⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.06.2026
Die Fraktion Die Linke hat einen Antrag eingebracht, der die Bundesregierung zur Schaffung eines zentralen Immobilienregisters auffordert, um Geldwäsche im Immobiliensektor zu bekämpfen und die Transparenz zu erhöhen.
- Zentrales Immobilienregister bis 2029 gefordert
- Studie belegt Zusammenhang zwischen Geldwäsche und Immobilienpreisen
- Transparenz soll Eigentumsverhältnisse klarer darstellen
Am 18. Juni 2026 hat die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag einen Antrag eingebracht, der die Bundesregierung auffordert, ein zentrales Immobilienregister zu schaffen. Dieses Register soll bis zum 10. Juli 2029 in Betrieb gehen und dient der Bekämpfung von Geldwäsche im Immobiliensektor sowie der Schaffung von mehr Transparenz über Eigentumsverhältnisse. Der Antrag trägt die Drucksachennummer 21/6566 und fordert die Erfassung von Eigentümeridentitäten, Kaufpreisen und Belastungen wie Hypotheken und Grundschulden.
Was ist das zentrale Immobilienregister?

Das zentrale Immobilienregister ist ein geplantes System, das umfassende Informationen über Immobilien in Deutschland bereitstellen soll. Es wird nicht nur die Identität der Eigentümer erfassen, sondern auch Details zu Kaufpreisen und der gesamten Eigentumshistorie seit dem 8. Juli 2019. Besonders wichtig ist die Sichtbarmachung der wirtschaftlich Berechtigten bei juristischen Personen, um die Transparenz zu erhöhen und Geldwäscheaktivitäten zu erschweren.
Die Linke argumentiert, dass der Immobiliensektor zu den anfälligsten Bereichen für Geldwäsche in Deutschland gehört. Komplexe Eigentümerstrukturen, oft über ausländische Holdinggesellschaften oder Briefkastenfirmen, ermöglichen es, illegale Gewinne in den Markt einzuschleusen. Ein zentrales Register könnte helfen, diese Strukturen transparenter zu machen und somit Geldwäsche zu bekämpfen.
Warum ist das Register notwendig?
Eine Studie des Trierer Instituts für Geldwäsche- und Korruptions-Strafrecht (TrIGeKo) aus dem Jahr 2025 hat einen signifikanten Zusammenhang zwischen Geldwäscheverdachtsmeldungen und den Preisen für Eigentumswohnungen in Deutschland festgestellt. Laut dieser Studie korreliert ein Anstieg der Verdachtsmeldungen mit einem Preisanstieg von durchschnittlich 2% für Eigentumswohnungen. Dies bedeutet, dass Geldwäsche nicht nur die Kaufpreise, sondern auch indirekt die Mieten in Deutschland beeinflusst.
Die Fraktion Die Linke sieht in der Schaffung eines zentralen Immobilienregisters eine Möglichkeit, diesen Trend zu stoppen. Durch die Erfassung und Veröffentlichung von Daten zu Immobilienbesitz und Kaufpreisen soll eine bessere Kontrolle über den Immobilienmarkt ermöglicht werden. Dies könnte auch dazu beitragen, die Spekulation auf dem Immobilienmarkt einzudämmen und die Preise stabiler zu halten.
Wie wird das Register umgesetzt?
- Antrag der Linken: BT-Drs. 21/6566
- Frist für das Register: 10. Juli 2029
- Studie zeigt: 2% Preisanstieg bei Geldwäscheverdachtsmeldungen
Der Antrag der Linken fordert die Bundesregierung auf, vier konkrete Gesetzentwürfe zu erarbeiten. Neben der Schaffung des zentralen Registers wird auch gefordert, dass maschinenlesbare Datensätze zu Immobilien im Besitz von juristischen Personen kostenlos und regelmäßig veröffentlicht werden. Diese Daten sollen in standardisierten Formaten wie JSON oder CSV bereitgestellt werden, um den Zugang zu erleichtern.
Für natürliche Personen ist vorgesehen, dass lediglich anonymisierte Vermerke erscheinen, um den Datenschutz zu gewährleisten. Ein abgestuftes Zugangssystem soll zudem sicherstellen, dass Journalisten, NGOs, Wissenschaftler und Mieter mit einem berechtigten Interesse auf sensiblere Daten zugreifen können.
Welche Herausforderungen gibt es?
Trotz der positiven Aspekte eines zentralen Immobilienregisters gibt es auch Herausforderungen und Bedenken. Kritiker befürchten, dass ein solches Register mit einem enormen bürokratischen Aufwand verbunden sein könnte. Zudem wird die Frage aufgeworfen, ob ein bundesweites Register tatsächlich effektiv Geldwäsche verhindern kann oder ob es lediglich eine zusätzliche Belastung für Eigentümer darstellt.
Ein weiterer Punkt ist die Sorge, dass die Einführung eines solchen Registers als Vorwand für zukünftige Enteignungen dienen könnte. Kritiker argumentieren, dass Immobilienbesitzer dadurch unter Generalverdacht gestellt werden könnten, was zu einem Vertrauensverlust in den Immobilienmarkt führen könnte.
Fazit

Die Forderung der Linken nach einem zentralen Immobilienregister ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Transparenz und Kontrolle im Immobiliensektor. Angesichts der nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen Geldwäsche und steigenden Immobilienpreisen könnte ein solches Register dazu beitragen, die Marktverhältnisse zu stabilisieren und die Spekulation einzudämmen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf diesen Antrag reagieren wird und welche konkreten Maßnahmen letztendlich umgesetzt werden.
Häufige Fragen
Was ist das zentrale Immobilienregister?
Wann soll das Register in Betrieb gehen?
Wie beeinflusst Geldwäsche die Immobilienpreise?
Welche Daten werden im Register erfasst?
Wer hat den Antrag eingebracht?
Quellen: Google News
Symbolbild: Zentrales Immobilienregister zur Bekämpfung von Geldwäsche · Foto: Artful Homes / Pexels


