⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.09.2026
Der Trend zu KI-ETFs nimmt rasant zu, während Anleger sich fragen, ob das zusätzliche Risiko gerechtfertigt ist. Analysten warnen vor den Herausforderungen und Chancen dieser neuen Anlageklasse.
- Immer mehr Kapital fließt in KI-ETFs.
- Thematische Fonds bieten Chancen, aber auch Risiken.
- Breite Indexfonds beinhalten bereits viele KI-Unternehmen.
Der Trend zu Künstlicher Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren nicht nur die Technologiebranche revolutioniert, sondern auch die Finanzmärkte erfasst. Immer mehr Anleger interessieren sich für KI-ETFs, die es ihnen ermöglichen, in Unternehmen zu investieren, die von diesem Megatrend profitieren. Doch stellt sich die Frage: Lohnt sich das Risiko, das mit diesen thematischen Fonds verbunden ist?
Was sind KI-ETFs?

KI-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die gezielt in Unternehmen investieren, die im Bereich der Künstlichen Intelligenz tätig sind. Diese Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, in ein breites Spektrum von KI-Profiteuren zu investieren, darunter große Technologiewerte wie NVIDIA und Microsoft, aber auch kleinere Unternehmen, die innovative Lösungen im KI-Bereich entwickeln. Die zunehmende Bedeutung von KI in verschiedenen Branchen hat dazu geführt, dass immer mehr Kapital in diese Fonds fließt.
Analyst Dan Sotiroff von Morningstar hebt hervor, dass Anleger, die bereits in breite Indexfonds wie den S&P 500 investieren, indirekt auch im KI-Sektor engagiert sind. Dies liegt daran, dass große Technologiewerte, die stark im KI-Bereich aktiv sind, einen erheblichen Teil der Marktperformance ausmachen. Somit profitieren Anleger von der Entwicklung der KI-Technologie, ohne dass sie zusätzlich in thematische Fonds investieren müssen.
Die Chancen und Risiken von KI-ETFs
Die Investition in KI-ETFs birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits können Anleger von der hohen Wachstumsdynamik profitieren, die mit der Entwicklung von KI-Technologien einhergeht. Sotiroff betont, dass die Mehrheit der thematischen KI-ETFs den breiten Markt übertreffen konnte, was auf die starke Performance der enthaltenen Unternehmen hinweist. Andererseits sind KI-ETFs oft kleiner, volatiler und teurer als traditionelle Indexfonds, was das Risiko für Anleger erhöht.
Ein weiterer Aspekt, den Anleger berücksichtigen sollten, ist die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Entwicklungen im KI-Sektor. Sotiroff beschreibt, dass Anleger mit einem Investment in KI-ETFs im Grunde drei Wetten eingehen: Die erste Wette betrifft die Frage, ob sich das KI-Thema wie erwartet weiterentwickelt. Die zweite Wette bezieht sich darauf, ob der gewählte Fonds tatsächlich die richtigen Titel hält. Die dritte und schwierigste Wette ist, dass die Erwartungen an das Thema noch nicht in den Kursen eingepreist sind, was schwer abzuschätzen ist.
Die Rolle von breiten Indexfonds
Ein wichtiger Punkt, den Anleger beachten sollten, ist, dass viele breite Indexfonds bereits einen erheblichen Anteil an KI-Unternehmen enthalten. Dies bedeutet, dass Anleger, die in solche Fonds investieren, bereits von der Entwicklung im KI-Sektor profitieren, ohne zusätzliche Risiken einzugehen. Die Analyse von Sotiroff zeigt, dass große Werte an ausländischen Börsen, wie SK hynix und Samsung Electronics, ebenfalls eng mit dem KI-Ausbau verknüpft sind.
Die Diversifikation, die breite Indexfonds bieten, kann für Anleger von Vorteil sein, insbesondere in einem volatilen Marktumfeld. Während thematische KI-ETFs oft auf eine enge Auswahl von Unternehmen fokussiert sind, bieten breite Fonds eine breitere Streuung, die das Risiko verringern kann.
Die Kostenstruktur von KI-ETFs
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Kosten, die mit der Investition in KI-ETFs verbunden sind. Diese Fonds haben in der Regel höhere Verwaltungsgebühren als breite Indexfonds, was die Rendite der Anleger schmälern kann. Anleger sollten sich bewusst sein, dass sie für die gezielte Wette auf ein enges Marktsegment höhere Gebühren zahlen müssen. Dies kann sich insbesondere dann negativ auswirken, wenn die Performance des Fonds hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Die Volatilität von KI-ETFs ist ein weiterer Faktor, den Anleger berücksichtigen sollten. Diese Fonds können in Zeiten von Marktschwankungen erheblich an Wert verlieren, was für risikoscheue Anleger problematisch sein kann. Daher ist es ratsam, die eigene Risikobereitschaft zu prüfen, bevor man in KI-ETFs investiert.
Fazit: Lohnt sich das Risiko?

Die Entscheidung, in KI-ETFs zu investieren, hängt von der individuellen Risikobereitschaft und den Anlagezielen ab. Während die Chancen auf hohe Renditen verlockend sind, sollten Anleger auch die damit verbundenen Risiken nicht außer Acht lassen. Die Analyse von Sotiroff zeigt, dass viele thematische KI-ETFs den breiten Markt übertreffen konnten, jedoch ist die Streuung zwischen den einzelnen Fonds erheblich. Anleger sollten sich daher gut informieren und die Zusammensetzung der Fonds genau prüfen, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass KI-ETFs eine interessante Möglichkeit für Anleger darstellen, die von der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz profitieren möchten. Dennoch ist es wichtig, die eigene Anlagestrategie zu überdenken und gegebenenfalls eine breitere Diversifikation in Betracht zu ziehen, um das Risiko zu minimieren.
Häufige Fragen
Was sind KI-ETFs?
Wie hoch ist das Risiko bei KI-ETFs?
Lohnt sich die Investition in KI-ETFs?
Wie unterscheiden sich KI-ETFs von traditionellen ETFs?
Welche Unternehmen sind in KI-ETFs enthalten?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Wachstum von KI-ETFs im Finanzmarkt · Foto: Alex Knight / Pexels


