⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.09.2026
Vermögenswirksame Leistungen (VL) bieten Arbeitnehmern in Deutschland eine attraktive Möglichkeit, mit wenig Aufwand Vermögen aufzubauen. Insbesondere die Investition in ETFs hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen.
- ETFs bieten breite Streuung und geringe Kosten.
- Arbeitnehmer können bis zu 80 Euro jährlich durch staatliche Förderung erhalten.
- Langfristige Anlagehorizonte sind entscheidend für den Erfolg.
Vermögenswirksame Leistungen (VL) bieten Arbeitnehmern in Deutschland eine attraktive Möglichkeit, mit wenig Aufwand Vermögen aufzubauen. Diese Leistungen, die Arbeitgeber zusätzlich zum regulären Gehalt zahlen, können in verschiedene Anlageformen investiert werden, darunter auch ETFs (Exchange Traded Funds). In Zeiten von Inflation und unsicheren Zinsen bieten ETFs eine attraktive Möglichkeit, das Geld langfristig zu vermehren.
Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zusätzlich zum Gehalt gewähren. Diese Zahlungen sind nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern müssen vertraglich vereinbart werden. In der Praxis zahlen viele Arbeitgeber bis zu 40 Euro pro Monat in einen VL-Vertrag ein. Die genaue Höhe hängt oft von Tarifverträgen oder individuellen Vereinbarungen ab. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, diese Gelder in verschiedene Anlageformen zu investieren, darunter Bausparverträge, Banksparpläne oder Fondssparpläne mit ETFs.
Die Vorteile von ETFs für VL-Sparer
Die Entscheidung für die richtige Anlageform ist entscheidend, da sie die Rendite und das Risiko beeinflusst. Insbesondere ETFs haben sich in den letzten Jahren als beliebte Wahl etabliert, da sie eine breite Streuung des Kapitals ermöglichen und in der Regel geringere Kosten aufweisen als aktiv gemanagte Fonds. ETFs bilden einen Börsenindex nach, wie beispielsweise den MSCI World oder den FTSE All-World. Durch diese breite Streuung investieren Anleger gleichzeitig in zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen, was das Risiko einzelner Unternehmensentwicklungen reduziert.
Ein weiterer Vorteil von ETFs ist die passive Verwaltung, die in der Regel zu niedrigeren laufenden Kosten führt. Diese Kosteneffizienz ist besonders vorteilhaft für Anleger mit kleinen monatlichen Sparraten, da hohe Gebühren die Rendite erheblich schmälern können. Langfristig betrachtet können Anleger, die ihre vermögenswirksamen Leistungen in ETFs investieren, von den potenziell hohen Renditen des Aktienmarktes profitieren.
Staatliche Förderung durch die Arbeitnehmersparzulage
- Arbeitgeberzuschuss: bis zu 40 Euro monatlich
- Arbeitnehmersparzulage: 20% auf bis zu 400 Euro jährlich
- Sperrfrist für VL-Fondssparpläne: 7 Jahre
Zusätzlich zum Arbeitgeberzuschuss können Arbeitnehmer von der staatlichen Arbeitnehmersparzulage profitieren. Diese Förderung beträgt 20 Prozent der förderfähigen Einzahlungen bis zu einem Betrag von 400 Euro jährlich, was bis zu 80 Euro an Zuschüssen pro Jahr bedeutet. Um diese Förderung zu erhalten, müssen die Arbeitnehmer jedoch bestimmte Einkommensgrenzen beachten. Seit 2024 liegt die Einkommensgrenze für Alleinstehende bei 40.000 Euro und für zusammen veranlagte Ehepaare bei 80.000 Euro.
Diese staatliche Förderung macht die Investition in vermögenswirksame Leistungen noch attraktiver, da sie den effektiven Ertrag der Anlage erhöht. Arbeitnehmer sollten sich daher genau informieren, ob sie die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage erfüllen und wie sie diese beantragen können.
Der Ablauf der Anlage in ETFs mit VL
Um vermögenswirksame Leistungen in ETFs anzulegen, müssen Arbeitnehmer zunächst einen VL-Vertrag abschließen. Dieser Vertrag muss bei einem Anbieter erfolgen, der ETF-Sparpläne unterstützt. Nach der Auswahl des Anbieters und des gewünschten ETFs müssen die Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber eine entsprechende Bescheinigung vorlegen, damit die monatlichen Einzahlungen erfolgen können.
Die Laufzeit eines VL-Vertrags beträgt in der Regel sieben Jahre. In den ersten sechs Jahren werden die monatlichen Einzahlungen geleistet, während im siebten Jahr das Kapital ruht. Nach Ablauf dieser Sperrfrist haben die Anleger die Möglichkeit, das angesparte Kapital auszuzahlen oder den Sparplan fortzuführen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine vorzeitige Kündigung des Vertrags in der Regel den Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage gefährden kann.
Wichtige Aspekte bei der Auswahl von ETFs
Vor der Eröffnung eines VL-Depots sollten Anleger die Vertragsbedingungen genau prüfen. Neben den jährlichen Depotgebühren sind auch Transaktionskosten und die laufenden Kosten des gewählten ETFs von Bedeutung. Hohe Gebühren können die Rendite erheblich schmälern, insbesondere bei kleineren Sparraten. Zudem sollten Anleger sicherstellen, dass der gewählte ETF die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Auswahl der ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute Welt-ETFs oft die bessere Wahl im Vergleich zu Fonds mit regionalem Schwerpunkt. Anleger sollten sich auch über die Gebührenstruktur nach Ablauf der Sperrfrist informieren, da hier möglicherweise andere Konditionen gelten als während der VL-Laufzeit.
Fazit

Vermögenswirksame Leistungen bieten Arbeitnehmern eine hervorragende Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Eigenaufwand ein solides Vermögen aufzubauen. Durch die Kombination von Arbeitgeberzuschuss, staatlicher Förderung und den langfristigen Ertragschancen von ETFs können Anleger von den Vorteilen des Aktienmarktes profitieren. Es ist jedoch entscheidend, die Vertragsbedingungen, Gebühren und die Auswahl der ETFs sorgfältig zu prüfen, um den maximalen Nutzen aus den vermögenswirksamen Leistungen zu ziehen.
Häufige Fragen
Was sind vermögenswirksame Leistungen?
Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss?
Was ist die Arbeitnehmersparzulage?
Wie lange läuft ein VL-Vertrag?
Welche Vorteile bieten ETFs für VL-Sparer?
Quellen: Google News
Symbolbild: Vermögenswirksame Leistungen und ETFs · Foto: Markus Winkler / Pexels


