⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026
Die Riester-Rente wird abgeschafft, was für Millionen von Sparerinnen und Sparern erhebliche finanzielle Konsequenzen hat. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren haben.
- Riester-Rente wird ab 2027 durch ein neues Altersvorsorgedepot ersetzt.
- Sparer haben seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren.
- Das neue Modell verspricht höhere Renditen und weniger Kosten.
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit 2002 in diese Form der Altersvorsorge investiert haben. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen im Durchschnitt rund 43.000 Euro verloren haben, wenn man die Riester-Rente mit alternativen Anlageformen vergleicht.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge in Deutschland zu fördern. Sie bot staatliche Zulagen und Steuervorteile, die jedoch durch hohe Kosten und eine komplizierte Struktur oft zunichtegemacht wurden. Viele Sparer, die 2002 mit einem monatlichen Beitrag von 100 Euro starteten, mussten feststellen, dass ihre Rendite nach Kosten bei lediglich 2,5 Prozent pro Jahr lag. In der Realität erreichen sogar 65 Prozent der Riester-Produkte nicht einmal 2 Prozent Bruttorendite.
Die Gründe für die hohen Verluste
Die hohen Verluste der Riester-Sparer sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens sind die Kosten für Riester-Produkte mit 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr erheblich. Diese Kosten schmälern die Rendite und machen es schwierig, ein signifikantes Vermögen aufzubauen. Zweitens zwingt die verpflichtende 100-Prozent-Beitragsgarantie die Anbieter dazu, in Anleihen und Garantiefonds zu investieren, die in der Niedrigzinsphase kaum Rendite abwerfen. Im Gegensatz dazu zeigt die Analyse, dass ein hypothetisches Altersvorsorgedepot, das in einen MSCI-World-ETF investiert hätte, eine Nettorendite von 6,2 Prozent pro Jahr erzielt hätte.
Die Reform der Altersvorsorge ab 2027
- Durchschnittlicher Verlust pro Riester-Sparer: 43.000 Euro
- Einführung des neuen Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
- Nettorendite eines MSCI-World-ETFs: 6,2 Prozent pro Jahr
Die Bundesregierung hat die Reform der Altersvorsorge beschlossen, um die private Vorsorge einfacher, günstiger und flexibler zu gestalten. Ab 2027 wird ein Standardprodukt eingeführt, das von allen Banken und Versicherungen angeboten werden muss. Dieses neue Modell wird die starren Beitragsgarantien der Riester-Rente aufbrechen und stattdessen verschiedene Optionen anbieten, darunter auch Produkte ohne Garantie. Ein zentrales Element der Reform ist die Erhöhung der staatlichen Zulagen. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von jährlich 360 Euro.
Die Herausforderungen der Umstellung
Allerdings müssen Sparer auch darauf vorbereitet sein, dass die Umstellung auf das neue System nicht ohne Herausforderungen sein wird. Es wird erwartet, dass am 1. Januar 2027 viele Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein neues Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig um die Eröffnung eines Depots zu kümmern, um Verzögerungen zu vermeiden. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.
Vergleich zwischen Riester-Rente und dem neuen Modell
Ein Vergleich zwischen der Riester-Rente und dem neuen Altersvorsorgedepot zeigt die enormen Unterschiede in der Rendite. Bei einem Eigenbeitrag von 100 Euro monatlich und einer angenommenen Grundzulage von 175 Euro über die komplette Laufzeit ergibt sich für die Riester-Rente ein Depotwert von etwa 46.845 Euro bis Ende 2026. Im Gegensatz dazu könnte das neue Altersvorsorgedepot bei einer Nettorendite von 6,2 Prozent einen Depotwert von etwa 89.732 Euro erreichen. Dies verdeutlicht die enormen Verluste, die Riester-Sparer erlitten haben, insbesondere in Zeiten von Niedrigzinsen und Marktvolatilität.
Fazit

Die Abschaffung der Riester-Rente markiert einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer, die seit 2002 in diese Form der Altersvorsorge investiert haben, haben im Durchschnitt 43.000 Euro verloren. Mit der Einführung des neuen Altersvorsorgedepots ab 2027 ergeben sich jedoch neue Chancen für eine renditestärkere und flexiblere Altersvorsorge. Es bleibt abzuwarten, wie die Umstellung verlaufen wird und welche Herausforderungen dabei auftreten werden.
Häufige Fragen
Was passiert mit der Riester-Rente?
Wie viel Geld haben Sparer verloren?
Was sind die Vorteile des neuen Altersvorsorgedepots?
Wie kann ich von der Reform profitieren?
Was sind die Hauptgründe für die Verluste bei der Riester-Rente?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Riester-Rente und Altersvorsorge im Wandel · Foto: Picas Joe / Pexels


