⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.06.2026
Immer mehr Deutsche empfinden Immobilienpreise als unerschwinglich. Die aktuelle Interhyp-Leistbarkeitsstudie zeigt, wie viel Geld Käufer 2026 im Schnitt einplanen müssen.
- Immobilienpreise steigen weiter, 46% der Deutschen empfinden sie als unerschwinglich.
- Durchschnittliches Budget für den Immobilienkauf liegt bei 383.900 Euro.
- Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten erschweren den Immobilienkauf.
Der Immobilienmarkt in Deutschland steht 2026 vor großen Herausforderungen. Laut der aktuellen Interhyp-Leistbarkeitsstudie empfinden 46% der Deutschen die Preise für Immobilien als kaum leistbar. Dies ist ein Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die steigenden Preise und die damit verbundenen Finanzierungskosten machen den Traum vom Eigenheim für viele unerreichbar.
Was ist die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt?

Die Interhyp-Leistbarkeitsstudie 2026 zeigt, dass das durchschnittlich kalkulierte Budget für den Erwerb oder Bau einer Immobilie auf etwa 383.900 Euro gestiegen ist. Dies stellt einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den 348.800 Euro des Vorjahres dar. Diese Entwicklung ist nicht nur auf die steigende Nachfrage zurückzuführen, sondern auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die durch Inflation und Zinsentwicklung geprägt sind.
Die Wohneigentumsquote in Deutschland liegt bei nur 47%, was im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 68% relativ niedrig ist. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Deutsche Schwierigkeiten haben, sich Wohneigentum zu leisten. Die Kombination aus hohen Preisen und steigenden Zinsen führt dazu, dass immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim als unerreichbar empfinden.
Einfluss von Zinsen und Inflation auf den Immobilienkauf
Die Zinsentwicklung spielt eine entscheidende Rolle auf dem Immobilienmarkt. Aktuell sind die Zinsen für Baufinanzierungen gestiegen, was die monatlichen Raten für Käufer erhöht. Dies hat zur Folge, dass viele potenzielle Käufer ihre Kaufentscheidungen überdenken müssen. Die Kombination aus höheren Zinsen und steigenden Immobilienpreisen führt dazu, dass immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim als unerreichbar empfinden.
Die Inflation hat ebenfalls Auswirkungen auf die Kaufkraft der Verbraucher. Steigende Lebenshaltungskosten und die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung führen dazu, dass viele Menschen weniger Geld für den Immobilienkauf zur Verfügung haben. Dies könnte langfristig zu einer Abkühlung des Marktes führen, wenn die Nachfrage sinkt.
Die Wahrnehmung der Leistbarkeit
- 46% der Deutschen halten Immobilienpreise für kaum leistbar.
- Durchschnittliches Budget für Immobilienkauf: 383.900 Euro.
- Wohneigentumsquote in Deutschland: 47%, EU-Durchschnitt: 68%.
Die Wahrnehmung der Leistbarkeit von Immobilien hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. 70% der Befragten in der Interhyp-Studie geben an, dass die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage den Immobilienkauf erschwert. Diese Unsicherheit führt zu einer abwartenden Haltung: Jeder dritte „Planer“ ist unsicher, ob er im aktuellen Umfeld überhaupt aktiv werden soll.
Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Käufer und der Realität ist deutlich. 39% der Befragten nehmen den Immobilienmarkt als „überdreht“ wahr, was bedeutet, dass sie glauben, dass die Preise überhöht sind. Diese Wahrnehmung wird durch die Tatsache verstärkt, dass 69% der Befragten angeben, dass die Preise in den letzten 12 Monaten weiter gestiegen sind.
Eigenkapital und Ansparprozesse
Ein zentrales Thema der Studie 2026 ist der Aufbau von Eigenkapital. Über die Hälfte der Kaufinteressierten unterschätzt die Dauer des Ansparprozesses. Jeder Dritte benötigt tatsächlich über zehn Jahre, um genügend Eigenkapital für den Immobilienkauf anzusparen. Dies zeigt, dass viele Menschen sich nicht ausreichend auf den Kauf einer Immobilie vorbereiten und die finanziellen Anforderungen unterschätzen.
Die Mehrheit der Befragten (67%) gibt an, dass regelmäßiges Ansparen aus dem Einkommen die Grundlage für den Eigenkapitalaufbau bildet. Besonders auffällig ist, dass Kaufinteressierte zunehmend auf Geldanlagen wie ETFs oder Aktien setzen, um ihr Eigenkapital zu erhöhen. Dies könnte darauf hindeuten, dass viele Menschen versuchen, ihre finanziellen Möglichkeiten zu diversifizieren, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
Politische Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen
Die politische Lage hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt. 70% der Befragten empfinden die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage als Erschwernis beim Immobilienkauf. Diese Unsicherheiten können dazu führen, dass potenzielle Käufer zögern, in den Markt einzutreten, was die Nachfrage weiter dämpfen könnte.
Die Politik ist gefordert, einen Rahmen zu schaffen, der den Erwerb von Wohneigentum erleichtert. Dies könnte durch weniger Bürokratie, verlässliche Förderangebote und gezielte Entlastungen, etwa bei der Grunderwerbsteuer und beim Eigenkapitalaufbau, geschehen. Gerade für junge Familien sind solche Maßnahmen entscheidend, um den Zugang zu Wohneigentum zu verbessern.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt zeigen, dass der Kauf einer Immobilie für viele Deutsche zunehmend herausfordernd wird. Steigende Preise, höhere Zinsen und eine unsichere wirtschaftliche Lage tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen den Traum vom Eigenheim als unerreichbar empfinden. Umso wichtiger ist es, die eigenen finanziellen Möglichkeiten realistisch einzuschätzen und sich über die aktuellen Marktbedingungen zu informieren. Die Politik muss handeln, um den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern und die Leistbarkeit zu verbessern.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das durchschnittliche Budget für den Immobilienkauf?
Warum empfinden viele Deutsche Immobilienpreise als unerschwinglich?
Wie beeinflussen Zinsen und Inflation den Immobilienmarkt?
Was sind die Hauptgründe für die Unsicherheit beim Immobilienkauf?
Wie hoch ist die Wohneigentumsquote in Deutschland?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktuelle Trends beim Immobilienkauf 2026 · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels


