⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.09.2026
Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Kanton Solothurn sehen sich mit steigenden Energiepreisen und geopolitischen Unsicherheiten konfrontiert. Diese Herausforderungen zwingen sie, ihre Strategien anzupassen.
- Energiepreise und Rohstoffkosten als größte Sorgen der KMU
- Exportrückgang durch US-Zölle und geopolitische Konflikte
- Unternehmen fordern Unterstützung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im Kanton Solothurn stehen vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die durch steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten verstärkt werden. Laut dem aktuellen Sorgenbarometer der Solothurner Handelskammer (SOHK) und des KMU- und Gewerbeverbands Kanton Solothurn (KGV SO) haben die Unternehmen die Energie– und Rohstoffpreise mit einem Indexwert von 6,9 auf einer Skala von 1 (keine Sorgen) bis 10 (große Sorgen) bewertet. Diese Besorgnis ist vor allem auf die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten zurückzuführen, die zu einem sprunghaften Anstieg der Preise geführt haben.
Was sind die Hauptursachen für die Sorgen der KMU?

Die Umfrage, die im April 2026 unter 182 Unternehmen durchgeführt wurde, zeigt, dass neben den hohen Energiepreisen auch geopolitische Konflikte (Indexwert 6,6) und der Konjunktureinbruch (6,2) zu den größten Sorgen der Unternehmen zählen. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Kostenstruktur der Unternehmen, sondern auch deren Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt.
Ein weiterer bedeutender Aspekt ist die Bürokratie, die mit einem Indexwert von 6,3 nach wie vor eine große Herausforderung darstellt. Die Unternehmen berichten von zunehmenden regulatorischen Anforderungen, die ihre Entwicklung behindern. Dies ist besonders für die KMU im Kanton Solothurn problematisch, da sie oft weniger Ressourcen zur Verfügung haben, um sich an die ständig ändernden Vorschriften anzupassen.
Wie reagieren die KMU auf die steigenden Kosten?
Um den Herausforderungen zu begegnen, fordern die Unternehmen verstärkte Unterstützung von der Politik. Dazu gehören Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Programme zur Markterschließung, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Die KMU sehen sich gezwungen, ihre Strategien anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies könnte auch eine Diversifizierung der Produkte und Dienstleistungen umfassen, um weniger abhängig von den volatilen Energiepreisen zu sein.
Ein weiterer Ansatz ist die verstärkte Nutzung alternativer Energien, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Unternehmen, die in erneuerbare Energien investieren, könnten langfristig von stabileren Preisen profitieren und ihre Betriebskosten senken. Dies könnte auch positive Auswirkungen auf die Umwelt haben und zur Erreichung der Klimaziele beitragen.
Exportrückgang und seine Auswirkungen
- Energiepreise: Indexwert 6,9 auf Sorgenbarometer
- Umfrage unter 182 Unternehmen im April 2026
- Exportrückgang aufgrund von US-Zöllen und hohen Energiepreisen
Die Exportentwicklung im Kanton Solothurn zeigt einen anhaltenden Negativtrend. Die Handelskammer und der Kanton berichten, dass die Unternehmen insbesondere durch US-Zölle, hohe Energiepreise und geopolitische Konflikte unter Druck stehen. Diese Faktoren führen zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit auf wichtigen Märkten und beeinträchtigen die Umsatz- und Planungssicherheit der Unternehmen.
Die exportorientierten Branchen, insbesondere die Industrie und der Maschinenbau, sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Die Unternehmen berichten von spürbaren Auswirkungen auf ihre Aufträge und die allgemeine Geschäftslage. Ein anhaltender Rückgang der Exporte könnte nicht nur die betroffenen Unternehmen, sondern auch Zulieferer und den Arbeitsmarkt im Kanton Solothurn negativ beeinflussen.
Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung
Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten bleibt der Fachkräftemangel ein zentrales Thema für die KMU im Kanton Solothurn. Während der Mangel an Fachkräften 2024 noch den zweiten Platz im Sorgenranking belegte, haben die geopolitischen Herausforderungen und deren Folgen den Fachkräftemangel in den Hintergrund gedrängt. Dennoch bleibt er eine bedeutende Herausforderung, die die Unternehmen bewältigen müssen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Unternehmen sind gefordert, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu investieren, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Dies könnte auch dazu beitragen, die Abwanderung von Fachkräften in andere Regionen oder Branchen zu verhindern.
Fazit

Die KMU im Kanton Solothurn stehen vor erheblichen Herausforderungen, die durch steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und bürokratische Hürden verstärkt werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen ihre Strategien anpassen und innovative Lösungen finden. Die Forderung nach politischer Unterstützung und Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen ist dringlicher denn je. Nur so können die KMU im Kanton Solothurn die aktuellen Herausforderungen meistern und ihre Zukunft sichern.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptsorgen der KMU im Kanton Solothurn?
Wie hoch ist der Sorgenindex für Energiepreise?
Welche Maßnahmen ergreifen die Unternehmen gegen die hohen Kosten?
Wie wirkt sich der Exportrückgang auf die Wirtschaft aus?
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Quellen: Google News
Symbolbild: KMU im Kanton Solothurn und ihre Herausforderungen · Foto: Alena Darmel / Pexels


