⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.06.2026
VIX-ETFs sind ein beliebtes Instrument zur Absicherung gegen Marktvolatilität, doch die damit verbundenen Rollverluste können die Rendite erheblich schmälern.
- VIX-ETFs setzen auf Futures-Kontrakte, nicht direkt auf den VIX.
- Contango führt zu laufenden Rollverlusten.
- Backwardation kann in Krisenphasen helfen.
VIX-ETFs sind für viele Anleger ein beliebtes Instrument zur Absicherung gegen Marktvolatilität. Diese börsengehandelten Fonds investieren jedoch nicht direkt in den Cboe Volatility Index (VIX), sondern setzen auf Futures-Kontrakte, die die erwartete Schwankungsbreite des Marktes abbilden. Dies führt zu einem entscheidenden Aspekt, den Anleger verstehen müssen: die Rollverluste, die bei der Nutzung von VIX-ETFs entstehen können.
Was sind VIX-ETFs?

Der Cboe Volatility Index (VIX) misst die vom Markt erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 für die nächsten 30 Tage. Er wird aus den Preisen gehandelter S&P 500-Optionen berechnet und ist kein handelbares Instrument. Anleger, die auf steigende Volatilität setzen möchten, benötigen daher VIX-Futures oder entsprechende ETFs, die diese Futures abbilden. VIX-ETFs sind somit ein wichtiges Werkzeug für Investoren, die sich gegen Marktrisiken absichern wollen.
Die Terminkurve: Contango und Backwardation
Die Preisstruktur von VIX-Futures wird durch die sogenannte Terminkurve bestimmt. In der Regel zeigt diese Kurve einen ansteigenden Verlauf, was als Contango bezeichnet wird. In diesem Zustand sind die Preise für kurzfristige Futures niedriger als die für langfristige. Laut einer Analyse von Bakshi, Crosby, Gao und Xue notieren VIX-Futures an etwa 82 Prozent aller Handelstage in Contango. Dies bedeutet, dass Anleger, die VIX-ETFs länger halten, regelmäßig mit Rollverlusten konfrontiert sind.
Im Gegensatz dazu steht die Backwardation, bei der kurzfristige Futures teurer sind als langfristige. Diese Situation tritt häufig in Krisenzeiten auf, wenn Anleger mit großen Marktschwankungen rechnen. Backwardation kann für VIX-ETFs von Vorteil sein, da der Fonds in solchen Phasen teurere Kontrakte verkauft und günstigere kauft, was zu einem positiven Rollbeitrag führt.
Das Rollproblem: Warum Contango die Rendite drückt
- 82% der Handelstage in Contango
- Backwardation tritt bei VIX über 29 auf
- Rollverluste entstehen durch den Verkauf günstiger und Kauf teurer Kontrakte
Ein ETF, der einen VIX-Futures-Index nachbildet, hält in der Regel kurzlaufende Kontrakte. Da diese Futures an einem bestimmten Termin auslaufen, muss der ETF sie regelmäßig ersetzen. Dieser Vorgang, bekannt als Rollen, führt in Contango-Phasen zu erheblichen Verlusten. Der Fonds verkauft die ablaufenden Kontrakte günstig und kauft neue, teurere Kontrakte. Dies führt zu einem kontinuierlichen Verlust, der sich über die Zeit aufaddiert.
Einige Anbieter versuchen, diesen Effekt durch optimierte Rollstrategien zu dämpfen. Diese Strategien beinhalten oft den Wechsel zwischen kurzfristigen und mittelfristigen VIX-Futures-Portfolios, um die Rollkosten zu minimieren. Dennoch bleibt der Rolleffekt ein strukturelles Problem, das Anleger bei der Nutzung von VIX-ETFs berücksichtigen müssen.
Backwardation: Eine Chance in Krisenzeiten
In Krisenzeiten, wenn der VIX-Index Werte über 29 erreicht oder der S&P 500 an einem Tag um mehr als 1,22 Prozent fällt, tritt häufig Backwardation auf. In diesen Phasen können VIX-ETFs von einem positiven Rollbeitrag profitieren. Anleger, die in solchen Zeiten in VIX-ETFs investieren, können von der umgekehrten Kurvenform profitieren, da der Fonds teurere Kontrakte verkauft und günstigere kauft.
Diese Dynamik macht VIX-ETFs zu einem potenziell wertvollen Instrument für Anleger, die sich gegen Marktrisiken absichern möchten. Es ist jedoch wichtig, die Mechanik der Terminkurve zu verstehen, um die tatsächlichen Kosten und Risiken zu erkennen.
Strategien zur Minimierung von Rollverlusten
Anleger sollten sich der Risiken und Kosten bewusst sein, die mit VIX-ETFs verbunden sind. Eine wichtige Strategie zur Minimierung von Rollverlusten besteht darin, diese Produkte nur kurzfristig zu nutzen. In Zeiten erhöhter Marktvolatilität, wenn ein Anstieg des VIX erwartet wird, können VIX-ETFs als Absicherungsinstrumente sinnvoll sein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Verständnis der Terminkurve und der Rollmechanismen. Anleger, die die Funktionsweise von VIX-ETFs nicht verstehen, könnten die tatsächlichen Kosten dieser Produkte systematisch unterschätzen. Ein fundiertes Wissen über die Marktmechanismen kann helfen, die Rendite zu optimieren und unerwartete Verluste zu vermeiden.
Fazit

VIX-ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, von Marktvolatilität zu profitieren, bergen jedoch auch erhebliche Risiken durch Rollverluste. Diese versteckten Kosten können die Rendite erheblich schmälern, insbesondere in Contango-Phasen, die in der Regel die Norm sind. Anleger sollten sich der Mechanik dieser Produkte bewusst sein und sie nur kurzfristig nutzen, um die Risiken zu minimieren. Ein fundiertes Verständnis der Terminkurve und der Rollmechanismen ist entscheidend, um die tatsächlichen Kosten zu erkennen und die Rendite zu optimieren.
Häufige Fragen
Was sind VIX-ETFs?
Wie entstehen Rollverluste bei VIX-ETFs?
Was ist Contango und wie beeinflusst es VIX-ETFs?
Wann tritt Backwardation auf und was bedeutet das für Anleger?
Wie können Anleger Rollverluste minimieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: VIX-ETFs und Marktvolatilität verstehen · Foto: StockRadars Co., / Pexels


