⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 20.07.2026
Jedes Jahr verschenken Millionen Arbeitnehmer bis zu 40 Euro monatlich, die ihnen zustehen. Vermögenswirksame Leistungen (VL) bieten eine einfache Möglichkeit, zusätzliches Geld anzulegen.
- Arbeitgeber zahlen bis zu 40 Euro monatlich
- Fehlende Nachfrage führt zu Verlusten
- Staatliche Zulagen erhöhen die Rendite
Jedes Jahr verschenken Millionen Arbeitnehmer in Deutschland bis zu 40 Euro monatlich, die ihnen zustehen. Diese Summe wird als vermögenswirksame Leistungen (VL) bezeichnet und stellt eine attraktive Möglichkeit dar, zusätzliches Geld anzulegen. Doch viele wissen nicht, dass sie Anspruch auf diese Leistungen haben oder lassen das Geld in unattraktiven Sparverträgen versauern. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie von vermögenswirksamen Leistungen profitieren können und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind zusätzliche Zahlungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern gewähren können. Diese Zahlungen sind gesetzlich auf maximal 40 Euro pro Monat gedeckelt und können in verschiedene Sparverträge fließen. Arbeitnehmer haben oft Anspruch auf diese Leistungen, ohne dass sie dafür einen eigenen Beitrag leisten müssen. Das bedeutet, dass sie durch eine einfache Nachfrage bei ihrem Arbeitgeber Geld erhalten können, das sie sonst verschenken würden.
Die Höhe der vermögenswirksamen Leistungen kann je nach Tarif- oder Arbeitsvertrag variieren. Während im öffentlichen Dienst oft nur geringe Beträge gezahlt werden, können Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie oder im Bankgewerbe die vollen 40 Euro erhalten. Es lohnt sich also, die eigenen Vertragsbedingungen zu prüfen und gegebenenfalls aktiv nachzufragen.
Warum verschenken Arbeitnehmer Geld?
Ein häufiges Problem ist, dass viele Arbeitnehmer nicht wissen, dass ihnen vermögenswirksame Leistungen zustehen. Oft bleibt das Geld ungenutzt, weil die Mitarbeiter nicht aktiv nachfragen. Dies führt dazu, dass jährlich Millionen Euro in den Betrieben liegen bleiben. Hochgerechnet auf sechs Jahre Ansparzeit eines klassischen VL-Vertrags summiert sich der Arbeitgeberanteil auf knapp 2.900 Euro, ohne dass der Arbeitnehmer einen einzigen Cent aus eigener Tasche beigetragen hat.
Ein weiterer Fehler, den viele Arbeitnehmer machen, ist die Wahl eines unattraktiven Sparvertrags. In der Vergangenheit war der Bausparvertrag die gängige Wahl für VL, doch dieser bietet oft nur niedrige Guthabenzinsen und hohe Abschlussgebühren. Das geschenkte Geld vom Arbeitgeber liegt dann zwar an, arbeitet aber kaum für den Arbeitnehmer.
Wie funktioniert die staatliche Zulage?
- Maximal 40 Euro monatlich vom Arbeitgeber
- 480 Euro jährlich durch vermögenswirksame Leistungen
- Einkommensgrenze für staatliche Zulage: 40.000 Euro
Bei vermögenswirksamen Leistungen kommen zwei Geldquellen zusammen, die man sauber trennen sollte. Die erste ist der Arbeitgeberbeitrag, also das eigentliche Geschenk, und die zweite ist die Arbeitnehmersparzulage, ein zusätzlicher staatlicher Zuschuss. Bei einem Fonds- oder ETF-Sparplan gibt es 20 Prozent auf maximal 400 Euro im Jahr, was bis zu 80 Euro jährlich vom Staat obendrauf bedeutet. Diese Zulage ist besonders attraktiv, da sie die Rendite erheblich steigern kann.
Die Einkommensgrenze für die staatliche Zulage liegt seit 2024 bei 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Euro für zusammen veranlagte Paare. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht das Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid maßgeblich ist. Daher kann es sein, dass Arbeitnehmer trotz eines höheren Bruttogehalts nicht automatisch von der Zulage ausgeschlossen sind.
Fehler vermeiden: Tipps für Arbeitnehmer
Die Laufzeit eines VL-Vertrags
Ein VL-Vertrag hat in der Regel eine Laufzeit von sieben Jahren, die sich in eine Ansparphase von sechs Jahren und ein Ruhejahr unterteilt. In der Ansparphase wird das Geld eingezahlt, während im Ruhejahr das Guthaben lediglich liegt. Nach Ablauf dieser Zeit können die Arbeitnehmer frei über ihr Geld verfügen. Es ist wichtig, sich über die genauen Bedingungen des Vertrags zu informieren, um keine finanziellen Nachteile zu erleiden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vermögenswirksame Leistungen eine hervorragende Möglichkeit sind, zusätzliches Geld zu erhalten und für die Zukunft vorzusorgen. Arbeitnehmer sollten sich aktiv informieren und die Chancen nutzen, die ihnen zustehen.
Fazit

Vermögenswirksame Leistungen bieten Arbeitnehmern eine einfache Möglichkeit, zusätzliches Geld zu erhalten, das sie sonst verschenken würden. Durch eine aktive Nachfrage bei ihrem Arbeitgeber und die Wahl einer geeigneten Anlageform können sie von den Vorteilen dieser Leistungen profitieren. Es ist wichtig, sich über die eigenen Rechte und Möglichkeiten zu informieren, um die finanziellen Vorteile optimal zu nutzen.
Häufige Fragen
Was sind vermögenswirksame Leistungen?
Wie kann ich von vermögenswirksamen Leistungen profitieren?
Welche Anlageformen sind für VL geeignet?
Wie hoch ist die staatliche Zulage für VL?
Was passiert nach der Ansparphase eines VL-Vertrags?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Arbeitnehmer profitieren von vermögenswirksamen Leistungen · Foto: www.kaboompics.com / Pexels


