⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 19.06.2026
Das griechische Finanzamt hat angekündigt, Geldtransfers an Familienmitglieder genauer zu prüfen. Dies könnte für viele Steuerzahler zu einer unerwarteten Steuerfalle werden.
- Geldgeschenke an direkte Verwandte bis 800.000 Euro sind steuerfrei, wenn sie über Banken abgewickelt werden.
- Bargeldgeschenke sind steuerpflichtig ab dem ersten Euro mit 10%.
- Das Finanzamt untersucht 1.080 Fälle auf mögliche Steuerumgehung.
Das griechische Finanzamt (AADE) hat in diesem Jahr eine umfassende Überprüfung von Geldtransfers an Familienmitglieder angekündigt. Diese Maßnahme betrifft insbesondere alltägliche finanzielle Zuwendungen, die oft als Unterstützung für studierende Kinder oder Enkelkinder gedacht sind. Die Steuerprüfer haben 1.080 Fälle identifiziert, bei denen der Verdacht besteht, dass der hohe gesetzliche Steuerfreibetrag von 800.000 Euro für direkte Verwandte unrechtmäßig umgangen wurde.
Was sind die steuerlichen Freibeträge für Geldgeschenke?

In Griechenland können Geldgeschenke bis zu einer Höhe von 800.000 Euro an direkte Verwandte, wie Eltern, Kinder, Ehepartner, Großeltern und Enkelkinder, steuerfrei sein. Diese Regelung gilt jedoch nur, wenn die Überweisungen über das offizielle Bankensystem abgewickelt werden und die entsprechenden Steuererklärungen eingereicht werden. Das Finanzamt hat die Möglichkeit, diese Deklarationen mit den Daten der Kreditinstitute abzugleichen, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind.
Ein wichtiger Aspekt dieser Regelung ist, dass Bargeldgeschenke, die nicht über ein Bankkonto transferiert werden, nicht unter den Freibetrag fallen. In solchen Fällen wird eine Steuer von 10% auf den gesamten Betrag fällig, was viele Steuerzahler in eine unerwartete Steuerfalle führen kann.
Wie überprüft das Finanzamt Geldtransfers?
Das griechische Finanzamt hat klare Richtlinien zur Überprüfung von Geldtransfers. Wenn eine Bank die Transaktion nicht bestätigen kann oder die erforderlichen Nachweise fehlen, wird der Freibetrag gestrichen. Dies bedeutet, dass die Schenkung ab dem ersten Euro besteuert wird, wobei die Steuersätze je nach Verwandtschaftsgrad zwischen 10%, 20% und 40% liegen können.
Die Prüfer des Finanzamts legen besonderes Augenmerk auf sogenannte Ketten-Schenkungen. Diese Methode wird häufig verwendet, um Steuern zu vermeiden, insbesondere bei Personen, die nicht von dem 800.000-Euro-Freibetrag profitieren, wie Geschwister. Wenn beispielsweise ein Kind Geld an einen Elternteil überweist, der es dann an ein anderes Kind weitergibt, wird das Finanzamt die zeitlichen Abläufe und die Absicht hinter den Transaktionen genau untersuchen.
Was sind Ketten-Schenkungen und wie werden sie behandelt?
- Steuerfreibetrag: 800.000 Euro für direkte Verwandte
- Überprüfung von 1.080 Fällen durch das Finanzamt
- Bargeldgeschenke unterliegen 10% Steuer ab dem ersten Euro
Ketten-Schenkungen sind ein häufiges Phänomen, bei dem Geld von einem Familienmitglied an ein anderes weitergegeben wird, um die Steuerpflicht zu umgehen. Wenn zwischen den Überweisungen weniger als sechs Monate liegen, gilt dies als starkes Indiz für eine versuchte Steuervermeidung. In solchen Fällen kann das Finanzamt eine Steuer von 20% ab dem ersten Euro erheben, wenn nachgewiesen werden kann, dass der endgültige Begünstigte nicht zur steuerfreien „Kategorie A“ gehört.
Diese strengen Regeln sollen sicherstellen, dass die Steuerpflichtigen die gesetzlichen Vorgaben einhalten und keine unrechtmäßigen Vorteile aus den großzügigen Freibeträgen ziehen. Steuerzahler sollten sich daher bewusst sein, dass jede Überweisung, die nicht den Anforderungen entspricht, zu erheblichen finanziellen Nachteilen führen kann.
Praktische Tipps für Steuerzahler
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dokumentation. Alle Überweisungen sollten gut dokumentiert werden, um im Falle einer Überprüfung durch das Finanzamt die notwendigen Nachweise erbringen zu können. Dies kann helfen, mögliche Streitigkeiten zu vermeiden und die eigene Steuerlast zu optimieren.
Fazit

Die aktuellen Maßnahmen des griechischen Finanzamts zur Überprüfung von Geldtransfers an Familienmitglieder zeigen, wie wichtig es ist, sich über die steuerlichen Regelungen im Klaren zu sein. Während Geldgeschenke an direkte Verwandte bis zu 800.000 Euro steuerfrei sein können, müssen diese über das Banksystem abgewickelt und ordnungsgemäß deklariert werden. Bargeldgeschenke hingegen unterliegen sofort der Steuerpflicht. Steuerzahler sollten sich daher gut informieren und ihre finanziellen Zuwendungen entsprechend planen, um nicht in die Steuerfalle zu tappen.
Häufige Fragen
Was sind die steuerlichen Freibeträge für Geldgeschenke in Griechenland?
Was passiert, wenn ich Bargeld verschenke?
Wie überprüft das Finanzamt Geldtransfers?
Was sind Ketten-Schenkungen und wie werden sie behandelt?
Muss ich für kleine Geldbeträge eine Steuererklärung abgeben?
Quellen: Google News
Symbolbild: Geldgeschenke und Steuerrecht in Griechenland · Foto: Ketut Subiyanto / Pexels


