⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026
Ab dem 1. Juli 2026 können Eigentümer und Investoren von Gewerbeimmobilien in Deutschland Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro neu geschaffener Wohneinheit beantragen. Diese Förderung soll helfen, den Wohnraummangel zu bekämpfen und gleichzeitig leerstehende Gewerbeflächen sinnvoll zu nutzen.
- Neues Förderprogramm startet am 1. Juli 2026.
- Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit.
- Förderung zielt auf Umnutzung von Gewerbeimmobilien.
Ab dem 1. Juli 2026 können Eigentümer und Investoren von Gewerbeimmobilien in Deutschland Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro neu geschaffener Wohneinheit beantragen. Diese Förderung, die im Rahmen des Programms „Gewerbe zu Wohnen“ der KfW bereitgestellt wird, zielt darauf ab, den akuten Wohnraummangel zu bekämpfen und gleichzeitig leerstehende Gewerbeflächen sinnvoll zu nutzen. In einem Markt, der zunehmend von steigenden Mieten und einem begrenzten Angebot an Wohnraum geprägt ist, stellt dieses Programm eine bedeutende Initiative dar.
Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“?

Das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ wurde ins Leben gerufen, um die Umnutzung von nicht zu Wohnzwecken genutzten Gewerbeimmobilien in Wohnraum zu unterstützen. Ab Juli 2026 können Eigentümer von Gewerbeimmobilien, die nicht mehr für ihre ursprünglichen Zwecke genutzt werden, Zuschüsse beantragen, um diese in Wohnungen umzuwandeln. Ziel ist es, die vorhandene Bausubstanz effizient zu nutzen und gleichzeitig neuen Wohnraum zu schaffen, was in Anbetracht der aktuellen Wohnraumsituation in vielen deutschen Städten von großer Bedeutung ist.
Die Förderung umfasst bis zu 30 Prozent der förderfähigen Umbaukosten, maximal jedoch 100.000 Euro pro Wohneinheit. Dies bedeutet, dass bei einem Umbau, der die maximalen förderfähigen Kosten erreicht, ein Zuschuss von bis zu 30.000 Euro möglich ist. Die Gesamtmittel für das Jahr 2026 belaufen sich auf 300 Millionen Euro, was zeigt, dass die Bundesregierung ernsthaft daran interessiert ist, den Wohnungsbau zu fördern und die Nutzung von Leerständen voranzutreiben.
Wer kann Anträge für die Förderung stellen?
Antragsberechtigt sind alle Investoren, die als Auftraggeber der geförderten Maßnahmen auftreten. Dazu zählen Privatpersonen, Unternehmen, Wohnungseigentümergemeinschaften und Kommunen. Diese breite Antragsberechtigung ermöglicht es einer Vielzahl von Akteuren, von der Förderung zu profitieren und aktiv zur Schaffung von Wohnraum beizutragen. Insbesondere in städtischen Gebieten, wo der Bedarf an Wohnraum besonders hoch ist, können diese Maßnahmen einen entscheidenden Unterschied machen.
Die Antragstellung erfolgt direkt bei der KfW über ein spezifisches Antragsformular. Es ist wichtig, dass die Antragsteller die baurechtliche Zulässigkeit des Vorhabens im Vorfeld mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde klären, um sicherzustellen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.
Welche Kosten sind förderfähig?
- Zuschuss: bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit
- Förderung ab: 1. Juli 2026
- Gesamtbudget: 300 Millionen Euro für 2026
Die Förderung konzentriert sich auf die Kosten, die direkt mit dem Umbau zu Wohnzwecken verbunden sind. Dazu zählen unter anderem:
- Rückbau und Entsorgung von Baukonstruktionen
- Notwendige Instandsetzungen des Gebäudes
- Änderungen des Grundrisses
- Innenausbau, einschließlich Wände und Fußböden
- Einbau gebäudetechnischer Anlagen
- Umgestaltung von Außenanlagen zur zeitgemäßen Wohnnutzung
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Kosten im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung der Wohneinheiten nicht förderfähig sind. Diese können jedoch durch andere Förderprogramme abgedeckt werden, was eine sinnvolle Kombination von Fördermitteln ermöglicht.
Energetische Anforderungen und Nachhaltigkeit
Ein zentrales Element des Programms ist die Anforderung, dass die neu geschaffenen Wohneinheiten nach Abschluss des Umbaus mindestens das energetische Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ (EH 85 EE) erreichen müssen. Für Baudenkmale und besonders erhaltenswerte Bausubstanz gelten spezielle Anforderungen, die das Niveau „Effizienzhaus Denkmal EE“ vorsehen. Diese energetischen Standards sind nicht nur wichtig für die Förderung, sondern tragen auch zur Reduzierung des Energieverbrauchs und zur Förderung nachhaltiger Baupraktiken bei.
Die Einhaltung dieser energetischen Anforderungen ist entscheidend, um die langfristige Wirtschaftlichkeit der umgebauten Immobilien zu gewährleisten und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. In Zeiten steigender Energiekosten und wachsender Umweltbewusstheit ist dies ein wichtiger Aspekt, der sowohl für Investoren als auch für zukünftige Bewohner von Bedeutung ist.
Marktchancen und wirtschaftliche Auswirkungen
Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ bietet nicht nur eine Lösung für den Wohnraummangel, sondern eröffnet auch neue Marktchancen für Investoren und Bauunternehmen. In vielen deutschen Städten, insbesondere in Ballungsräumen wie Berlin, Frankfurt und Hamburg, stehen zahlreiche Gewerbeflächen leer, während gleichzeitig ein hoher Bedarf an Wohnraum besteht. Die Umnutzung dieser Flächen kann dazu beitragen, die Innenstädte zu revitalisieren und lebendige, gemischte Quartiere zu schaffen.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Förderung könnten erheblich sein. Durch die Schaffung neuer Wohnräume wird nicht nur der Wohnungsmarkt entlastet, sondern auch die lokale Wirtschaft angekurbelt. Bauunternehmen profitieren von den Aufträgen, während gleichzeitig neue Bewohner in die Städte ziehen, was die Nachfrage nach weiteren Dienstleistungen und Infrastruktur erhöht.
Fazit

Das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ stellt einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und effizienten Nutzung von Immobilien dar. Mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit ab Juli 2026 wird es Eigentümern und Investoren ermöglicht, leerstehende Gewerbeflächen in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln. Dies ist nicht nur eine Chance für die Immobilienwirtschaft, sondern auch ein Beitrag zur Lösung des Wohnraummangels in Deutschland. Die Kombination aus finanzieller Unterstützung und energetischen Anforderungen fördert zudem eine nachhaltige Stadtentwicklung, die sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile mit sich bringt.
Häufige Fragen
Was ist das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“?
Wer kann Anträge für die Förderung stellen?
Welche Kosten sind förderfähig?
Wie hoch ist das Gesamtbudget für das Programm?
Welche energetischen Anforderungen müssen erfüllt werden?
Quellen: Google News
Symbolbild: Umbau von Gewerbe zu Wohnraum · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels


