⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.08.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer teuer werden. Bis zu 7.300 Euro Verlust sind möglich, wenn man nicht die richtigen Alternativen in Betracht zieht.
- Kündigung führt zu hohen Verlusten
- Förderungen müssen zurückgezahlt werden
- Alternativen zur Kündigung sind sinnvoll
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für viele Sparer eine kostspielige Entscheidung sein. Aktuelle Berechnungen zeigen, dass eine Riester-Sparerin durch die Kündigung ihres Vertrags bis zu 7.300 Euro verlieren kann. Dies geschieht, weil bei einer Kündigung alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. In diesem Artikel beleuchten wir die finanziellen Folgen einer Kündigung und welche Alternativen es gibt.
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wenn ein Sparer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst er eine sogenannte förderungsschädliche Verwendung aus. Dies bedeutet, dass sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können diese Rückzahlungen schnell zwischen 5.000 und 10.000 Euro liegen. Diese Summe fließt direkt an das Finanzamt und an die Zulagenstelle zurück, was die finanzielle Situation der Sparer erheblich belasten kann.
Ein Beispiel verdeutlicht die finanziellen Folgen: Maria, eine 45-jährige Riester-Sparerin, hat insgesamt 15.600 Euro in ihren Vertrag eingezahlt und erhielt rund 4.200 Euro an Zulagen sowie 2.800 Euro an Steuervorteilen. Ihr aktuelles Guthaben beträgt 21.000 Euro. Kündigt sie ihren Vertrag, muss sie 4.200 Euro an Zulagen und 2.800 Euro an Steuervorteilen zurückzahlen, was zu einem verbleibenden Betrag von nur 13.700 Euro führt.
Die finanziellen Konsequenzen der Kündigung
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann nicht nur zu einem Verlust von Zulagen und Steuervorteilen führen, sondern auch zu zusätzlichen Kosten. Sparer müssen oft mit Stornogebühren rechnen, die den Verlust weiter erhöhen können. Besonders bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten, kann die Kündigung den Großteil des eingezahlten Geldes vernichten.
Die finanziellen Konsequenzen sind besonders gravierend, wenn man bedenkt, dass das Guthaben bei einer Stilllegung des Vertrags weiterhin investiert bleibt und die bisherigen Zulagen erhalten bleiben. Dies ist eine wichtige Überlegung für Sparer, die über eine Kündigung nachdenken.
Alternativen zur Kündigung
- Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
- Rückzahlung von Zulagen: 4.200 Euro
- Rückzahlung von Steuervorteilen: 2.800 Euro
Statt zu kündigen, haben Riester-Sparer ab 2027 mehrere Optionen, die alle günstiger sind. Eine Möglichkeit ist, den Vertrag stillzulegen. Dies bedeutet, dass keine weiteren Einzahlungen geleistet werden, das Guthaben jedoch investiert bleibt und die bisherigen Zulagen erhalten bleiben. Dies ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag schon länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere Option ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Das bestehende Guthaben kann in ein Altersvorsorgedepot übertragen werden, wobei Zulagen und Steuervorteile erhalten bleiben und nichts zurückgezahlt werden muss. Nach fünf Jahren Vertragslaufzeit ist der Wechsel kostenlos, davor fallen maximal 150 Euro an. Diese Option ist besonders attraktiv für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben.
Die Vorteile des neuen Altersvorsorgedepots
Mit dem Start des Altersvorsorgedepots im Jahr 2027 haben Sparer die Möglichkeit, von günstigeren Konditionen zu profitieren. Im neuen System wird die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind bereits ab einem Eigenbeitrag von 25 Euro pro Monat erreicht. Dies macht das neue System für viele Sparer attraktiver, insbesondere für diejenigen, die in der Vergangenheit von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben.
Die Möglichkeit, das Guthaben in ein Altersvorsorgedepot zu übertragen, ohne dass Rückzahlungen erforderlich sind, ist ein entscheidender Vorteil. Sparer sollten sich daher frühzeitig anmelden, um Verzögerungen bei der Identitätsprüfung zu vermeiden und am 1. Januar 2027 direkt starten zu können.
Fazit: Kündigung vermeiden und Alternativen nutzen

Die Kündigung eines Riester-Vertrags sollte die letzte Option sein, da die finanziellen Nachteile in der Regel überwiegen. Sparer sollten die verschiedenen Alternativen in Betracht ziehen, um ihre Altersvorsorge zu optimieren. Das Stilllegen des Vertrags oder der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot sind Optionen, die es ermöglichen, die bisherigen Zulagen und Steuervorteile zu erhalten, ohne dass Rückzahlungen erforderlich sind. Wer jetzt handelt, kann von den neuen Möglichkeiten ab 2027 profitieren und seine Altersvorsorge nachhaltig sichern.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Wann sollte ich meinen Riester-Vertrag kündigen?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente · Foto: Picas Joe / Pexels


