⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.09.2026
Eine aktuelle Studie der KfW zeigt, dass fast ein Drittel der deutschen Mittelständler ihr Auslandsgeschäft neu ausrichten will, was erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben könnte.
- Wachsende Unsicherheiten im Außenhandel
- Diversifizierung der Exportmärkte im Fokus
- Verlagerung von Produktionsaktivitäten ins Ausland geplant
Eine aktuelle Studie der KfW zeigt, dass fast ein Drittel der deutschen Mittelständler plant, ihr Auslandsgeschäft neu auszurichten. Diese Entwicklung könnte erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben, insbesondere in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und wachsendem Konkurrenzdruck aus dem Ausland.
Was zeigt die KfW-Studie zum Mittelstand?

Die KfW-Studie, die im Januar 2026 durchgeführt wurde, hat ergeben, dass 30% der deutschen Mittelständler mit sinkenden Auslandsumsätzen in den kommenden Jahren rechnen. Dies ist ein alarmierendes Signal, da es darauf hindeutet, dass viele Unternehmen unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen leiden. Besonders besorgniserregend ist, dass 6% der Befragten sogar von einem starken Rückgang ihrer Umsätze ausgehen.
Die Studie zeigt auch, dass nur ein Viertel der Unternehmen ein Wachstum ihrer Auslandsumsätze erwartet. Dies verdeutlicht die Unsicherheiten, die im internationalen Handel herrschen, und die Notwendigkeit für Unternehmen, sich anzupassen und neue Strategien zu entwickeln.
Geopolitische Unsicherheiten und ihre Auswirkungen
Die geopolitischen Krisen, insbesondere der Krieg im Iran, haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den deutschen Mittelstand weiter verschärft. Unternehmen sehen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, darunter steigende Energiekosten, Handelskonflikte und der zunehmende Druck durch chinesische Wettbewerber. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass viele Unternehmen ihre Strategien überdenken und sich auf stabilere Märkte konzentrieren.
Die KfW-Studie zeigt, dass 16% der auslandsaktiven Mittelständler in den letzten fünf Jahren neue Exportmärkte erschlossen haben oder dies planen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Unternehmen versuchen, sich von den unsicheren Märkten zu diversifizieren und neue Chancen zu nutzen.
Diversifizierung der Exportmärkte im Fokus
- 30% der Mittelständler rechnen mit sinkenden Auslandsumsätzen
- 16% haben neue Exportmärkte erschlossen
- 12% planen eine Verlagerung ihrer Tätigkeiten ins Ausland
Ein zentraler Aspekt der Neuausrichtung des Auslandsgeschäfts ist die Diversifizierung der Exportmärkte. Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, ihre Abhängigkeit von bestimmten Märkten zu verringern und neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Dies ist besonders wichtig, da die Unsicherheiten im internationalen Handel zunehmen.
Die KfW-Studie zeigt, dass 12% der befragten Unternehmen planen, ihre Tätigkeiten teilweise ins Ausland zu verlagern. Dies könnte bedeuten, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 7% der mittelständischen Industriebetriebe einen Teil ihrer Produktion ins Ausland verlagern. Diese Entwicklung könnte langfristig zu einer Deindustrialisierung in Deutschland führen, was für die Wirtschaft bedenklich ist.
Die Rolle des EU-Binnenmarktes
In Anbetracht der aktuellen Herausforderungen orientieren sich viele Unternehmen verstärkt auf den EU-Binnenmarkt. Die KfW-Studie zeigt, dass eine stärkere Ausrichtung auf den Binnenmarkt für viele Unternehmen eine attraktive Option darstellt. Dies könnte nicht nur dazu beitragen, die Risiken im internationalen Handel zu minimieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.
Die EU bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten für Unternehmen, die ihre Exportstrategien neu ausrichten möchten. Durch die Konzentration auf den Binnenmarkt können Unternehmen von stabileren wirtschaftlichen Bedingungen profitieren und gleichzeitig ihre Abhängigkeit von unsicheren Märkten verringern.
Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft
Die Neuausrichtung des Auslandsgeschäfts hat weitreichende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Wenn immer mehr Unternehmen ihre Tätigkeiten ins Ausland verlagern, könnte dies zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und einer Schwächung des industriellen Sektors führen. Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, warnt, dass diese Entwicklung für das Wachstum und den Wohlstand in Deutschland bedenklich ist.
Die Politik ist gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um einer Deindustrialisierung entgegenzuwirken. Dazu gehört die Stärkung des Standorts Deutschland durch gezielte Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung. Nur so kann der Mittelstand in Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.
Fazit

Die KfW-Studie verdeutlicht, dass der deutsche Mittelstand vor großen Herausforderungen steht. Die Neuausrichtung des Auslandsgeschäfts ist eine Reaktion auf die wachsenden Unsicherheiten im internationalen Handel. Unternehmen müssen sich anpassen und neue Strategien entwickeln, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um den Mittelstand zu unterstützen und eine Deindustrialisierung zu verhindern.
Häufige Fragen
Was zeigt die KfW-Studie zum Mittelstand?
Wie viele Unternehmen planen eine Verlagerung ins Ausland?
Welche Faktoren beeinflussen die Neuausrichtung?
Wie viele Unternehmen haben neue Exportmärkte erschlossen?
Was bedeutet das für die deutsche Wirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Mittelstand im Wandel: Auslandsgeschäft neu ausrichten · Foto: RDNE Stock project / Pexels


