⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026
Die Wahl zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs beeinflusst maßgeblich die Rendite und das Ausfallrisiko. Dieser Artikel beleuchtet die entscheidenden Unterschiede.
- High-Yield-iBonds bieten höhere Renditen, tragen aber mehr Risiko.
- Investment-Grade-iBonds gelten als stabiler und sicherer.
- Das Kreditrating ist entscheidend für die Endrendite.
Die Entscheidung zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs ist für Anleger von zentraler Bedeutung, insbesondere in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Unsicherheiten geprägt ist. Am 2. Juli 2026 wurde in einer Analyse von S&P Global Ratings deutlich, dass die Ausfallrisiken bei High-Yield-Anleihen erheblich höher sind als bei Investment-Grade-Papieren. Diese Erkenntnis hat weitreichende Implikationen für die Renditeerwartungen von Anlegern, die sich zwischen diesen beiden Anleiheklassen entscheiden müssen.
Was sind iBonds ETFs?

iBonds ETFs sind spezielle börsengehandelte Fonds, die ein diversifiziertes Portfolio von Anleihen mit festem Fälligkeitsdatum halten. Diese Fonds kombinieren die Vorteile von Anleihen und Fonds, indem sie Anlegern ermöglichen, in eine Vielzahl von Anleihen zu investieren, ohne jede einzelne Anleihe analysieren zu müssen. Bei Fälligkeit erhalten die Anleger ihr Kapital zurück, sofern die enthaltenen Anleihen nicht ausfallen. Genau dieser Vorbehalt macht das Kreditrating der enthaltenen Anleihen zur zentralen Größe.
Unterschiede zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds
Innerhalb der iBonds-Produktwelt von Black Rock iShares gibt es zwei grundlegend verschiedene Kategorien: ETFs, die ausschließlich Investment-Grade-Anleihen enthalten, also Papiere mit hoher Bonität, und solche, die auf High-Yield-Anleihen setzen, also auf Schuldtitel von Unternehmen mit niedrigerem Rating. Beide Kategorien haben eine definierte Laufzeit und einen festgelegten Auflösungstermin. Doch unter dieser gemeinsamen Struktur liegen grundlegend verschiedene Risikoniveaus.
Das Ausfallrisiko ist bei High-Yield-Anleihen strukturell erheblich höher als bei Investment-Grade-Papieren. Laut der „Annual Global Corporate Default And Rating Transition Study“ von S&P Global Ratings lag die Ausfallrate im Speculative-Grade-Bereich zuletzt bei knapp vier Prozent pro Jahr, während sie im Investment-Grade-Segment auf rund 0,03 Prozent sank. Diese Diskrepanz ist keine Momentaufnahme, sondern ein strukturelles Merkmal.
Die Rolle des Kreditratings
- Ausfallrate High-Yield-Anleihen: 4% pro Jahr
- Ausfallrate Investment-Grade-Anleihen: 0,03% pro Jahr
- Über 50% des iShares iBonds 2029 Term High Yield Portfolios in CCC- und B-Ratings
Ratingagenturen sortieren das Ausfallrisiko dabei sehr zuverlässig: Fast alle tatsächlichen Ausfälle eines Jahres entfallen auf Emittenten, die unmittelbar vor dem Ausfall im sehr schwachen Bonitätsbereich lagen. Investment-Grade-Emittenten, die zu Jahresbeginn noch als solide eingestuft waren, fallen so gut wie nie aus. Im iShares iBonds 2029 Term High Yield and Income ETF entfallen dem BlackRock-Factsheet zufolge fast sechzehn Prozent des Portfolios auf CCC-bewertete Anleihen, weitere knapp vierzig Prozent auf B-Ratings. Zusammen genommen sind also über fünfzig Prozent des Portfolios in einem Bonitätsbereich investiert, in dem Ausfälle historisch keine Seltenheit sind.
Warum die Mehrrendite nicht einfach Mehrertrag bedeutet
High-Yield-iBonds bieten im Vergleich zu Investment-Grade-Varianten jedoch eine deutlich höhere laufende Rendite. Der iShares iBonds 2029 Term High Yield and Income ETF wies zuletzt eine 30-Day-SEC-Rendite von mehr als sieben Prozent auf, während der iShares iBoxx Investment Grade Corporate Bond ETF eine von gut fünf Prozent aufwies. Diese Renditedifferenz ist konzeptionell als Risikoprämie zu verstehen: ein Aufschlag, den der Markt für die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Ausfällen und Kapitalverlusten zahlt.
Die historische jährliche Ausfallrate im High-Yield-Segment von rund dreieinhalb bis vier Prozent kann so einen substanziellen Teil der Mehrrendite aufzehren, insbesondere wenn die Verwertungsquote im Falle des Ausfalls niedrig ausfällt. Anleger müssen sich bewusst sein, dass die höhere Rendite von High-Yield-iBonds die Vergütung für reale Ausfallrisiken ist, die mit diesen Anleihen verbunden sind.
Strategische Überlegungen für Anleger
Für Anleger, die iBonds nutzen wollen, ergibt sich aus dem Vergleich eine klare Orientierungsgrundlage. Investment-Grade-iBonds bieten eine weitgehend verlässliche Kapitalrückgabe am Laufzeitende, verbunden mit einem moderaten laufenden Ertrag. Das strukturelle Ausfallrisiko ist historisch vernachlässigbar gering. High-Yield-iBonds versprechen einen höheren laufenden Ertrag, tragen aber ein Ausfallrisiko, das die versprochene Rendite spürbar reduzieren kann.
Das iBonds-Konzept eignet sich grundsätzlich für den Aufbau gestaffelter Fälligkeiten, bei dem Rückzahlungen in verschiedenen Jahren planbar werden. Dieser Ansatz funktioniert umso zuverlässiger, je geringer das Ausfallrisiko im gewählten Segment ist. Wer eine möglichst planbare Rückzahlung anstrebt, sollte die Bonität der enthaltenen Anleihen deshalb nicht als Nebeninformation behandeln, sondern als zentralen Parameter der Entscheidung.
Fazit

Die Wahl zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs ist entscheidend für die Rendite und das Risiko eines Portfolios. Während High-Yield-iBonds höhere Renditen bieten, sind sie auch mit einem signifikant höheren Ausfallrisiko verbunden. Anleger sollten daher die Bonität der enthaltenen Anleihen sorgfältig prüfen und ihre individuelle Risikobereitschaft in die Entscheidungsfindung einbeziehen.
Häufige Fragen
Was sind iBonds ETFs?
Was ist der Unterschied zwischen High-Yield und Investment-Grade iBonds?
Wie hoch ist die Ausfallrate bei High-Yield-Anleihen?
Warum ist das Kreditrating wichtig?
Wie kann ich in iBonds ETFs investieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Analyse von iBonds ETFs und deren Renditen · Foto: Valmir Zanellato / Pexels


