StartWirtschaft & KonjunkturRWE-Chef exklusiv: Nie wieder sinkende Energiepreise

RWE-Chef exklusiv: Nie wieder sinkende Energiepreise

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.09.2026

Markus Krebber, der Vorstandsvorsitzende von RWE, äußert sich besorgt über die zukünftige Entwicklung der Energiepreise in Deutschland. Er warnt, dass die Preise auf einem hohen Niveau bleiben werden, was weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben könnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krebber sieht steigende Nachfrage als Hauptgrund für hohe Preise.
  • Die energieintensive Industrie benötigt gezielte Entlastungen.
  • RWE investiert massiv in erneuerbare Energien und Infrastruktur.

Markus Krebber, der Vorstandsvorsitzende von RWE, hat in einer aktuellen Stellungnahme deutlich gemacht, dass die Energiepreise in Deutschland auf einem hohen Niveau bleiben werden. In einem Vortrag vor der Wirtschaftsinitiative Frankfurt äußerte er, dass die Vorstellung, die Preise könnten durch den Ausbau erneuerbarer Energien sinken, nicht realistisch sei. „Strom wird weltweit nicht billiger“, so Krebber. Diese Aussage hat weitreichende Implikationen für die deutsche Wirtschaft, insbesondere in Zeiten von Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten.

Die Ursachen für hohe Energiepreise

Zukunft der Energiepreise und Infrastruktur
Symbolbild: Zukunft der Energiepreise und Infrastruktur · Foto: Reinhard Bruckner / Pexels

Die Gründe für die anhaltend hohen Energiepreise sind vielfältig. Krebber hebt hervor, dass die Nachfrage nach Strom durch die zunehmende Verbreitung von Elektroautos und den Betrieb von KI-Rechenzentren stark ansteigt. Diese neuen Nachfragegruppen sind bereit, höhere Preise zu zahlen, was das allgemeine Preisniveau weiter nach oben treibt. Zudem sind die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur und die geopolitische Lage, insbesondere die Unsicherheiten im Nahen Osten, Faktoren, die die Preise zusätzlich belasten.

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Ein weiterer Aspekt ist die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die in den letzten Jahren durch geopolitische Krisen wie den Ukraine-Konflikt und die Spannungen im Iran verstärkt wurde. Diese Krisen haben zu Preissprüngen auf den Energiemärkten geführt, die sich direkt auf die Verbraucherpreise auswirken. Krebber zieht Parallelen zur Ölkrise von 1973, die ebenfalls zu einem Umdenken in der Energiepolitik führte und massive Investitionen in alternative Energiequellen nach sich zog.

Die Rolle der Industrie

Die energieintensive Industrie in Deutschland steht unter Druck, da die hohen Energiepreise ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Krebber appelliert an die Politik, ein differenziertes Preismodell für stromintensive Industrien zu entwickeln. Dieses Modell sollte langfristig angelegt sein und nicht nur kurzfristige Beihilfen bieten. „Das ist keine Beihilfe, das ist bewusste Preisgestaltung“, betont Krebber. Die Industrie benötigt gezielte Entlastungen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

Ein Beispiel für solche Entlastungen könnte die langfristige Zuteilung von CO2-Zertifikaten oder die Befreiung von Netzentgelten sein. Krebber verweist auf andere Industrieländer, die ähnliche Modelle implementiert haben, um ihre energieintensive Industrie zu unterstützen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern und gleichzeitig die Energiewende voranzutreiben.

Investitionen in erneuerbare Energien

Fakten auf einen Blick

  • RWE-Chef Markus Krebber erwartet keine sinkenden Energiepreise.
  • Die Nachfrage nach Strom wird durch Elektroautos und KI-Rechenzentren steigen.
  • RWE investiert jährlich sieben Milliarden Euro in den Energiemix.

RWE selbst investiert jährlich etwa sieben Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien und die notwendige Infrastruktur. Krebber hebt hervor, dass Deutschland beim Zubau neuer Kapazitäten nicht so schlecht dasteht, wie oft angenommen wird. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran, jedoch ist es ebenso wichtig, gesicherte Leistung für Zeiten zu schaffen, in denen Wind und Sonne nicht ausreichend Energie liefern können.

Die Herausforderungen, die sich aus der Energiewende ergeben, sind nicht zu unterschätzen. In den letzten Jahren wurden in Deutschland mehr gesicherte Leistung stillgelegt als neu aufgebaut, was zu den aktuellen Knappheiten und hohen Preisen führt. Krebber fordert daher einen schnellen und koordinierten Ausbau von Netzen und Erzeugungskapazitäten, um die Energieversorgung langfristig zu sichern.

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die hohen Energiepreise haben nicht nur Auswirkungen auf die Industrie, sondern auch auf die Verbraucher. Die Inflation, die durch steigende Energiepreise angeheizt wird, belastet die Haushalte und führt zu einer erhöhten finanziellen Belastung. Krebber warnt, dass die aktuelle Situation die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen könnte, was sich negativ auf die gesamte Wirtschaft auswirken würde.

Die Politik steht in der Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen der hohen Energiepreise abzumildern. Dies könnte durch gezielte Förderprogramme oder durch die Unterstützung von Investitionen in erneuerbare Energien geschehen. Ein stabiler und bezahlbarer Zugang zu Energie ist entscheidend für das wirtschaftliche Wachstum und die soziale Stabilität in Deutschland.

Fazit

Zukunft der Energiepreise und Infrastruktur
Symbolbild: Zukunft der Energiepreise und Infrastruktur · Foto: K / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass RWE-Chef Markus Krebber eine klare Botschaft sendet: Die Energiepreise werden auf einem hohen Niveau bleiben, und die Gründe dafür sind vielschichtig. Die steigende Nachfrage, geopolitische Unsicherheiten und die Notwendigkeit von Investitionen in die Infrastruktur sind zentrale Faktoren, die die Preisentwicklung beeinflussen. Die Politik ist gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern und gleichzeitig die Verbraucher zu entlasten. Die Zukunft der Energiepreise bleibt somit ein zentrales Thema für die deutsche Wirtschaft.

Häufige Fragen

Warum werden die Energiepreise nicht sinken?
Laut RWE-Chef Markus Krebber wird die steigende Nachfrage, insbesondere durch Elektroautos und digitale Infrastruktur, die Preise hochhalten.
Welche Maßnahmen fordert Krebber für die Industrie?
Krebber fordert eine langfristige Preisgestaltung für stromintensive Industrien, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Wie viel investiert RWE in den Energiemix?
RWE investiert jährlich etwa sieben Milliarden Euro in den Aufbau eines diversifizierten Energiemixes.
Was sind die Hauptursachen für die hohen Energiepreise?
Die Ursachen sind unter anderem geopolitische Spannungen, steigende Nachfrage und hohe Investitionskosten in die Infrastruktur.
Wie sieht die Zukunft der Energiepreise aus?
Krebber erwartet, dass die Energiepreise auf einem hohen Niveau bleiben werden, was auch die Inflation und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beeinflussen könnte.

Quellen: Google News

Symbolbild: Zukunft der Energiepreise und Infrastruktur · Foto: Mariana M Caceres / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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