StartGeldanlage & ETFsAusfallrisiko bei iBonds ETFs: Rendite versus Sicherheit

Ausfallrisiko bei iBonds ETFs: Rendite versus Sicherheit

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026

Die Wahl zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds ETFs stellt Anleger vor die Herausforderung, zwischen höherer Rendite und größerem Ausfallrisiko zu entscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • High-Yield-iBonds bieten höhere Renditen, aber auch mehr Risiko.
  • Investment-Grade-iBonds gelten als stabiler und planbarer.
  • Das Kreditrating der Anleihen ist entscheidend für die Rendite.

Die Entscheidung, in iBonds ETFs zu investieren, ist für viele Anleger eine Herausforderung, da sie zwischen höheren Renditen und einem signifikanten Ausfallrisiko abwägen müssen. Insbesondere die Unterscheidung zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds spielt eine entscheidende Rolle bei der Einschätzung der potenziellen Erträge und Risiken. Diese beiden Kategorien von Anleihen bieten unterschiedliche Renditen und Sicherheitsniveaus, was sie zu einem wichtigen Thema für Investoren macht, die sich mit den aktuellen Trends an den Finanzmärkten auseinandersetzen.

Was sind iBonds ETFs?

Analyse der iBonds ETFs und deren Ausfallrisiko
Symbolbild: Analyse der iBonds ETFs und deren Ausfallrisiko · Foto: Jessica Lewis 🦋 thepaintedsquare / Pexels

iBonds ETFs sind spezielle börsengehandelte Fonds, die in Anleihen investieren und eine festgelegte Laufzeit sowie einen definierten Rückzahlungstermin bieten. Diese Struktur ermöglicht es Anlegern, von der Diversifikation eines Fonds zu profitieren, während sie gleichzeitig die Sicherheit einer einzelnen Anleihe erhalten. Am Ende der Laufzeit erhalten die Anleger ihr Kapital zurück, sofern die enthaltenen Anleihen nicht ausfallen. Dies macht das Kreditrating der Anleihen zu einem zentralen Faktor für die Rendite und das Risiko.

Unterschiede zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds

Innerhalb der iBonds-Produktwelt von BlackRock iShares gibt es zwei grundlegend verschiedene Kategorien: High-Yield-iBonds und Investment-Grade-iBonds. High-Yield-iBonds bieten im Vergleich zu ihren Investment-Grade-Pendants eine deutlich höhere laufende Rendite, tragen jedoch auch ein erheblich höheres Ausfallrisiko. Laut der „Annual Global Corporate Default And Rating Transition Study“ von S&P Global Ratings liegt die Ausfallrate im High-Yield-Segment bei etwa 4% pro Jahr, während sie im Investment-Grade-Bereich auf lediglich 0,03% sinkt. Diese Diskrepanz ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein strukturelles Merkmal, das Anleger bei ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.

Das Ausfallrisiko und seine Auswirkungen auf die Rendite

Fakten auf einen Blick

  • Ausfallrate High-Yield: 4% pro Jahr
  • Ausfallrate Investment-Grade: 0,03% pro Jahr
  • Über 50% des High-Yield-Portfolios in CCC- und B-Ratings

Das Ausfallrisiko ist ein entscheidender Faktor, der die Endrendite von iBonds ETFs beeinflusst. Bei High-Yield-iBonds ist das Risiko eines Ausfalls signifikant höher, was sich direkt auf die Rendite auswirkt. Im iShares iBonds 2029 Term High Yield and Income ETF entfallen fast 16% des Portfolios auf CCC-bewertete Anleihen, während weitere knapp 40% auf B-Ratings entfallen. Dies bedeutet, dass über 50% des Portfolios in einem Bonitätsbereich investiert sind, in dem Ausfälle historisch keine Seltenheit sind. Im Gegensatz dazu sind Investment-Grade-iBonds historisch als stabiler und planbarer bekannt, was sie für risikoaverse Anleger attraktiver macht.

Die Rolle des Kreditratings

Das Kreditrating ist entscheidend für die Einschätzung des Ausfallrisikos. Ratingagenturen wie S&P Global Ratings sortieren das Ausfallrisiko sehr zuverlässig. Fast alle tatsächlichen Ausfälle eines Jahres entfallen auf Emittenten, die unmittelbar vor dem Ausfall im sehr schwachen Bonitätsbereich lagen. Investment-Grade-Emittenten, die zu Jahresbeginn noch als solide eingestuft waren, fallen so gut wie nie aus. Diese Stabilität macht Investment-Grade-iBonds zu einer bevorzugten Wahl für Anleger, die eine planbare Rückzahlung anstreben.

Marktfaktoren und ihre Auswirkungen auf die Rendite

Die Marktfaktoren, die die Rendite von iBonds ETFs beeinflussen, sind vielfältig. Bei Investment-Grade-Anleihen dominieren Marktfaktoren wie Liquiditätsprämien die Spreadbewegungen, was auf eine strukturell stabilere Preisfindung hindeutet. Im Gegensatz dazu werden Credit Spreads bei Anleihen mit schlechterer Bonität stärker von der tatsächlichen Ausfallwahrscheinlichkeit getrieben. Dies bedeutet, dass Anleger, die in High-Yield-iBonds investieren, sich nicht nur auf die versprochene Rendite verlassen können, sondern auch die realen Risiken berücksichtigen müssen, die mit diesen Anleihen verbunden sind.

Fazit

Analyse der iBonds ETFs und deren Ausfallrisiko
Symbolbild: Analyse der iBonds ETFs und deren Ausfallrisiko · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die Wahl zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds ETFs ist eine Entscheidung, die Anleger sorgfältig abwägen sollten. Während High-Yield-iBonds höhere Renditen bieten, gehen sie auch mit einem signifikanten Ausfallrisiko einher. Investment-Grade-iBonds hingegen gelten als stabiler und planbarer, was sie für risikoaverse Anleger attraktiver macht. Das Kreditrating der Anleihen spielt eine zentrale Rolle bei der Einschätzung der potenziellen Rendite und des Risikos. Anleger sollten sich der Unterschiede bewusst sein und ihre Entscheidungen entsprechend treffen.

Häufige Fragen

Was sind iBonds ETFs?
iBonds ETFs sind börsengehandelte Fonds, die in Anleihen investieren und eine festgelegte Laufzeit sowie einen definierten Rückzahlungstermin bieten.
Was ist der Unterschied zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds?
High-Yield iBonds bieten höhere Renditen, tragen jedoch ein höheres Ausfallrisiko, während Investment-Grade iBonds als stabiler gelten.
Wie hoch ist das Ausfallrisiko bei High-Yield iBonds?
Die Ausfallrate bei High-Yield iBonds liegt bei etwa 4% pro Jahr, was ein signifikantes Risiko für Anleger darstellt.
Warum ist das Kreditrating wichtig?
Das Kreditrating gibt Aufschluss über die Bonität der Anleihen und ist entscheidend für die Einschätzung des Ausfallrisikos und der potenziellen Rendite.
Wie beeinflussen Marktfaktoren die Rendite von iBonds?
Bei Investment-Grade-Anleihen dominieren Liquiditätsprämien, während bei High-Yield-Anleihen die tatsächliche Ausfallwahrscheinlichkeit die Rendite stärker beeinflusst.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Analyse der iBonds ETFs und deren Ausfallrisiko · Foto: Alex Luna / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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