⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 02.07.2026
Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer erhebliche finanzielle Verluste mit sich bringen. Experten warnen, dass bis zu 7.300 Euro verloren gehen können, wenn der Vertrag vorzeitig aufgelöst wird.
- Kündigung kann bis zu 7.300 Euro kosten
- Altersvorsorgedepot startet 2027
- Alternativen zur Kündigung sind sinnvoller
Die Entscheidung, einen Riester-Vertrag zu kündigen, kann für viele Sparer eine teure Falle sein. Aktuellen Berechnungen zufolge können Sparer bis zu 7.300 Euro verlieren, wenn sie ihren Vertrag auflösen, anstatt ihn stillzulegen oder in ein neues Altersvorsorgedepot zu wechseln. Mit dem Start des Altersvorsorgedepots im Jahr 2027 denken viele über die Auflösung ihrer alten Verträge nach. Doch die klare Empfehlung der Experten lautet: Nicht kündigen!
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?

Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, löst eine sogenannte förder-schädliche Verwendung aus. Das bedeutet, dass sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile auf einen Schlag zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Vertrag, der über 15 Jahre gelaufen ist, können so leicht 5.000 bis 10.000 Euro zusammenkommen, die ans Finanzamt und an die Zulagenstelle zurückfließen. Dazu kommen mögliche Stornogebühren des Anbieters, die den Verlust weiter erhöhen können.
Ein Beispiel verdeutlicht die Situation: Maria, eine 45-jährige Riester-Sparerin, hat seit 2012 in ihren Vertrag eingezahlt und erhält nun die Möglichkeit, diesen zu kündigen. Ihr aktuelles Guthaben liegt bei 21.000 Euro, doch bei einer Kündigung müsste sie 4.200 Euro an Zulagen und 2.800 Euro an Steuervorteilen zurückzahlen. Nach Abzug von Stornogebühren bleibt ihr nur ein Bruchteil des ursprünglichen Guthabens.
Die finanziellen Folgen einer Kündigung
Die finanziellen Konsequenzen einer Kündigung sind oft ernüchternd. Besonders bei Verträgen, die in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten hatten, kann die Kündigung den Großteil des eingezahlten Geldes vernichten. Wer also überlegt, seinen Riester-Vertrag zu kündigen, sollte sich bewusst sein, dass er nicht nur seine Altersvorsorge gefährdet, sondern auch erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen muss.
Die Entscheidung für eine Kündigung kann auch langfristige Auswirkungen auf die finanzielle Situation eines Sparers haben. Wer beispielsweise auf das Geld angewiesen ist, um aktuelle finanzielle Engpässe zu überbrücken, sollte die möglichen Verluste genau abwägen. In vielen Fällen bleibt am Ende nur ein Bruchteil des Depotwerts übrig, was die Kündigung zu einem riskanten Schritt macht.
Alternativen zur Kündigung
- Verlust bei Kündigung: bis zu 7.300 Euro
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
- Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen bei Kündigung
Statt zu kündigen, haben Riester-Sparer ab 2027 mehrere Optionen, die alle günstiger sind. Eine Möglichkeit ist die Stilllegung des Vertrags. Hierbei werden keine weiteren Einzahlungen geleistet, das Guthaben bleibt jedoch investiert und die bisherigen Zulagen werden weiterhin erhalten. Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn der Vertrag bereits länger läuft und die Abschlusskosten abbezahlt sind.
Eine weitere attraktive Option ist der Wechsel in ein Altersvorsorgedepot. Das bestehende Guthaben kann in dieses neue System übertragen werden, ohne dass Zulagen oder Steuervorteile verloren gehen. Nach einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren ist dieser Wechsel kostenlos, davor fallen maximal 150 Euro an. Besonders Singles und Gutverdiener, die von den festen Riester-Zulagen wenig profitiert haben, können von günstigeren ETF-Kosten und einer vollen Aktienquote profitieren.
Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027
Das Altersvorsorgedepot wird am 1. Januar 2027 eingeführt und ersetzt die klassische Riester-Rente für Neuabschlüsse. Für viele Sparer bedeutet dies eine Chance, ihre Altersvorsorge effizienter zu gestalten. Es wird erwartet, dass Hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte.
Wer jetzt bei finanzen.net ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange und ohne verpasste Förderung. Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung, denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Daher ist es ratsam, sich frühzeitig um einen Wechsel zu kümmern.
Fazit: Kündigung vermeiden und Alternativen nutzen

Die Kündigung eines Riester-Vertrags kann für Sparer erhebliche finanzielle Verluste mit sich bringen. Die Möglichkeit, bis zu 7.300 Euro zu verlieren, sollte ernst genommen werden. Statt zu kündigen, sollten Sparer die Alternativen wie die Stilllegung des Vertrags oder den Wechsel in ein Altersvorsorgedepot in Betracht ziehen. Diese Optionen bieten nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch die Möglichkeit, von zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Altersvorsorge zu profitieren.
Häufige Fragen
Was passiert bei der Kündigung eines Riester-Vertrags?
Wie hoch sind die Verluste bei einer Kündigung?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?
Was sind die Vorteile des Altersvorsorgedepots?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Riester-Vertrag und Altersvorsorge · Foto: Picas Joe / Pexels


