⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026
Im zweiten Quartal 2026 verzeichnen die Immobilienpreise in Deutschland einen Anstieg von 1,0% für Bestandswohnungen. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und die wirtschaftliche Lage.
- Bestandswohnungen verteuern sich um 1,0%
- Neubauwohnungen erreichen wieder das Preisniveau von 2022
- Stabile Bauzinsen unterstützen die Nachfrage
Im zweiten Quartal 2026 zeigen die Immobilienpreise in Deutschland eine bemerkenswerte Stabilität, insbesondere im Segment der Bestandswohnungen. Laut dem aktuellen ImmoScout24 WohnBarometer sind die Angebotspreise für Bestandswohnungen um 1,0% gestiegen und liegen nun bei durchschnittlich 2.645 Euro pro Quadratmeter. Dies stellt einen Anstieg von 3,9% im Jahresvergleich dar, was den zweithöchsten Jahrespreisanstieg seit der Zinswende 2022 markiert.
Was sind die aktuellen Trends auf dem Immobilienmarkt?

Die Preisdynamik auf dem Immobilienmarkt wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Ein zentraler Aspekt ist das knappe Angebot an Wohnraum, das den Preisanstieg begünstigt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) prognostiziert für 2026 einen Preisanstieg von rund drei Prozent. Dies ist besonders relevant, da der Neubaubedarf nur zu etwa 58 Prozent gedeckt wird. Im Jahr 2025 wurden lediglich rund 206.600 neue Wohnungen fertiggestellt, was einem Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Entwicklung der Bauzinsen. Diese haben sich von ihrem Tiefstand bei rund 3,15% in Richtung 4% bewegt, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen könnte. Der Kaufkraftindex zeigt, dass die finanzierbaren Quadratmeter deutlich gesunken sind, was die Nachfrage in den kommenden Monaten beeinflussen könnte.
Preisentwicklung in den Metropolen
Unter den acht größten deutschen Metropolen verzeichnen Hamburg und München die stärksten Preiszuwächse im zweiten Quartal 2026. Hamburg zeigt einen Anstieg von 0,9% auf 5.400 Euro pro Quadratmeter, während München mit einem Anstieg von 0,7% auf 8.346 Euro pro Quadratmeter folgt. Diese beiden Städte gehören bereits zu den teuersten Wohnungsmärkten Deutschlands.
Im Gegensatz dazu entwickeln sich die Kaufpreise in Berlin und Düsseldorf verhaltener, mit einem Anstieg von jeweils 0,3%. Köln hingegen weist mit 5,2% die stärkste Preisentwicklung im Jahresvergleich auf, gefolgt von Leipzig mit 4,7% und Berlin mit 4,6%.
Die Rolle der Energieeffizienz
- Preisanstieg für Bestandswohnungen: 1,0%
- Durchschnittspreis für Bestandswohnungen: 2.645 Euro pro Quadratmeter
- Neubauwohnungen erreichen Preisniveau von 2022: 4.168 Euro pro Quadratmeter
Ein wachsender Anteil des Angebots besteht aus energetisch unsanierten Objekten. Aktuell entfallen 32 Prozent der Einfamilienhäuser auf die Energieeffizienzklassen G und H. Vor zehn Jahren waren es noch 25 Prozent. Bei einer jährlichen Sanierungsrate von lediglich 0,67 Prozent bleibt der Gebäudebestand eine zentrale Baustelle. Diese Entwicklung könnte langfristig die Marktpreise beeinflussen, da Käufer zunehmend Wert auf die Energieeffizienz legen.
Politische Diskussionen und Marktreaktionen
Die hohen Preise und der geringe Neubau befeuern die politische Debatte. Der BVR fordert steuerliche Entlastungen wie Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer für junge Familien und Selbstnutzer. In der Politik wird zudem ein bundesweiter Mietpreisdeckel diskutiert, um die steigenden Mieten zu regulieren. Diese Maßnahmen könnten potenziell die Nachfrage nach Immobilien beeinflussen und somit die Preisentwicklung auf dem Markt steuern.
Im Mai 2026 lag der durchschnittliche Verhandlungsspielraum bei 5,8 Prozent, was einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Köln sticht mit einem Preisnachlass von 8,2 Prozent als Spitzenreiter hervor, während in Hamburg immerhin 6,1 Prozent möglich sind. In Leipzig hingegen lag der Verhandlungsspielraum im Mai bei null Prozent, was die Preisdynamik in dieser Stadt besonders herausfordernd macht.
Ausblick auf die zukünftige Preisentwicklung
Die Stabilität des Kaufmarktes ist besonders bemerkenswert, da sie trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten auftritt. Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24, betont, dass die stabilen Bauzinsen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung der Nachfrage spielen. Diese Stabilität ist sowohl in den Metropolen als auch im ländlichen Raum zu beobachten, was auf ein anhaltendes Interesse an Immobilien hinweist.
Dennoch könnten steigende Finanzierungskosten und eine sinkende Leistbarkeit die zukünftige Preisentwicklung beeinflussen. Die Europäische Zentralbank hat im Juni 2026 den Einlagenzins angehoben, was die Finanzierungskosten weiter erhöhen könnte. Diese Entwicklungen könnten dazu führen, dass die Preisdynamik auf dem Immobilienmarkt in den kommenden Monaten nachlässt, obwohl die Nachfrage nach Immobilien nach wie vor stark bleibt.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienpreise im zweiten Quartal 2026 eine bemerkenswerte Stabilität zeigen, insbesondere bei Bestandswohnungen, die um 1,0% gestiegen sind. Die Nachfrage bleibt stark, unterstützt durch stabile Bauzinsen, während die Preisentwicklung in den Metropolen und ländlichen Regionen unterschiedliche Dynamiken aufweist. Dennoch könnten steigende Finanzierungskosten und eine sinkende Leistbarkeit die zukünftige Preisentwicklung beeinflussen.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Preise für Bestandswohnungen im Q2 2026?
Was sind die Hauptgründe für den Preisanstieg?
Wie entwickeln sich die Preise für Neubauwohnungen?
Welche Städte verzeichnen die höchsten Preisanstiege?
Wie beeinflussen steigende Bauzinsen den Immobilienmarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktuelle Trends auf dem Immobilienmarkt · Foto: Artful Homes / Pexels


