wohnungsbau investieren möchten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Förderung auf 300.000 Euro pro Unternehmen innerhalb von drei Jahren begrenzt ist, gemäß der europäischen De-minimis-Verordnung. Dies bedeutet, dass Investoren, die bereits andere staatliche Förderungen in Anspruch genommen haben, die Gesamtsumme der Fördermittel im Auge behalten müssen.
Die Kosten für die energetische Sanierung der Wohneinheiten sind nicht Teil der förderfähigen Ausgaben für das Programm „Gewerbe zu Wohnen“. Hier können jedoch andere Förderprogramme, wie die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“, in Anspruch genommen werden, um die finanziellen Belastungen weiter zu reduzieren.
Langfristige Nutzung der geförderten Wohneinheiten
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Förderprogramms ist die Verpflichtung zur langfristigen Nutzung der geförderten Wohneinheiten. Nach Abschluss des Umbaus müssen diese für mindestens zehn Jahre zu Wohnzwecken genutzt werden. Dies stellt sicher, dass die geförderten Maßnahmen tatsächlich zur Verbesserung der Wohnsituation beitragen und nicht nur kurzfristige Lösungen darstellen.
Diese Regelung fördert nicht nur die Schaffung von Wohnraum, sondern trägt auch zur Stabilität der Nachbarschaften bei, indem sie sicherstellt, dass die neuen Wohnungen langfristig bewohnt werden und somit zur Belebung der Umgebung beitragen.
Fazit

Das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ stellt eine bedeutende Initiative dar, um den Wohnraummangel in Deutschland zu bekämpfen und gleichzeitig die energetische Sanierung voranzutreiben. Mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit und einem Gesamtbudget von 300 Millionen Euro für 2026 bietet das Programm Investoren eine attraktive Möglichkeit, in den Wohnungsbau zu investieren. Die Anforderungen an die energetische Effizienz und die langfristige Nutzung der geförderten Einheiten tragen dazu bei, dass diese Initiative nicht nur kurzfristige Lösungen bietet, sondern auch langfristig positive Auswirkungen auf die Wohnsituation in Deutschland hat.
Häufige Fragen
Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“?
Wer kann die Förderung beantragen?
Welche Anforderungen müssen erfüllt werden?
Wie hoch ist die Gesamtförderung pro Unternehmen?
Wie lange müssen die geförderten Wohneinheiten genutzt werden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Umbau von Gewerbe zu Wohnraum · Foto: Valentin Ivantsov / Pexels


