⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 14.09.2026
Eine neue Studie zeigt alarmierende Ergebnisse zur finanziellen Bildung junger Erwachsener in Deutschland. Jeder dritte Befragte kann grundlegende Finanzfragen nicht korrekt beantworten.
- Jeder dritte junge Erwachsene hat Lücken im Finanzwissen.
- Die Inflationsrate wird häufig überschätzt.
- Finanzielle Bildung ist entscheidend für die Altersvorsorge.
Eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Omniquest im Auftrag von Gold.de zeigt alarmierende Ergebnisse zur finanziellen Bildung junger Erwachsener in Deutschland. Jeder dritte Befragte im Alter von 16 bis 35 Jahren kann grundlegende Finanzfragen nicht korrekt beantworten. Dies wirft Fragen zur finanziellen Zukunft dieser Generation auf, insbesondere im Hinblick auf die Altersvorsorge und Geldanlage.
Was sind die häufigsten Wissenslücken?

Die Studie zeigt, dass 32% der jungen Erwachsenen höchstens eine von drei einfachen Finanzfragen richtig beantworten können. Besonders gravierend sind die Wissenslücken bei grundlegenden Begriffen. Ein Viertel der Befragten kann nicht erklären, was der Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt ist. In einem Land mit den zweithöchsten Steuern und Abgaben unter den OECD-Staaten ist dies alarmierend.
Ein weiteres Beispiel für mangelndes Finanzwissen ist die Einschätzung der Inflationsrate. Nur 52% der Befragten kennen den damaligen Wert von 2,8% korrekt oder annähernd. 40% überschätzen die Teuerungsrate deutlich, was auf ein unzureichendes Verständnis der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinweist. Diese Wissenslücken können gravierende Folgen für die finanzielle Planung junger Menschen haben.
Die Rolle der finanziellen Bildung
Finanzielle Bildung ist entscheidend für die wirtschaftliche Sicherheit junger Menschen. Korbinian G. Penzkofer, Geschäftsführer der Adeos Media GmbH, betont, dass finanzielle Bildung mit darüber entscheidet, wie sicher junge Menschen später wirtschaftlich aufgestellt sind. Die Studie zeigt, dass 27% der Befragten aktuell kein Geld anlegen, was die Notwendigkeit einer frühzeitigen Aufklärung unterstreicht.
Die Ursachen für das mangelnde Finanzwissen liegen weniger im Bildungssystem. Nur 9,8% der Befragten geben an, das meiste über Geld in der Schule gelernt zu haben. Stattdessen haben sich 34,7% ihr Wissen selbst angeeignet, während 30,5% es von ihren Eltern erhalten haben. Social Media spielt mit 19% ebenfalls eine Rolle, jedoch ist dies nicht ausreichend, um die Wissenslücken zu schließen.
Die Kluft zwischen Wissen und Anwendung
- 32% der 16- bis 35-Jährigen beantworten höchstens eine von drei Finanzfragen richtig.
- 40% überschätzen die Inflationsrate.
- 27% der jungen Erwachsenen legen kein Geld an.
Obwohl 72% der Befragten Gold als Investment kennen, nutzen es nur gut ein Fünftel. Bei Immobilien liegt die Bekanntheit bei 72,6%, der Besitz jedoch nur bei 12,5%. Kryptowährungen sind 71,6% bekannt, aber nur 22,6% nutzen sie aktiv. Diese Diskrepanz zwischen Wissen und tatsächlicher Anwendung zeigt, dass viele junge Erwachsene zwar über Finanzprodukte informiert sind, jedoch nicht in der Lage sind, diese effektiv zu nutzen.
Die Unsicherheit spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung wider. Lediglich 27% der Befragten bewerten ihr eigenes Finanzwissen als „eher gut“ oder „sehr gut“. Dies deutet darauf hin, dass viele junge Menschen sich der Bedeutung finanzieller Bildung bewusst sind, jedoch nicht über das nötige Wissen verfügen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Die Bedeutung der Altersvorsorge
Die OECD warnt vor einem mangelnden Bewusstsein für die Altersvorsorge. Nur 52% der Erwerbstätigen sind zuversichtlich, gut für das Alter vorzusorgen. Obwohl 90% aktiv Geld zurücklegen, besitzen nur 18% Anlageprodukte. Dies ist besorgniserregend, da die finanzielle Sicherheit im Alter zunehmend von der Eigenverantwortung abhängt.
Die Herausforderungen der Altersvorsorge werden durch den demografischen Wandel und die Veränderungen der Alterssicherungssysteme verstärkt. Die Einführung von Altersvorsorgedepots ab 2027, die Investitionen in staatlich geförderte Vorsorgeverträge ermöglichen, könnte eine Lösung darstellen. Dennoch ist ein Mindestmaß an Finanzkompetenz erforderlich, um die Vorteile dieser neuen Produkte zu nutzen.
Fazit

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass es in Deutschland einen dringenden Bedarf an finanzieller Bildung gibt, insbesondere für junge Erwachsene. Die Lücken im Finanzwissen können langfristige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Sicherheit und die Altersvorsorge haben. Es ist entscheidend, dass Aufklärung frühzeitig beginnt und nicht allein den sozialen Medien überlassen wird. Nur durch gezielte Bildungsmaßnahmen kann die finanzielle Kompetenz junger Menschen gestärkt werden, um sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.
Häufige Fragen
Warum ist Finanzwissen wichtig für junge Erwachsene?
Was sind die häufigsten Wissenslücken bei jungen Erwachsenen?
Wie können junge Erwachsene ihr Finanzwissen verbessern?
Welche Rolle spielt Social Media in der finanziellen Bildung?
Wie steht es um die Altersvorsorge junger Menschen in Deutschland?
Quellen: Google News
Symbolbild: Junge Erwachsene lernen über Finanzen · Foto: Mikhail Nilov / Pexels


