⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 30.07.2026
Die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Teile der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen, sorgen für heftige Reaktionen in der Fußballwelt. Funktionäre äußern sich besorgt über die Kommerzialisierung des Sports.
- Infantino plant Verkauf von WM-Rechten an Investoren.
- Kritik von DFB und UEFA an der Kommerzialisierung.
- Funktionäre warnen vor Verlust der Fan-Akzeptanz.
Die Fußballwelt steht Kopf, nachdem Gianni Infantino, Präsident der FIFA, weniger als zwei Wochen nach dem WM-Finale neue Pläne vorgestellt hat, die für viel Aufregung sorgen. Der Vorschlag, private Investoren an den kommerziellen Rechten der FIFA zu beteiligen, hat nicht nur die Mitgliedsverbände überrascht, sondern auch eine Welle der Kritik ausgelöst. Infantino plant, etwa 20% der Anteile an einem neuen Tochterunternehmen, das die kommerziellen Rechte an den FIFA-Wettbewerben verwalten soll, zu verkaufen. Der Wert dieses Unternehmens wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt.
Was sind die Hintergründe von Infantinos Plänen?

Infantino argumentiert, dass dieser Schritt eine einmalige finanzielle Chance für die Mitgliedsverbände darstellt. Diese könnten durch den Verkauf von Anteilen an dem neuen Unternehmen, das den Namen FIFA Forward Enterprise (FFE) tragen soll, erheblich profitieren. Die Verbände sollen bis zu 20 Millionen Dollar pro Jahr erhalten, was eine signifikante Steigerung im Vergleich zu den bisherigen Förderungen darstellt. Die Frist für die Entscheidung der Mitgliedsverbände läuft bis zum 19. September 2026.
Die FIFA plant, mit der New Yorker Bank JP Morgan zusammenzuarbeiten, um die Investoren zu gewinnen. Zu den potenziellen Geldgebern zählt auch der Fonds Thrive Eternal von Joshua Kushner, was die politischen Verbindungen zwischen Infantino und der US-Politik weiter verstärkt. Diese Verbindungen werfen Fragen zur Transparenz und zur Governance innerhalb des Weltverbands auf.
Reaktionen aus der Fußballwelt
Die Reaktionen auf Infantinos Pläne sind überwiegend negativ. DFB-Präsident Bernd Neuendorf bezeichnete die Pläne als „fatalen Zeichen“ und warnte davor, den Fußball zum Spielball von Investoren zu machen. Er betonte, dass die Akzeptanz der Fans nicht verloren gehen dürfe und dass die FIFA nicht nur auf Profit aus sein sollte. Auch Hans-Joachim Watzke, Präsident von Borussia Dortmund und Vizepräsident des DFB, äußerte sich kritisch und bezeichnete die Pläne als „Angriff auf den Fußball“.
Die UEFA hat sich ebenfalls klar gegen die Pläne positioniert. In einer offiziellen Mitteilung wurde betont, dass die Seele und die Governance des Fußballs keine Handelswaren seien. Diese Aussagen verdeutlichen die Besorgnis über die zunehmende Kommerzialisierung des Sports und die möglichen Auswirkungen auf die Integrität des Fußballs.
Die wirtschaftlichen Implikationen
- FIFA-Plan: Verkauf von 20% der Anteile an Investoren
- Wert des Unternehmens: 20 Milliarden Dollar
- Frist für Mitgliedsverbände: bis 19. September 2026
Die Pläne von Infantino könnten weitreichende wirtschaftliche Folgen haben, nicht nur für die FIFA, sondern auch für die gesamte Fußballindustrie. Die Möglichkeit, große Summen von Investoren zu erhalten, könnte kurzfristig finanzielle Stabilität bringen. Langfristig besteht jedoch die Gefahr, dass die Kommerzialisierung des Fußballs die Beziehung zu den Fans und die kulturelle Bedeutung des Spiels untergräbt.
In einer Zeit, in der viele Sportarten um Zuschauer und Sponsoren kämpfen, könnte die FIFA durch diesen Schritt versuchen, sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Mitgliedsverbände bereit sind, diesen Weg mitzugehen, insbesondere angesichts der massiven Kritik, die bereits laut geworden ist.
Die Rolle der Investoren im Fußball
Die Diskussion über Investoren im Fußball ist nicht neu. In den letzten Jahren haben viele Clubs in Europa Kapital von Investoren aufgenommen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Watzke hatte vor einigen Jahren selbst betont, dass der Fußball Investoren brauche, um im internationalen Vergleich nicht zurückzufallen. Doch die aktuelle Situation zeigt, dass die Akzeptanz von Investoren stark von der Art und Weise abhängt, wie diese in den Sport integriert werden.
Die Bedenken, die jetzt von vielen Funktionären geäußert werden, sind nicht unbegründet. Wenn der Fußball zu einem reinen Geschäft wird, könnte dies die Leidenschaft und die Identität des Sports gefährden. Die Frage bleibt, ob die Mitgliedsverbände bereit sind, die Risiken eines solchen Deals einzugehen.
Fazit: Ein kritischer Wendepunkt für den Fußball

Die Pläne von Gianni Infantino, Teile der WM-Rechte an Investoren zu verkaufen, stellen einen kritischen Wendepunkt für den Fußball dar. Die heftige Kritik von Funktionären und Verbänden zeigt, dass viele die Kommerzialisierung des Sports als Bedrohung ansehen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu sehen, ob die Mitgliedsverbände bereit sind, diesen Weg zu beschreiten oder ob sie sich gegen die Pläne von Infantino stellen werden. Die Diskussion über die Zukunft des Fußballs und die Rolle von Investoren wird weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Häufige Fragen
Was sind die Pläne von Gianni Infantino?
Wie reagieren die Funktionäre auf Infantinos Pläne?
Was könnte der finanzielle Nutzen für die Mitgliedsverbände sein?
Wann müssen die Mitgliedsverbände über die Pläne abstimmen?
Was sind die Bedenken bezüglich der Kommerzialisierung?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: FIFA-Pläne und ihre Auswirkungen auf den Fußball · Foto: George Zografidis / Pexels


