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Riester-Vertrag kündigen? So verlieren Sparer bis zu 7.300 Euro

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.06.2026

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer erhebliche finanzielle Verluste mit sich bringen. Experten warnen davor, dass bis zu 7.300 Euro verloren gehen können, wenn der Vertrag vorzeitig aufgelöst wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kündigung kann bis zu 7.300 Euro kosten
  • Altersvorsorgedepot startet 2027
  • Alternativen zur Kündigung sind sinnvoller

Die Entscheidung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann für viele Sparer eine teure Falle sein. Aktuellen Berechnungen zufolge können Sparer bis zu 7.300 Euro verlieren, wenn sie ihren Vertrag auflösen, anstatt ihn stillzulegen oder in ein neues Altersvorsorgedepot zu wechseln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots im Jahr 2027 denken viele über die Auflösung ihrer alten Verträge nach. Doch die klare Empfehlung der Experten lautet: Nicht kündigen!

Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Riester-Vertrag und Altersvorsorge
Symbolbild: Riester-Vertrag und Altersvorsorge · Foto: AI25.Studio Studio / Pexels

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine sogenannte förder-schädliche Verwendung aus. Das bedeutet, dass sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können so leicht 5.000 bis 10.000 Euro zusammenkommen, die ans Finanzamt und an die Zulagenstelle zurückfließen. Dazu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die den Verlust weiter erhöhen können.

Was vom ausgezahlten Guthaben übrig bleibt, ist oft ernüchternd wenig. Besonders bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten, kann die Kündigung den Großteil des eingezahlten Geldes vernichten. Daher ist es wichtig, sich vor einer Kündigung umfassend zu informieren und die finanziellen Konsequenzen abzuwägen.

Alternativen zur Kündigung

Statt zu kündigen, haben Riester-Sparer ab 2027 mehrere Optionen, die alle günstiger sind. Eine Möglichkeit ist die Stilllegung des Vertrags. Hierbei werden keine weiteren Einzahlungen geleistet, das Guthaben bleibt jedoch investiert und die bisherigen Zulagen werden weiterhin erhalten. Dies ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.

Eine weitere attraktive Option ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Das bestehende Guthaben kann in dieses neue System übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile verloren gehen. Nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ist dieser Wechsel kostenlos; davor fallen maximal 150 Euro an. Diese Option ist besonders vorteilhaft für Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben und nun von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren können.

Der Start des Altersvorsorgedepots

Fakten auf einen Blick

  • Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
  • Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
  • Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen bei Kündigung

Das Altersvorsorgedepot wird am 1. Januar 2027 eingeführt und ersetzt die klassische Riester-Rente für Neuabschlüsse. Für viele Sparer bedeutet dies eine Chance, ihre Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Es wird erwartet, dass Hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte.

Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung, denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange und ohne verpasste Förderung.

Vertrag behalten oder wechseln?

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den alten Vertrag beim gleichen Anbieter zu behalten, aber in die neue Fördersystematik zu wechseln. Hierbei können die bisherigen Zulagen und Steuervorteile erhalten bleiben, ohne dass eine Rückzahlung erforderlich ist. Allerdings ist der Vorteil des alten Systems inzwischen deutlich geschrumpft, da im neuen Altersvorsorgedepot die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind jetzt schon ab 25 Euro Eigenbeitrag im Monat erreicht werden kann.

Die Entscheidung, ob man den Vertrag behält oder wechselt, sollte individuell getroffen werden. Es ist ratsam, die laufenden Kosten und die Höhe der erhaltenen Zulagen zu prüfen, um die beste Option für die eigene Altersvorsorge zu wählen.

Fazit

Riester-Vertrag und Altersvorsorge
Symbolbild: Riester-Vertrag und Altersvorsorge · Foto: Kindel Media / Pexels

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann erhebliche finanzielle Verluste nach sich ziehen, die bis zu 7.300 Euro betragen können. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Alternativen wie die Stilllegung oder den Wechsel in ein Altersvorsorgedepot in Betracht ziehen. Mit dem Start des neuen Systems im Jahr 2027 stehen viele Möglichkeiten offen, die es ermöglichen, die Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Eine sorgfältige Prüfung der eigenen Situation ist unerlässlich, um die besten Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

Häufige Fragen

Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Bei der Kündigung eines Riester-Vertrags müssen alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden, was zu erheblichen Verlusten führen kann.
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Alternativen zur Kündigung sind die Stilllegung des Vertrags oder der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot, bei dem die bisherigen Zulagen erhalten bleiben.
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot wird am 1. Januar 2027 eingeführt und ersetzt die klassische Riester-Rente für Neuabschlüsse.
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Die Verluste können je nach Laufzeit des Vertrags bis zu 7.300 Euro betragen, insbesondere wenn Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen.
Was ist eine förderschädliche Verwendung?
Eine förderschädliche Verwendung tritt ein, wenn der Riester-Vertrag gekündigt wird, was zur Rückforderung aller erhaltenen staatlichen Förderungen führt.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Riester-Vertrag und Altersvorsorge · Foto: Picas Joe / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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