⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 26.08.2026
Sechs EU-Staaten haben angesichts der steigenden Energiepreise Alarm geschlagen und fordern eine europaweite Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Diese Maßnahme soll helfen, die Belastungen für die Bevölkerung zu verringern.
- Sechs EU-Staaten fordern Übergewinnsteuer
- Hohe Energiepreise belasten Verbraucher
- Treffen der Finanzminister im September
Sechs EU-Staaten haben angesichts der steigenden Energiepreise Alarm geschlagen und fordern eine europaweite Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Diese Maßnahme soll helfen, die Belastungen für die Bevölkerung zu verringern. In einem gemeinsamen Schreiben an die irische EU-Ratspräsidentschaft appellieren die Finanzminister von Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Polen und Österreich, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Treffens der EU-Finanzminister am 18. und 19. September 2026 in Dublin zu setzen.
Was geschah in der EU bezüglich der Energiepreise?

Die Minister betonen, dass die hohen Energiepreise, die durch geopolitische Konflikte, insbesondere im Nahen Osten, weiter angeheizt werden, eine erhebliche Belastung für die Bürger darstellen. Die Rohölpreise sind seit Beginn des Konflikts um etwa 25 Prozent gestiegen, während die Preise für verarbeitete Produkte wie Benzin um rund 20 Prozent und für Diesel sogar um mehr als 70 Prozent zugenommen haben. Diese Entwicklungen haben nicht nur Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten, sondern auch auf die allgemeine wirtschaftliche Stabilität in der EU.
Die Minister argumentieren, dass die bisherigen staatlichen Maßnahmen nicht ausgereicht haben, um die Preise für Unternehmen und Bürger dauerhaft zu senken oder zu stabilisieren. Daher fordern sie ein gemeinsames Vorgehen, das sicherstellt, dass diejenigen, die von der Krise profitieren, ihren Teil dazu beitragen, die Belastung für die breite Bevölkerung zu verringern.
Was ist die Übergewinnsteuer?
Die Übergewinnsteuer ist eine Abgabe, die auf außergewöhnliche Gewinne von Unternehmen erhoben wird, die in Krisenzeiten hohe Profite erzielen. Diese Steuer wurde bereits 2022 als Notfallreaktion auf die hohen Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs eingeführt. Die Finanzminister der sechs EU-Staaten fordern nun eine erneute Einführung dieser Steuer, um die Gewinne der Ölkonzerne gezielt zu besteuern.
Die Minister betonen, dass es wichtig ist, die Ergebnisse der europäischen Untersuchung zu den Raffineriemargen so schnell wie möglich zu erhalten, um sicherzustellen, dass Raffinerien die aktuelle Energiesituation nicht ausnutzen. Diese Erkenntnisse könnten helfen, die Profite von Ölkonzernen gezielter zu erfassen und in die Besteuerung einzubeziehen.
Wie reagieren die EU-Staaten auf die steigenden Energiepreise?
- Sechs EU-Staaten: Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Polen, Österreich
- Treffen der EU-Finanzminister: 18. und 19. September 2026 in Dublin
- Gewinne der sechs größten Ölkonzerne: 40 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2026
Die Initiative zur Einführung einer Übergewinnsteuer wird von den sechs genannten EU-Staaten vorangetrieben, während andere Länder wie Frankreich und die Niederlande nicht an dem Schreiben beteiligt sind. Dies zeigt, dass es innerhalb der EU unterschiedliche Ansichten über den Umgang mit den steigenden Energiepreisen gibt. Während einige Länder eine stärkere Regulierung und Besteuerung der Ölkonzerne fordern, gibt es auch Stimmen, die vor den möglichen negativen Auswirkungen solcher Maßnahmen warnen.
In Deutschland beispielsweise gibt es innerhalb der Bundesregierung unterschiedliche Meinungen zur Übergewinnsteuer. Während die SPD eine solche Abgabe befürwortet, lehnen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Bundeskanzler Friedrich Merz staatliche Markteingriffe dieser Art ab. Diese Uneinigkeit könnte die Umsetzung der geforderten Maßnahmen erschweren und die Diskussion über die Energiepreise weiter anheizen.
Welche wirtschaftlichen Auswirkungen sind zu erwarten?
Die hohen Energiepreise haben nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Verbraucher, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft. Unternehmen sehen sich steigenden Kosten gegenüber, die sich in höheren Preisen für Produkte und Dienstleistungen niederschlagen können. Dies könnte zu einer weiteren Inflation führen, die bereits ein drängendes Problem in vielen EU-Staaten darstellt.
Die Hilfsorganisation Oxfam hat bereits darauf hingewiesen, dass die Gewinne der sechs größten fossilen Energieunternehmen im zweiten Quartal 2026 auf knapp 40 Milliarden Euro gestiegen sind. Für das Gesamtjahr wird mit einem kumulierten Gewinn von 147 Milliarden Euro gerechnet. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Ölkonzerne von der aktuellen Situation profitieren, während die Verbraucher unter den hohen Preisen leiden.
Fazit

Die Forderung nach einer Übergewinnsteuer durch sechs EU-Staaten ist ein deutliches Zeichen für die wachsende Besorgnis über die hohen Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Während die Minister versuchen, ein gemeinsames Vorgehen zu finden, bleibt abzuwarten, wie die Diskussionen auf EU-Ebene verlaufen werden und ob es zu einer Einigung kommt. Die wirtschaftlichen Folgen der hohen Energiepreise sind bereits spürbar und könnten sich weiter verschärfen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastungen für die Bürger zu verringern.
Häufige Fragen
Was ist die Übergewinnsteuer?
Welche Länder fordern die Übergewinnsteuer?
Wann findet das Treffen der EU-Finanzminister statt?
Wie hoch sind die Gewinne der Ölkonzerne?
Warum sind die Energiepreise gestiegen?
Quellen: Google News
Symbolbild: EU-Staaten diskutieren hohe Energiepreise · Foto: Ekaterina Belinskaya / Pexels


