⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.08.2026
Herr Stirnimann hat sich auf die Suche nach den Milliarden Euro gemacht, die auf nachrichtenlosen Konten in Deutschland liegen. Diese Gelder könnten bald für soziale Projekte genutzt werden.
- Nachrichtenlose Konten: Milliarden Euro ungenutzt
- Bundesregierung plant sozialen Fonds
- Rechtslage für Erben bleibt unklar
Die Suche nach den verlorenen Milliarden auf nachrichtenlosen Konten in Deutschland hat mit der Initiative von Herr Stirnimann an Fahrt aufgenommen. Diese Konten, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihren Inhabern oder deren Erben haben, bergen Schätzungen zufolge zwischen 2 und 9 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat nun Pläne vorgestellt, wie diese Gelder genutzt werden sollen, was sowohl für Anleger als auch für die gesamte Wirtschaft von Bedeutung ist.
Was sind nachrichtenlose Konten?

Nachrichtenlose Konten sind Bankguthaben, bei denen die Banken seit Jahren keinen Kontakt mehr zu den Kontoinhabern oder deren Erben herstellen konnten. Diese Konten entstehen häufig, wenn Inhaber verstorben sind, umgezogen sind oder schlichtweg vergessen haben, dass sie ein Konto besitzen. Die Banken sind gesetzlich verpflichtet, diese Konten nach einer bestimmten Zeit als eigenen Gewinn zu versteuern, bleiben jedoch verpflichtet, das Geld auszuzahlen, sobald sich Berechtigte melden.
Die Bundesregierung hat in einer offiziellen Antwort an den Bundestag im Frühjahr 2026 bekräftigt, dass sie einen weitergehenden Ansatz verfolgt. Die Gelder aus nachrichtenlosen Konten sollen in einem revolvierenden Fonds gebündelt werden, der gemeinwohlorientierte Projekte finanzieren soll. Dies könnte eine bedeutende Quelle für soziale Innovationen in Deutschland darstellen.
Die Pläne der Bundesregierung
Die Bundesregierung plant, die Gelder aus nachrichtenlosen Konten in einen sozialen Fonds zu überführen. Dieser Fonds soll ähnlich wie in anderen Ländern, darunter Großbritannien und die USA, genutzt werden, um Projekte zu finanzieren, die dem Gemeinwohl dienen. Der Deutsche Bundestag hat diesen Plan bereits schriftlich bestätigt, jedoch fehlen bislang konkrete Gesetzestexte, die die Umsetzung regeln.
Die Unsicherheit über die genaue Rechtslage sorgt jedoch für Bedenken. Verbraucherschützer und die Kreditwirtschaft sind besorgt, dass der Zugriff des Staates auf diese Gelder das im Grundgesetz verankerte Eigentumsrecht berühren könnte. Insbesondere stellt sich die Frage, ob Erben einen Rückforderungsanspruch gegenüber dem Fonds haben, wenn sie sich später melden.
Die Auswirkungen auf Anleger und die Wirtschaft
- Schätzung nachrichtenloser Konten: 2 bis 9 Milliarden Euro
- Geplante Nutzung für sozialen Fonds
- Aktuelle Gesetzeslage unklar
Die Initiative zur Nutzung nachrichtenloser Konten könnte weitreichende Auswirkungen auf die Finanzlandschaft in Deutschland haben. Anleger, die in Immobilien, Aktien oder andere Vermögenswerte investieren, könnten von einem Anstieg der staatlichen Investitionen in soziale Projekte profitieren. Diese Projekte könnten neue Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln.
Darüber hinaus könnte die geplante Nutzung der Gelder auch das Vertrauen in das Bankensystem stärken. Wenn die Gelder aus nachrichtenlosen Konten transparent und verantwortungsvoll verwendet werden, könnte dies das Vertrauen der Bürger in die Banken und die Finanzverwaltung erhöhen. Dies ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Inflation und die Zinsen eine große Rolle spielen.
Rechtslage und Herausforderungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für nachrichtenlose Konten sind derzeit unklar. Es gibt noch keinen klaren gesetzlichen Regelung, die definiert, ab wann ein Konto als nachrichtenlos gilt. Dies führt zu Unsicherheiten sowohl für Banken als auch für potenzielle Erben. Der Deutsche Bankenverband hat bereits Bedenken geäußert, dass ein solcher Zugriff auf nachrichtenlose Konten das Eigentumsrecht berühren könnte.
Die Bundesregierung muss daher sorgfältig abwägen, wie sie die Gelder aus nachrichtenlosen Konten nutzen möchte, ohne die Rechte der Erben zu verletzen. Ein klarer rechtlicher Rahmen ist notwendig, um sowohl die Interessen der Bürger als auch die der Banken zu schützen.
Fazit

Die Initiative von Herr Stirnimann zur Aufdeckung und Nutzung nachrichtenloser Konten könnte eine bedeutende Quelle für soziale Innovationen in Deutschland darstellen. Die geplanten Gelder könnten nicht nur der Wirtschaft zugutekommen, sondern auch das Vertrauen in das Bankensystem stärken. Dennoch bleibt die rechtliche Unsicherheit eine Herausforderung, die dringend angegangen werden muss, um die Rechte der Erben zu schützen und eine transparente Nutzung der Gelder zu gewährleisten.
Häufige Fragen
Was sind nachrichtenlose Konten?
Wie viel Geld liegt auf nachrichtenlosen Konten?
Was plant die Bundesregierung mit diesen Geldern?
Was passiert mit Erben von nachrichtenlosen Konten?
Wie wird die Nutzung nachrichtenloser Konten rechtlich geregelt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Herr Stirnimann und die verlorenen Milliarden · Foto: RDNE Stock project / Pexels


