⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 23.06.2026
Die Diskussion um die Besteuerung von Urlaubsabgeltungen bei Krankheit nimmt zu. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen vor rechtlichen Herausforderungen, die auch wirtschaftliche Auswirkungen haben.
- Urlaubsabgeltung unterliegt der Lohnsteuer
- Krankheit schützt vor Verfall des Urlaubsanspruchs
- Rechtliche Rahmenbedingungen sind entscheidend
Die Diskussion um die Besteuerung von Urlaubsabgeltungen bei Krankheit hat in den letzten Monaten an Intensität gewonnen. Arbeitnehmer, die aufgrund von Krankheit ihren Urlaub nicht nehmen konnten, sehen sich mit der Frage konfrontiert, ob die Auszahlung ihrer nicht genommenen Urlaubstage steuerfrei ist. Die Antwort ist klar: Nein, die Urlaubsabgeltung ist steuerpflichtig und unterliegt der Lohnsteuer sowie den Sozialversicherungsbeiträgen.
Was ist Urlaubsabgeltung?

Urlaubsabgeltung bezeichnet die Auszahlung von nicht genommenen Urlaubstagen, insbesondere wenn das Arbeitsverhältnis endet. Laut dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) haben Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaubsabgeltung, wenn sie aufgrund von Krankheit ihren Urlaub nicht antreten können. Dies wurde durch verschiedene Urteile, insbesondere das Schultz-Hoff-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 2009, gestärkt, das den Schutz von Urlaubsansprüchen bei langanhaltender Krankheit sicherstellt.
Ein zentraler Punkt in dieser Diskussion ist, dass der Anspruch auf Resturlaub erst 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres verfällt, in dem der Urlaub entstanden ist. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer, die längere Zeit krank sind, ihre Urlaubsansprüche nicht sofort verlieren, was für viele eine wichtige finanzielle Absicherung darstellt.
Steuern auf Urlaubsabgeltung: Ein Überblick
Die Urlaubsabgeltung wird als steuerpflichtiges Einkommen betrachtet und fällt in die Kategorie „Sonstige Bezüge“. Dies hat zur Folge, dass sowohl Lohnsteuer als auch gegebenenfalls Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen werden. Zudem müssen Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung entrichtet werden. Diese Regelung sorgt dafür, dass Arbeitnehmer, die ihre Urlaubstage aufgrund von Krankheit nicht nehmen konnten, dennoch steuerliche Verpflichtungen haben.
Die Höhe der Urlaubsabgeltung richtet sich nach dem Verdienst der letzten 13 Wochen vor der Auszahlung. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer, die in dieser Zeit ein höheres Einkommen erzielt haben, auch eine entsprechend höhere Urlaubsabgeltung erhalten. Diese Regelung kann für viele Arbeitnehmer von Bedeutung sein, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen
- Urlaubsabgeltung ist steuerpflichtig
- Anspruch auf Resturlaub verfällt nach 15 Monaten
- Krankheit beeinflusst Urlaubsanspruch nicht automatisch
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Urlaubsabgeltung sind im Bundesurlaubsgesetz festgelegt. Gemäß § 7 Abs. 4 BUrlG ist eine Auszahlung des Urlaubs grundsätzlich nur zulässig, wenn das Arbeitsverhältnis endet. Solange das Arbeitsverhältnis besteht, kann der Urlaub nicht ausgezahlt werden. Diese Regelung schützt Arbeitnehmer davor, dass ihre Urlaubsansprüche einfach in Geld umgewandelt werden, solange sie noch im Unternehmen beschäftigt sind.
Ein wegweisendes Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) aus dem Jahr 2011 hat klargestellt, dass auch bei Krankheit der Urlaubsanspruch nicht verfällt, solange das Arbeitsverhältnis besteht. Dies wurde durch ein weiteres Urteil des BAG im Jahr 2019 bekräftigt, das die Rechte der Arbeitnehmer in Bezug auf Urlaubsansprüche bei Krankheit weiter stärkte. Diese Urteile haben dazu beigetragen, dass Arbeitnehmer in Deutschland besser geschützt sind, wenn es um ihre Urlaubsansprüche geht.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Streitigkeiten
Die Diskussion um die Besteuerung von Urlaubsabgeltungen hat auch wirtschaftliche Auswirkungen. Arbeitnehmer, die aufgrund von Krankheit längere Zeit ausfallen, können in der Regel nicht auf ihr volles Einkommen zurückgreifen. Die steuerliche Belastung auf die Urlaubsabgeltung kann für viele eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen, die in Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten besonders spürbar ist.
Die Frage, wie viel von der Urlaubsabgeltung letztlich beim Arbeitnehmer ankommt, ist von zentraler Bedeutung. In einer Zeit, in der viele Menschen mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert sind, könnte eine Entlastung bei der Besteuerung von Urlaubsabgeltungen eine Möglichkeit sein, die finanzielle Situation von Arbeitnehmern zu verbessern. Dies könnte auch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, da mehr Geld in den Konsum fließen könnte.
Tipps für Arbeitnehmer
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation mit dem Arbeitgeber. Arbeitnehmer sollten frühzeitig klären, wie mit offenen Urlaubstagen umgegangen wird, insbesondere wenn eine längere Krankheit bevorsteht. Eine transparente Kommunikation kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden und die eigenen Ansprüche besser durchzusetzen.
Fazit

Die Diskussion um die Besteuerung von Urlaubsabgeltungen bei Krankheit ist komplex und betrifft viele Arbeitnehmer in Deutschland. Während die rechtlichen Rahmenbedingungen klar sind, bleibt die steuerliche Belastung ein strittiges Thema. Arbeitnehmer sollten sich ihrer Rechte bewusst sein und sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen, um ihre finanziellen Ansprüche bestmöglich zu wahren.
Häufige Fragen
Was ist Urlaubsabgeltung?
Wann verfällt der Anspruch auf Urlaubsabgeltung?
Sind Steuern auf Urlaubsabgeltung zu zahlen?
Wie wird die Höhe der Urlaubsabgeltung berechnet?
Was passiert bei Krankheit und Urlaubsanspruch?
Quellen: Google News
Symbolbild: Steuern auf Urlaubsabgeltung bei Krankheit · Foto: Gustavo Fring / Pexels


