⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 15.08.2026
Der Super-El-Niño, ein stark ausgeprägtes Wetterphänomen, könnte die globalen Preise für Lebensmittel und Energie erheblich beeinflussen und damit auch die wirtschaftliche Stabilität gefährden.
- Super-El-Niño könnte zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise führen.
- Energiepreise steigen durch wetterbedingte Engpässe.
- Schwellenländer sind besonders gefährdet.
Der Super-El-Niño, ein stark ausgeprägtes Wetterphänomen, hat in diesem Jahr die Aufmerksamkeit von Ökonomen und Politikern auf sich gezogen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 82%, dass dieses Phänomen zu den stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 zählt, sind die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft bereits spürbar. Insbesondere die Preise für Lebensmittel und Energie stehen im Fokus, da sie durch die extremen Wetterbedingungen erheblich steigen könnten.
Was ist ein Super-El-Niño?

Ein Super-El-Niño ist eine besonders starke Ausprägung des El-Niño-Phänomens, das alle paar Jahre im Pazifik auftritt. Es beeinflusst das Wetter weltweit, indem es die Passatwinde schwächt und warmes Wasser näher an die Küste Südamerikas bringt. Dies führt häufig zu extremen Wetterereignissen wie Dürren in Australien und Überschwemmungen in Südamerika. Die aktuellen Prognosen deuten darauf hin, dass die Auswirkungen des Super-El-Niño in diesem Jahr gravierender sein könnten als in der Vergangenheit.
Die Weltbank schätzt, dass die globalen Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr um mindestens 2,5% steigen könnten. Dies ist besonders besorgniserregend, da die Lebensmittelpreise bereits durch geopolitische Spannungen, wie den Ukrainekrieg, unter Druck stehen. Die FAO warnt, dass die vorhandenen Vorräte zwar Engpässe abfedern könnten, jedoch das Risiko einer umfassenden Nahrungsmittelkrise wächst, wenn die Bedingungen in der Landwirtschaft weiter verschärft werden.
Einfluss auf die Lebensmittelpreise
Die Auswirkungen des Super-El-Niño auf die Lebensmittelpreise sind bereits spürbar. In Australien fiel die Weizenernte in diesem Jahr um 25% im Vergleich zum Vorjahr, was die globalen Märkte unter Druck setzt. In Indien brachte der Monsun bis Ende Juli 16% weniger Regen als üblich, was zu einem Rückgang der Getreideproduktion um 23% führte. Diese Ernteausfälle könnten die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis und Weizen in die Höhe treiben.
Die Märkte reagieren bereits auf die Ankündigungen eines Super-El-Niño. Die Preise für Kakao sind seit den ersten Warnungen um 50% gestiegen, was insbesondere für Unternehmen in der Schokoladenindustrie wie Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut problematisch ist. Diese Preissteigerungen könnten sich auch auf die Verbraucherpreise auswirken und die Inflation weiter anheizen.
Auswirkungen auf die Energiepreise
- Wahrscheinlichkeit eines starken El Niño: 82%
- Erwarteter Anstieg der globalen Nahrungsmittelpreise: 2,5% oder mehr
- Australische Weizenernte: 25% geringer als im Vorjahr
Die Energiepreise sind ebenfalls von den Auswirkungen des Super-El-Niño betroffen. In Regionen, in denen Wasserkraft einen wichtigen Teil des Energiemixes ausmacht, könnte es zu Stromengpässen kommen, wenn der Regen ausbleibt. Dies zwingt die Versorger, verstärkt auf fossile Brennstoffe zurückzugreifen, was die Kosten und die CO₂-Emissionen in die Höhe treibt.
Die Kombination aus steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen könnte die Inflation weiter anheizen und die wirtschaftliche Stabilität gefährden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass die Preise für Rohstoffe, ausgenommen Energieträger, um etwa 5,5% innerhalb eines Jahres steigen könnten. Dies könnte insbesondere Schwellenländer hart treffen, die bereits unter den Folgen geopolitischer Spannungen leiden.
Globale Lieferketten und Handelsbeschränkungen
Die globalen Lieferketten sind durch das Super-El-Niño ebenfalls gefährdet. Bereits während des El-Niño-Jahres 2023/2024 passierten aufgrund von Dürre ein Drittel weniger Schiffe den Panamakanal. Ähnliche Folgen sind auch in diesem Jahr zu erwarten. Handelsbeschränkungen, die von Regierungen eingeführt werden, um die eigene Bevölkerung zu schützen, könnten die Engpässe nicht lösen, sondern lediglich in ärmere Länder verlagern und die Preise weiter destabilisieren.
Die FAO warnt, dass in 18 Ländern akute Ernährungskrisen bestehen, die mehr als 96 Millionen Menschen betreffen. Die Unsicherheit auf den Märkten könnte zu sozialen Unruhen führen, insbesondere in Ländern, die stark von Importen abhängig sind.
Wirtschaftliche Folgen und Ausblick
Die wirtschaftlichen Folgen des Super-El-Niño könnten gravierend sein. Die Kombination aus steigenden Preisen für Lebensmittel und Energie sowie möglichen Ernteausfällen könnte die Inflation weiter anheizen und die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen. In den USA sind die Preise für Agrarprodukte an den Terminmärkten bereits seit Jahresbeginn kräftig gestiegen, was die Sorgen um die Inflation verstärkt.
Die Unsicherheit auf den Märkten könnte auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Investoren könnten in sichere Anlagen wie Gold oder Immobilien flüchten, was die Preise in diesen Bereichen in die Höhe treiben könnte. Gleichzeitig könnte der Bitcoin-Markt von der Unsicherheit profitieren, da digitale Währungen oft als Absicherung gegen Inflation betrachtet werden.
Fazit

Der Super-El-Niño stellt eine ernsthafte Bedrohung für die globale Wirtschaft dar. Die zu erwartenden Preissteigerungen für Lebensmittel und Energie könnten nicht nur die Inflation anheizen, sondern auch soziale Unruhen in betroffenen Ländern auslösen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen abzumildern. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die wirtschaftlichen Folgen dieses Wetterphänomens zu bewerten.
Häufige Fragen
Was ist ein Super-El-Niño?
Wie beeinflusst der Super-El-Niño die Lebensmittelpreise?
Welche Regionen sind am stärksten betroffen?
Wie wirkt sich der Super-El-Niño auf die Energiepreise aus?
Welche wirtschaftlichen Folgen sind zu erwarten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Super-El-Niño und seine globalen Auswirkungen · Foto: Anil Sharma / Pexels


