⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.06.2026
In Österreich gibt es klare Regelungen für Nebenjobs, die sowohl steuerliche als auch sozialversicherungsrechtliche Aspekte betreffen. Hier erfahren Sie, was steuerfrei erlaubt ist und worauf Sie achten müssen.
- Geringfügige Beschäftigung ist bis 551,10 Euro pro Monat steuerfrei.
- Einkünfte über 730 Euro pro Jahr erfordern eine Einkommensteuererklärung.
- Mehrere geringfügige Jobs können zu Nachzahlungen führen.
In Österreich sind Nebenjobs ein beliebter Weg, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Doch viele Arbeitnehmer sind sich nicht bewusst, dass nicht jeder Nebenverdienst automatisch steuerfrei ist. Die aktuellen Regelungen für 2026 geben klare Hinweise, was erlaubt ist und welche steuerlichen Verpflichtungen bestehen.
Was ist die Geringfügigkeitsgrenze?

Die Geringfügigkeitsgrenze in Österreich beträgt im Jahr 2026 551,10 Euro pro Monat. Diese Grenze ist entscheidend für die Sozialversicherung. Verdient ein Arbeitnehmer in einem geringfügigen Job weniger als diesen Betrag, ist er unfallversichert, jedoch nicht automatisch voll kranken-, pensions- und arbeitslosenversichert. Dies bedeutet, dass bei einem einzigen geringfügigen Job in der Regel keine Arbeitnehmerbeiträge zur Vollversicherung gezahlt werden müssen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Geringfügigkeitsgrenze nicht die steuerlichen Verpflichtungen ersetzt. Ein geringfügiger Job kann steuerlich relevant sein, wenn das Gesamteinkommen aus verschiedenen Quellen die festgelegten Grenzen überschreitet.
Steuerliche Regelungen für Nebenjobs
In Österreich gibt es keine allgemeine Regel, die besagt, dass jeder kleine Nebenverdienst automatisch steuerfrei ist. Die steuerliche Behandlung hängt von der Art der Einkünfte ab. Beispielsweise müssen Arbeitnehmer, die neben ihrem Hauptjob einen geringfügigen Nebenjob ausüben, darauf achten, dass ihre Gesamteinkünfte die Jahresgrenze von 14.769 Euro überschreiten. In diesem Fall ist eine Einkommensteuererklärung erforderlich.
Zusätzlich müssen selbstständige Nebeneinkünfte, wie etwa aus Beratungs- oder Kreativdiensten, ab einem Betrag von 730 Euro pro Jahr in der Steuererklärung angegeben werden. Dies bedeutet, dass auch wenn die Einkünfte aus einem Nebenjob geringfügig sind, sie dennoch steuerlich relevant werden können.
Die 730-Euro-Grenze verstehen
Die 730-Euro-Grenze ist ein wichtiger Punkt für alle, die neben ihrem Hauptjob selbstständig tätig sind. Wer Einkünfte aus selbstständiger Arbeit erzielt, muss diese ab einem Betrag von 730 Euro in der Steuererklärung angeben. Liegt der Gewinn zwischen 730 und 1.460 Euro, muss nur der Betrag, der die 730 Euro übersteigt, versteuert werden. Ab einem Gewinn von mehr als 1.460 Euro wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Es ist entscheidend, dass alle Einnahmen und Ausgaben sorgfältig dokumentiert werden. Dies betrifft insbesondere selbstständige Tätigkeiten, bei denen Rechnungen und Zahlungseingänge nachvollziehbar festgehalten werden sollten. Eine ordentliche Buchführung kann helfen, steuerliche Nachzahlungen zu vermeiden.
Sozialversicherungsrechtliche Aspekte
- Geringfügigkeitsgrenze: 551,10 Euro pro Monat
- Veranlagungsfreibetrag: 730 Euro pro Jahr
- Jahresgrenze für Einkommensteuererklärung: 14.769 Euro
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Sozialversicherung bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen. Wenn jemand mehrere geringfügige Jobs hat, kann die Österreichische Gesundheitskasse nachträglich Beiträge vorschreiben, wenn das Gesamteinkommen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet. Dies kann zu unerwarteten Nachzahlungen führen, weshalb es ratsam ist, alle Einkünfte zusammen zu betrachten.
Arbeitnehmer, die einen Hauptjob und einen geringfügigen Nebenjob haben, sollten sich bewusst sein, dass die Sozialversicherungsbeiträge für den Nebenjob nachgezahlt werden müssen, wenn die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Daher ist eine regelmäßige Überprüfung der Einkünfte wichtig.
Digitale Nebenverdienste und ihre steuerliche Behandlung
Mit dem Aufkommen digitaler Plattformen haben viele Menschen die Möglichkeit, online Geld zu verdienen. Einnahmen aus Affiliate-Links, Werbung oder Freelance-Arbeiten können steuerlich relevant sein, auch wenn sie über Plattformen generiert werden. Entscheidend ist, ob eine nachhaltige Tätigkeit mit der Absicht zur Gewinnerzielung vorliegt.
Wer beispielsweise regelmäßig Online-Nachhilfe gibt oder digitale Produkte verkauft, muss die steuerlichen Regelungen beachten. Auch hier gilt die 730-Euro-Grenze, und die Einnahmen müssen entsprechend dokumentiert werden.
Tipps für einen reibungslosen Nebenverdienst
Fazit

Insgesamt ist es wichtig, sich über die steuerlichen Regelungen und sozialversicherungsrechtlichen Aspekte von Nebenjobs in Österreich im Klaren zu sein. Die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro und die 730-Euro-Grenze für selbstständige Einkünfte sind zentrale Punkte, die es zu beachten gilt. Eine sorgfältige Dokumentation aller Einnahmen und Ausgaben sowie eine regelmäßige Überprüfung der Einkünfte können helfen, unerwartete Nachzahlungen zu vermeiden und die steuerlichen Verpflichtungen korrekt zu erfüllen.
Häufige Fragen
Was ist die Geringfügigkeitsgrenze in Österreich?
Wann muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben?
Was passiert bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen?
Wie werden selbstständige Nebeneinkünfte besteuert?
Gilt die Kleinunternehmerregelung auch für Nebenjobs?
Quellen: Google News
Symbolbild: Nebenjob in Österreich: Steuerliche Aspekte · Foto: Liudmyla Shalimova / Pexels


