⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 29.06.2026
In vielen europäischen Städten, insbesondere in Lissabon und Split, müssen Käufer fast 19 Jahresgehälter aufbringen, um ein Eigenheim zu erwerben. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen Immobilienpreisen und Einkommen.
- Lissabon und Split führen mit einem Preis-Einkommens-Verhältnis von 18,7.
- Immobilienpreise in Portugal stiegen in den letzten zehn Jahren um 240 %.
- Durchschnittliches Nettogehalt in Portugal beträgt etwa 1.416 Euro pro Monat.
In den letzten Jahren hat sich der Immobilienmarkt in Europa dramatisch verändert. Besonders in Städten wie Lissabon und Split müssen Käufer fast 19 Jahresgehälter aufbringen, um ein Eigenheim zu erwerben. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen Immobilienpreisen und Einkommen und werfen Fragen zur Bezahlbarkeit von Wohnraum auf.
Was sind die aktuellen Immobilienpreise in Europa?

Aktuelle Daten zeigen, dass das Preis-Einkommens-Verhältnis in Lissabon und Split bei 18,7 liegt. Dies bedeutet, dass ein typisches Zuhause in diesen Städten fast das 19-fache des jährlichen Haushaltseinkommens kostet. Bei einem durchschnittlichen Nettogehalt von etwa 1.416 Euro pro Monat, was knapp 17.000 Euro im Jahr entspricht, wird deutlich, dass viele Käufer vor enormen finanziellen Herausforderungen stehen.
Die Situation ist nicht nur in Portugal kritisch. Auch in anderen europäischen Städten wie Prag, Mailand und Wien sind die Immobilienpreise stark gestiegen. Diese Städte folgen Lissabon und Split mit einem Preis-Einkommens-Verhältnis von 18,1 in Prag und 17,4 in Wien. Die Zahlen verdeutlichen, wie sehr der Traum vom Eigenheim in vielen großen europäischen Städten in die Ferne gerückt ist.
Warum steigen die Immobilienpreise so stark?
Die Gründe für den Anstieg der Immobilienpreise sind vielfältig. In Portugal sind die Immobilienpreise in den letzten zehn Jahren um fast 240 % gestiegen, während die Löhne nur um 59 % zulegten. Diese Diskrepanz führt zu einer erheblichen Kluft zwischen den Preisen und den verfügbaren Einkommen. Die OECD stuft Portugal als eines der Länder mit dem geringsten Zugang zu Wohnraum in der entwickelten Welt ein, was auf regulatorische Hürden und einen schwachen Mietmarkt hinweist.
Zusätzlich gibt es in Portugal einen signifikanten Mangel an neu gebauten Wohnungen. Derzeit entstehen jährlich nur etwa 25.000 bis 30.000 neue Einheiten, während der Bedarf bei 45.000 bis 50.000 Wohnungen pro Jahr liegt. Diese Angebotsengpässe treiben die Preise weiter in die Höhe und verschärfen die Wohnungsnot.
Die Auswirkungen auf die Wirtschaft
- Preis-Einkommens-Verhältnis in Lissabon und Split: 18,7
- Durchschnittliches Nettogehalt in Portugal: 1.416 Euro pro Monat
- Immobilienpreise in Portugal stiegen um 240 % in den letzten 10 Jahren
Die steigenden Immobilienpreise haben nicht nur Auswirkungen auf die Käufer, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Wenn Menschen einen Großteil ihres Einkommens für Wohnraum ausgeben müssen, bleibt weniger Geld für andere Ausgaben übrig. Dies kann zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führen, da die Kaufkraft der Verbraucher sinkt.
Darüber hinaus könnte die hohe Belastung durch Immobilienpreise dazu führen, dass junge Fachkräfte und Familien aus den Städten abwandern, was langfristig die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Städte gefährden könnte. Wenn Lehrkräfte, Pflegekräfte und andere wichtige Berufsgruppen sich das Leben in diesen Städten nicht mehr leisten können, hat dies weitreichende Folgen für die Gesellschaft.
Proteste und soziale Bewegungen
Die Wohnungsnot hat in Portugal zu einer Welle von Protesten geführt. Die Bewegung „Casa para Viver“ hat seit 2023 landesweit Zehntausende Menschen mobilisiert, die unter dem Slogan „Já não dá“ – „Es geht einfach nicht mehr“ – auf die Straßen gehen. Die Aktivisten fordern strengere Mietobergrenzen, mehr bezahlbaren Wohnraum und die Nutzung leerstehender Gebäude.
Diese Proteste sind ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation und verdeutlichen, dass der Zugang zu Wohnraum als verfassungsmäßiges Recht angesehen wird. Die Forderungen der Aktivisten könnten langfristig zu politischen Veränderungen führen, die darauf abzielen, die Wohnsituation zu verbessern.
Wie können Käufer mit den hohen Preisen umgehen?
Käufer, die in diesen angespannten Märkten ein Eigenheim erwerben möchten, sollten ihre Finanzen sorgfältig planen. Es ist ratsam, alternative Wohnorte in Betracht zu ziehen, die möglicherweise günstigere Immobilienpreise bieten. Zudem sollten Käufer sich über staatliche Förderungen und Programme informieren, die den Erwerb von Wohnraum erleichtern können.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Berücksichtigung der langfristigen finanziellen Belastungen. Käufer sollten sicherstellen, dass sie nicht nur die Kaufpreise, sondern auch die laufenden Kosten für Instandhaltung und Nebenkosten in ihre Kalkulation einbeziehen. Eine umfassende Finanzplanung kann helfen, die Risiken zu minimieren und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt in Europa zeigen, dass der Hauskauf in vielen Städten eine enorme finanzielle Herausforderung darstellt. Mit einem Preis-Einkommens-Verhältnis von fast 19 Jahresgehältern in Städten wie Lissabon und Split wird deutlich, dass die Kluft zwischen Immobilienpreisen und Einkommen immer größer wird. Käufer müssen sich auf eine komplexe Marktsituation einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
Häufige Fragen
Warum sind die Immobilienpreise in Lissabon so hoch?
Was bedeutet ein Preis-Einkommens-Verhältnis von 18,7?
Wie beeinflussen steigende Immobilienpreise die Wirtschaft?
Welche Städte sind die teuersten in Europa für Immobilienkäufe?
Wie können Käufer mit den hohen Preisen umgehen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Hohe Immobilienpreise in europäischen Städten · Foto: Nothing Ahead / Pexels


