⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 20.06.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann Sparer teuer zu stehen kommen. Bis zu 7.300 Euro Verlust sind möglich, wenn man die falsche Entscheidung trifft.
- Kündigung führt zu hohen Verlusten
- Alternativen: Stilllegung oder Wechsel ins Altersvorsorgedepot
- Altersvorsorgedepot startet 2027
Die Entscheidung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann für viele Sparer eine teure Falle sein. Aktuellen Berechnungen zufolge können Sparer bis zu 7.300 Euro verlieren, wenn sie ihren Vertrag auflösen, anstatt ihn stillzulegen oder in ein neues Altersvorsorgedepot zu wechseln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots im Jahr 2027 denken viele über die Auflösung ihrer alten Verträge nach. Doch die klare Empfehlung der Experten lautet: Nicht kündigen!
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine sogenannte förderungsschädliche Verwendung aus. Dies bedeutet, dass alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können dies schnell 5.000 bis 10.000 Euro sein, die an das Finanzamt und die Zulagenstelle zurückfließen. Hinzu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die den Verlust weiter erhöhen.
Die Realität zeigt, dass das, was nach einer Kündigung vom ausgezahlten Guthaben übrig bleibt, oft ernüchternd wenig ist. Besonders bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten, kann die Kündigung den Großteil des eingezahlten Geldes vernichten. Daher ist es wichtig, die finanziellen Konsequenzen einer Kündigung genau zu verstehen, bevor man diesen Schritt wagt.
Alternativen zur Kündigung
Statt zu kündigen, haben Riester-Sparer ab 2027 mehrere Optionen, die alle günstiger sind. Eine Möglichkeit ist die Stilllegung des Vertrags. Hierbei werden keine weiteren Einzahlungen geleistet, das Guthaben bleibt jedoch investiert und die bisherigen Zulagen werden weiterhin erhalten. Dies ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere attraktive Option ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Das bestehende Guthaben kann in dieses neue System übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile verloren gehen. Nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ist dieser Wechsel kostenlos; davor fallen maximal 150 Euro an. Diese Option ist besonders vorteilhaft für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben und nun von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren können.
Der Start des Altersvorsorgedepots 2027
- Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
- Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
Das Altersvorsorgedepot wird am 1. Januar 2027 eingeführt und ersetzt die klassische Riester-Rente für Neuabschlüsse. Für viele Sparer bedeutet dies eine Chance, ihre Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Es wird erwartet, dass Hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte.
Um Verzögerungen zu vermeiden, sollten Sparer bereits jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnen. Dadurch wird die Identitätsprüfung bereits erledigt, und sie können am 1. Januar direkt starten, ohne Warteschlangen und ohne verpasste Förderungen.
Vertrag behalten oder wechseln?
Eine weitere Möglichkeit für Riester-Sparer ist, den alten Vertrag beim gleichen Anbieter zu behalten und in die neue Fördersystematik zu wechseln. Hierbei wird die Förderung auf 50 Cent pro Euro bis 360 Euro und 25 Cent darüber umgestellt, anstelle der festen 175 Euro Riester-Grundzulage. Dies kann sich für jeden lohnen, der mehr als 350 Euro im Jahr einzahlt.
Es ist wichtig, die verbleibende Zeit bis 2027 zu nutzen, um den eigenen Vertrag zu überprüfen. Fragen wie die Höhe der laufenden Kosten, die erhaltenen Zulagen und die Frage, ob man im neuen System besser aufgehoben ist, sollten geklärt werden. Die Antwort ist individuell, aber eines ist sicher: Eine Kündigung ist fast immer der teuerste Fehler.
Fazit

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann erhebliche finanzielle Verluste nach sich ziehen, die bis zu 7.300 Euro betragen können. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Alternativen wie die Stilllegung oder den Wechsel in ein Altersvorsorgedepot in Betracht ziehen. Mit dem Start des neuen Systems im Jahr 2027 stehen viele Möglichkeiten offen, die es ermöglichen, die Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Eine sorgfältige Prüfung der eigenen Situation ist unerlässlich, um die besten Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Was ist eine förderschädliche Verwendung?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Überlegungen zur Riester-Rente · Foto: Picas Joe / Pexels


