⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Die Riester-Rente bietet Sparerinnen und Sparern verschiedene Möglichkeiten, ihr angespartes Kapital zu erhalten. Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 ist es wichtig, die Optionen und deren steuerliche Auswirkungen zu verstehen.
- Teilauszahlungen bis zu 30 Prozent sind möglich.
- Gesamtauszahlungen sind oft mit Verlusten verbunden.
- Ab 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen.
Die Riester-Rente ist ein zentrales Element der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Mit rund 15,9 Millionen aktiven Verträgen bietet sie Sparerinnen und Sparern die Möglichkeit, staatliche Zulagen und Steuervorteile zu nutzen. Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 ist es entscheidend, die verschiedenen Möglichkeiten und deren steuerliche Auswirkungen zu verstehen.
Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge zu fördern. Sie richtet sich vor allem an Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Durch staatliche Zulagen und Steuervergünstigungen sollen Anreize geschaffen werden, um für das Alter vorzusorgen. Besonders attraktiv ist die Riester-Rente für Familien und Geringverdiener, die von höheren Zulagen profitieren können.
Wie funktioniert die Auszahlung der Riester-Rente?
Die Auszahlung der Riester-Rente beginnt in der Regel zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr, abhängig vom jeweiligen Vertrag. Zu Beginn der Auszahlungsphase haben Sparer die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Einmalzahlung zu entnehmen. Der Rest wird in eine lebenslange monatliche Rente umgewandelt. Diese Einmalzahlung muss jedoch im Jahr der Auszahlung versteuert werden, was je nach Gesamteinkommen zu einer erheblichen Steuerlast führen kann.
Die Möglichkeit, bis zu 30 Prozent des Kapitals als Teilauszahlung zu entnehmen, kann für viele Sparer attraktiv sein. Diese Option ermöglicht es, kurzfristige finanzielle Bedürfnisse zu decken, ohne den gesamten Vertrag aufzulösen. Allerdings sollte beachtet werden, dass eine Teilauszahlung die monatliche Rente dauerhaft reduziert. Wer sich für diese Option entscheidet, sollte die langfristigen Auswirkungen gut durchrechnen.
Teilauszahlungen: Vor- und Nachteile
- Rund 15,9 Millionen Riester-Verträge in Deutschland
- Teilauszahlung von bis zu 30 Prozent des Kapitals möglich
- Ab 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen
Teilauszahlungen bis zu 30 Prozent sind eine flexible Möglichkeit, auf das angesparte Kapital zuzugreifen. Diese Option kann besonders in Zeiten finanzieller Engpässe hilfreich sein. Allerdings ist es wichtig, die langfristigen Konsequenzen zu berücksichtigen. Eine Teilauszahlung führt zu einer dauerhaften Reduzierung der monatlichen Rente, was die finanzielle Sicherheit im Alter beeinträchtigen kann.
Zusätzlich sollten Sparer beachten, dass die Gesamtauszahlung des Riester-Kapitals theoretisch möglich ist, jedoch in den meisten Fällen unvorteilhaft ist. Die Gesetzgebung betrachtet eine solche Auszahlung als förderschädliche Verwendung, was bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Dies kann dazu führen, dass Sparer am Ende weniger Geld erhalten, als sie ursprünglich eingezahlt haben.
Die Rolle der Immobilien in der Riester-Rente
Ein besonderer Vorteil der Riester-Rente ist die Möglichkeit, das angesparte Guthaben für den Kauf oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie zu verwenden. Diese Option, auch als Wohn-Riester bekannt, ermöglicht es Sparerinnen und Sparern, ihr Riester-Guthaben ohne Verlust von Zulagen oder Steuervorteilen zu nutzen. Dies kann eine attraktive Möglichkeit sein, um in Immobilien zu investieren und gleichzeitig von den Vorteilen der Riester-Rente zu profitieren.
Die Nutzung des Riester-Guthabens für Immobilienkäufe ist besonders relevant in Zeiten steigender Mieten und Immobilienpreise. Sparer können so nicht nur von der staatlichen Förderung profitieren, sondern auch eine wertbeständige Geldanlage schaffen, die im Alter zusätzliche Sicherheit bietet.
Ausblick: Altersvorsorgedepot ab 2027
Ab dem 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Dieses neue System wird flexiblere Anlagemöglichkeiten bieten, einschließlich der Möglichkeit, in weltweit gestreute Aktien-ETFs zu investieren. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge attraktiver zu gestalten und den Sparerinnen und Sparern eine bessere Rendite zu ermöglichen. Die neuen Auszahlungsregeln werden ebenfalls flexibler gestaltet, was den Sparerinnen und Sparern mehr Kontrolle über ihr Kapital gibt.
Die Umstellung auf das Altersvorsorgedepot könnte insbesondere für jüngere Sparer von Vorteil sein, die von den neuen Anlagemöglichkeiten profitieren möchten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Reform auf die bestehenden Riester-Verträge auswirken wird, da für diese ein voller Bestandsschutz gilt.
Fazit

Die Riester-Rente bietet Sparerinnen und Sparern verschiedene Möglichkeiten, ihr Geld zu erhalten. Ob durch Teilauszahlungen, Gesamtauszahlungen oder die Nutzung für Immobilien – jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Angesichts der bevorstehenden Reform der Altersvorsorge ab 2027 sollten Sparer ihre Entscheidungen gut abwägen und die steuerlichen Auswirkungen berücksichtigen. Eine fundierte Planung kann helfen, die Vorteile der Riester-Rente optimal zu nutzen und die finanzielle Sicherheit im Alter zu gewährleisten.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Wie funktioniert die Auszahlung der Riester-Rente?
Welche steuerlichen Aspekte sind bei der Auszahlung zu beachten?
Was ist Wohn-Riester?
Was ändert sich ab 2027?
Quellen: Google News
Symbolbild: Riester-Rente: Geldanlage für die Zukunft · Foto: Picas Joe / Pexels


