⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 25.08.2026
Die Linke und die Grünen fordern die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Deutschland, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und erhebliche Einnahmen zu generieren.
- Finanztransaktionssteuer soll bei 0,1 Prozent liegen
- Einnahmen könnten für Investitionen in erneuerbare Energien genutzt werden
- Ökonomen äußern Bedenken zur Wirksamkeit der Steuer
Die Diskussion um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Deutschland hat in den letzten Tagen an Fahrt aufgenommen. Die Linke und die Grünen fordern vehement die Einführung dieser Steuer, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und erhebliche Einnahmen für den Staat zu generieren. Diese Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU-Verhandlungen über eine gemeinsame Lösung ins Stocken geraten sind.
Was ist eine Finanztransaktionssteuer?

Eine Finanztransaktionssteuer ist eine Abgabe, die beim Kauf und Verkauf von Finanzinstrumenten wie Aktien, Anleihen und Derivaten erhoben wird. Ziel dieser Steuer ist es, Spekulationen an den Finanzmärkten zu reduzieren und gleichzeitig Einnahmen für den Staat zu generieren. Befürworter argumentieren, dass eine solche Steuer nicht nur zur Stabilität der Finanzmärkte beiträgt, sondern auch eine gerechtere Verteilung der Steuerlast ermöglicht.
Die Forderungen der Linken und Grünen
In einem aktuellen Positionspapier betonen die Linke und die Grünen die Dringlichkeit der Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Deutschland. Christian Görke, der finanzpolitische Sprecher der Linken, hebt hervor, dass die Steuer mit einem Satz von 0,1 Prozent eingeführt werden sollte. Dies sei notwendig, um den Hochfrequenzhandel zu regulieren, der in Millisekunden Tausende von Transaktionen durchführt und enorme Summen bewegt. Görke fordert zudem eine deutschlandweite Übergangslösung, solange eine EU-weite Einigung ausbleibt.
Die Grünen unterstützen diese Initiative ebenfalls und sehen die Finanztransaktionssteuer als Schritt zur Steuergerechtigkeit. Karoline Otte, Mitglied im Finanzausschuss des Bundestags, betont, dass die Steuer vor allem von denjenigen gezahlt werden sollte, die viel Geld auf dem Aktienmarkt bewegen. Dies könnte dazu beitragen, die Steuerlast gerechter zu verteilen und gleichzeitig die Finanzmärkte zu stabilisieren.
Erwartete Einnahmen und Investitionsmöglichkeiten
- Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent
- Schätzungen zufolge könnten Einnahmen zwischen 18 und 44 Milliarden Euro generiert werden
- Unterstützung durch Linke, Grüne und DGB
Die Schätzungen über die möglichen Einnahmen aus einer Finanztransaktionssteuer sind erheblich. Laut einem Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2015 könnte die Steuer in Deutschland Einnahmen zwischen 18 und 44 Milliarden Euro generieren. Diese Mittel könnten für dringend benötigte Investitionen in erneuerbare Energien und den Ausbau der Infrastruktur, wie beispielsweise den Schienenverkehr, verwendet werden. Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, hebt hervor, dass diese Einnahmen dazu beitragen könnten, die Realwirtschaft zu stärken und den Druck auf den Bundeshaushalt zu verringern.
Kritik und Skepsis von Ökonomen
Trotz der Unterstützung durch die Linke und die Grünen gibt es auch kritische Stimmen zur Finanztransaktionssteuer. Ökonomen wie Stefan Bach vom DIW äußern Bedenken, dass die intendierten Wirkungen der Steuer, wie die Stabilisierung der Finanzmärkte, nicht klar belegt sind. Bach warnt, dass die Steuer die Liquidität der Märkte verringern und somit Effizienznachteile verursachen könnte. Zudem sei unklar, ob die Steuer tatsächlich die Superreichen stärker belasten würde als besserverdienende Kleinanleger.
Der Stand der EU-Verhandlungen
Die Diskussion um die Finanztransaktionssteuer ist nicht neu und wird seit der Finanzkrise von 2008 immer wieder aufgegriffen. Auf EU-Ebene konnten jedoch bislang keine Einigungen erzielt werden. Während Länder wie Frankreich und Italien nationale Modelle eingeführt haben, bleibt Deutschland ohne eine solche Steuer. Die Linke und die Grünen fordern nun, dass die Bundesregierung endlich aktiv wird und die im Koalitionsvertrag festgelegte Unterstützung für die Finanztransaktionssteuer umsetzt.
Fazit

Die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer wird von der Linken und den Grünen als notwendig erachtet, um die Finanzmärkte zu stabilisieren und erhebliche Einnahmen zu generieren. Während die Schätzungen über die möglichen Einnahmen vielversprechend sind, bleibt die Skepsis von Ökonomen nicht unbeachtet. Die Diskussion um die Steuer wird weiterhin von der Frage begleitet, wie eine gerechte Verteilung der Steuerlast in der Gesellschaft aussehen kann. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob und wie die Bundesregierung auf diese Forderungen reagiert.
Häufige Fragen
Was ist eine Finanztransaktionssteuer?
Warum fordern die Linke und die Grünen diese Steuer?
Wie hoch soll die Steuer sein?
Welche Einnahmen werden durch die Steuer erwartet?
Gibt es auch kritische Stimmen zur Finanztransaktionssteuer?
Quellen: Google News
Symbolbild: Finanztransaktionssteuer und ihre Auswirkungen · Foto: https://kaboompics.com/ / Pexels


