⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.07.2026
Der Frankfurter Büromarkt zeigt eine klare Tendenz: Während die Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen in zentralen Lagen ungebrochen bleibt, sinken die Durchschnittsmieten.
- Nachfrage konzentriert sich auf Premiumflächen in besten Lagen.
- Spitzenmieten erreichen mit 55 Euro pro Quadratmeter neuen Höchstwert.
- Marktaktiver Leerstand steigt auf 11,6 Prozent.
Der Frankfurter Büromarkt zeigt sich im Jahr 2026 als ein spannendes Feld für Investoren und Unternehmen. Trotz einer allgemeinen Marktsituation, die von Unsicherheiten geprägt ist, bleibt die Nachfrage nach Büroflächen in den teuersten Lagen der Stadt stark. Insbesondere im Central Business District (CBD) sind Unternehmen bereit, hohe Mieten zu zahlen, um in diesen gefragten Bereichen präsent zu sein.
Was ist der aktuelle Stand des Frankfurter Büromarktes?

Die Spitzenmieten im Frankfurter Bürovermietungsmarkt haben mit 55 Euro pro Quadratmeter einen neuen Höchstwert erreicht. Dies ist ein Anstieg von 1,70 Euro im Vergleich zum vorherigen Quartal. Die Nachfrage konzentriert sich dabei auf moderne, ESG-konforme Premiumflächen in zentralen Lagen, während die Durchschnittsmiete auf 28,20 Euro pro Quadratmeter gesunken ist. Diese Entwicklung zeigt, dass die Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen ungebrochen ist, während ältere Immobilien und Flächen in weniger zentralen Lagen zunehmend schwerer zu vermieten sind.
Die Leerstandsquote ist im zweiten Quartal 2026 auf 11,6 Prozent gestiegen, was einen Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal darstellt. Dies deutet darauf hin, dass der Markt für ältere Bürogebäude unter Druck steht, während die Nachfrage nach neuen, modernen Flächen weiterhin hoch bleibt. Der marktaktive Leerstand beträgt derzeit rund 1,32 Millionen Quadratmeter, was auf eine stagnierende Entwicklung im Bereich der Vermietungen hinweist.
Die Rolle der KfW-Förderung
Ein wichtiger Aspekt, der die Entwicklung des Frankfurter Büromarktes beeinflussen könnte, ist die KfW-Förderung, die seit Juli 2026 die Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum unterstützt. Diese Maßnahme könnte dazu führen, dass nicht mehr funktionierende Gewerbestandorte in Wohnraum umgewandelt werden, was die Verfügbarkeit von Büroflächen weiter beeinflussen könnte. Der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft bezeichnet diese Förderung als wichtigen Anreiz, um die Umwandlung zu erleichtern.
Die Bauaufsicht in Frankfurt hat bereits von einem Anstieg der Anfragen für solche Konversionen berichtet. Dies könnte langfristig zu einer Verknappung von Büroflächen führen, insbesondere in den weniger gefragten Lagen, während die Nachfrage in den zentralen Lagen weiterhin stark bleibt.
Marktentwicklung und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
- Spitzenmiete: 55 Euro pro Quadratmeter
- Durchschnittsmiete: 28,20 Euro pro Quadratmeter
- Leerstandsquote: 11,6 Prozent
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Frankfurter Büromarktes. Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und die fragile konjunkturelle Lage haben dazu geführt, dass viele Unternehmen zurückhaltend bei der Anmietung neuer Büroflächen sind. Dies zeigt sich auch in den Halbjahreszahlen, die den Flächenumsatz auf dem niedrigsten Stand seit 2020 verzeichnen.
Im ersten Halbjahr 2026 wurde ein Flächenumsatz von 150.300 Quadratmetern registriert, was rund 30 Prozent unter den mittel- und langfristigen Vergleichswerten liegt. Die Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen bleiben die umsatzstärkste Nachfragegruppe, jedoch ist der Abstand zu anderen Branchen geringer als in den Vorjahren. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage gleichmäßiger über die Branchen verteilt ist, was die Abhängigkeit von großen Abschlüssen verringert.
Die Zukunft des Frankfurter Büromarktes
Die Zukunft des Frankfurter Büromarktes bleibt ungewiss. Während die Nachfrage nach Premiumflächen in zentralen Lagen weiterhin stark ist, könnte die steigende Leerstandsquote und die sinkenden Durchschnittsmieten auf eine bevorstehende Marktkorrektur hindeuten. Die Fertigstellung neuer Büroflächen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken, insbesondere in den gefragten Lagen.
Die Fertigstellungspipeline zeigt, dass für 2026 rund 118.000 Quadratmeter Bürofläche avisiert sind, von denen jedoch nur etwa 55.000 Quadratmeter zur Anmietung verfügbar sind. Dies könnte zu einem weiteren Anstieg der Spitzenmieten führen, da die Nachfrage nach hochwertigen Flächen in den zentralen Lagen weiterhin hoch bleibt.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Frankfurter Büromarkt trotz der Herausforderungen, die durch wirtschaftliche Unsicherheiten und steigende Leerstände entstehen, weiterhin eine hohe Nachfrage nach Premiumflächen in zentralen Lagen aufweist. Die KfW-Förderung könnte langfristig die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum fördern, was die Verfügbarkeit von Büroflächen weiter beeinflussen könnte. Unternehmen und Investoren sollten die Entwicklungen auf diesem Markt genau beobachten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Spitzenmieten in Frankfurt?
Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Büroflächen in Frankfurt?
Was ist die Leerstandsquote im Frankfurter Büromarkt?
Wie beeinflusst die KfW-Förderung den Büromarkt in Frankfurt?
Welche Branchen sind die Hauptnachfrager auf dem Frankfurter Büromarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bürogebäude im Frankfurter Bankenviertel · Foto: Michaela St / Pexels


