⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.06.2026
Die Riester-Rente, seit 2002 eine zentrale Säule der Altersvorsorge in Deutschland, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Viele Sparer haben seit ihrer Einführung erhebliche Verluste erlitten.
- Riester-Rente wird 2027 abgeschafft
- Sparer verlieren durchschnittlich 43.000 Euro
- Neues Altersvorsorgedepot ab 2027 verfügbar
Die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als eine der zentralen Säulen der privaten Altersvorsorge in Deutschland galt, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung kommt nicht überraschend, da die Riester-Rente in den letzten Jahren zunehmend in der Kritik stand. Viele Sparer haben seit 2002 erhebliche Verluste erlitten, die sich auf bis zu 43.000 Euro summieren können. Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die Altersvorsorge in Deutschland steht.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde als Antwort auf die demografischen Veränderungen und die sinkenden gesetzlichen Renten eingeführt. Sie sollte den Bürgern helfen, für das Alter vorzusorgen. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben in den letzten zwei Jahrzehnten nicht die Renditen erzielt, die sie für ihre Altersvorsorge benötigten. Die hohen Kosten von durchschnittlich 1,7 Prozent Effektivkosten trugen ebenfalls dazu bei, dass die Erträge stark geschmälert wurden.
Ein Vergleich zeigt, dass Sparer, die 2002 mit einem Riester-Vertrag begonnen haben, im Durchschnitt 43.000 Euro weniger in ihrem Depot haben, als sie mit einem alternativen Altersvorsorgedepot, das auf einem MSCI-World-ETF basiert, hätten ansparen können. Diese Differenz ist nicht nur eine Zahl, sondern spiegelt die Realität wider, dass viele Sparer nicht die Renditen erzielen konnten, die sie für ihre Altersvorsorge benötigten.
Die Gründe für die Verluste
Ein zentraler Grund für die Verluste der Riester-Sparer ist die verpflichtende Beitragsgarantie. Anbieter mussten zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge zurückzahlen. Um diese Garantie zu finanzieren, floss der Großteil des Geldes in niedrig verzinste Anleihen. Für Aktien blieb kaum Platz. Gleichzeitig lagen die Produktkosten bei typischerweise 2 bis 3 Prozent pro Jahr. Von der ohnehin mageren Rendite blieb nach Abzug dieser Gebühren oft weniger übrig als auf einem Tagesgeldkonto.
Die Riester-Rente war gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Die Beitragsgarantie, die Anleger schützen sollte, hat ihnen die Rendite geraubt. Die hohen Kosten waren eine zusätzliche Bürde. Das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar sein wird, korrigiert diese Fehler und gibt Sparern erstmals ein Instrument an die Hand, das staatliche Förderung mit Kapitalmarktrenditen kombiniert.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
- Abschaffung der Riester-Rente: 1. Januar 2027
- Durchschnittlicher Verlust: 43.000 Euro seit 2002
- Einführung des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
Das Altersvorsorgedepot wird ab dem 1. Januar 2027 als Nachfolger der Riester-Rente eingeführt. Es soll die Schwächen der Riester-Rente ausgleichen und bietet eine Kombination aus staatlicher Förderung und Kapitalmarktrenditen. Die Reform wurde im parlamentarischen Verfahren erheblich verbessert, um den Bedürfnissen der Sparer besser gerecht zu werden.
Ein wesentlicher Vorteil des neuen Modells ist der Kostendeckel, der auf 1 Prozent der Anlagesumme festgelegt wurde. Dies ist ein Kompromiss zwischen den Forderungen der Verbraucherschützer und der Versicherungsbranche. Wer selbst günstige ETFs auswählt, kann sogar mit Kosten von nur 0,1 bis 0,2 Prozent rechnen.
Die Vorteile des neuen Modells
Das Altersvorsorgedepot bietet zahlreiche Vorteile. Die Grundzulage steigt von den ursprünglich geplanten 30 Cent auf 50 Cent pro eingezahltem Euro. Für die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent pro Euro, für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro noch 25 Cent. Dies bedeutet, dass Sparer, die monatlich 100 Euro einzahlen, eine Förderung von 390 Euro erhalten können.
Ein weiterer Vorteil ist die Öffnung für Selbstständige, die im ersten Entwurf ausgeschlossen waren. Die Begründung der Koalition lautet, dass Selbstständige besonders häufig von Altersarmut betroffen sind. Diese Reform fällt in praktisch jedem Punkt besser aus als der erste Entwurf und bietet Sparer, die sich schon mit dem ursprünglichen Entwurf anfreunden konnten, ein klares Upgrade.
Was bedeutet das für die Sparer?
Die Abschaffung der Riester-Rente markiert einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer, die seit 2002 auf die Riester-Rente gesetzt haben, müssen sich mit den Verlusten von bis zu 43.000 Euro auseinandersetzen. Doch mit dem neuen Altersvorsorgedepot gibt es die Chance auf eine bessere finanzielle Zukunft. Die Reform bietet nicht nur höhere Zulagen und niedrigere Kosten, sondern auch die Möglichkeit, von den Kapitalmärkten zu profitieren.
Es bleibt abzuwarten, wie sich das neue Modell in der Praxis bewähren wird, doch die ersten Anzeichen deuten auf eine positive Entwicklung hin. Wer jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.
Fazit

Die Riester-Rente wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft, und viele Sparer haben seit 2002 erhebliche Verluste erlitten. Die Einführung des Altersvorsorgedepots bietet jedoch eine vielversprechende Alternative, die staatliche Förderung mit Kapitalmarktrenditen kombiniert. Sparer sollten sich frühzeitig informieren und die Vorteile des neuen Modells nutzen, um ihre Altersvorsorge zu optimieren.
Häufige Fragen
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Wie viel Geld habe ich durch die Riester-Rente verloren?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die Kosten des neuen Altersvorsorgedepots?
Wann kann ich das neue Altersvorsorgedepot eröffnen?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Finanzplanung für die Altersvorsorge · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


