⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.08.2026
Die aktuelle Studie zeigt, dass Immobilien in Deutschland zunehmend weniger leistbar sind. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die wirtschaftliche Situation vieler Käufer.
- Leistbarkeit von Immobilien hat sich verschlechtert.
- Preise steigen moderat, während Einkommen stagnieren.
- Besonders junge Familien sind betroffen.
Die aktuelle Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zeigt, dass die Leistbarkeit von Immobilien in Deutschland im Jahr 2026 stark abgenommen hat. Laut der Untersuchung empfinden 46% der Befragten Immobilien in ihrer Wunschregion als kaum leistbar, was einen Anstieg um sieben Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt und die wirtschaftliche Situation vieler Käufer.
Was ist die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt?

Die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien setzen ihren Aufwärtstrend fort. Der BVR rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem moderaten Preisanstieg von rund drei Prozent. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die Wohnungsfertigstellungen rückläufig sind und der Wohnraumbedarf nur zu etwa 58 Prozent gedeckt wird. Besonders in Ballungszentren bleibt der Wohnraum knapp, während ländliche Regionen teils mit Leerstand kämpfen.
Die Studie zeigt, dass die Immobilienpreise in vielen Regionen Deutschlands stärker gestiegen sind als die verfügbaren Einkommen. Bundesweit sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum seit 2018 um etwa sieben Prozent stärker gestiegen als die Einkommen. Dies führt dazu, dass viele potenzielle Käufer, insbesondere junge Familien, vor großen Herausforderungen stehen.
Wie reagieren Käufer auf die veränderte Marktsituation?
Die Einschätzung der Leistbarkeit hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Während 50% der Befragten angeben, der Erwerb einer Immobilie wäre „mittel bis sehr leicht leistbar“, sind es unter den „Planern“, also denjenigen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren kaufen möchten, nur 48%. Von diesen empfinden 52% eine Immobilie in ihrer Wunschregion als schwer oder gar nicht leistbar. Im Gegensatz dazu berichten 76% der „Käufer“, die in den letzten fünf Jahren eine Wohnimmobilie erworben haben, dass der Kauf für sie „mittel bis sehr leicht leistbar“ war.
Diese Diskrepanz zwischen den aktuellen Käufern und den potenziellen Käufern zeigt, dass die Marktbedingungen sich rapide ändern. Die Unsicherheit über zukünftige Preisentwicklungen und die allgemeine wirtschaftliche Lage beeinflussen die Kaufentscheidungen erheblich.
Welche Faktoren beeinflussen die Immobilienpreise?
- 46% der Befragten empfinden Immobilien als kaum leistbar.
- Preisanstieg für Wohnimmobilien um 3% im Jahr 2026.
- 52% der Planer sehen Immobilien als schwer leistbar.
Ein zentraler Faktor für den Preisanstieg ist die unzureichende Neubautätigkeit. Die rückläufigen Wohnungsfertigstellungen führen dazu, dass der Bedarf an Wohnraum nicht gedeckt werden kann. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, dass neuer Wohnraum nicht immer dort entsteht, wo er am dringendsten benötigt wird. In vielen Ballungszentren fehlen weiterhin zusätzliche Wohnungen, was den Druck auf die Preise erhöht.
Zusätzlich zu den Angebotsengpässen spielen auch die Zinsen eine entscheidende Rolle. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in den letzten Jahren die Zinsen niedrig gehalten, was zwar die Finanzierung von Immobilien erleichtert hat, jedoch auch zu einer Überhitzung des Marktes führen könnte. Eine mögliche Zinsanhebung könnte die Situation weiter verschärfen, da sie die Finanzierungskosten für Käufer erhöhen würde.
Was unternimmt die Bundesregierung?
Die Bundesregierung hat bereits wichtige Schritte unternommen, um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Dazu gehören der Bau-Turbo, der Regierungsentwurf für ein Baugesetzbuch-Upgrade und Bestrebungen für ein Gebäudetyp-E-Gesetz. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Bau zu beschleunigen und zu vereinfachen, um den Wohnraummangel zu bekämpfen.
BVR-Präsidentin Marija Kolak betont, dass es entscheidend ist, diese Maßnahmen zügig umzusetzen und Investitionen in neuen Wohnraum zu erleichtern. Zudem fordert sie eine Senkung der Kaufnebenkosten, um es mehr Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen zu ermöglichen, Wohneigentum zu erwerben. Hierbei sind insbesondere Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer von Bedeutung.
Wie sieht die Zukunft des Immobilienmarktes aus?
Die Prognosen für den Immobilienmarkt sind gemischt. Während die Preise voraussichtlich weiter steigen werden, bleibt die Frage, ob die Einkommensentwicklung mit den Preisen Schritt halten kann. Die Diskrepanz zwischen den Einkommen und den Immobilienpreisen könnte langfristig zu einer weiteren Verdrängung von Käufern führen, insbesondere in gefragten Regionen.
Die Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung, die Zinsentwicklung und die politischen Maßnahmen wird die Marktbedingungen weiterhin beeinflussen. Käufer sollten sich daher gut informieren und ihre finanziellen Möglichkeiten realistisch einschätzen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.
Fazit

Die Leistbarkeit von Immobilien hat sich im Jahr 2026 deutlich verschlechtert, was sowohl Käufer als auch die gesamte Wirtschaft betrifft. Die steigenden Preise, kombiniert mit stagnierenden Einkommen und unzureichendem Wohnraumangebot, stellen eine Herausforderung für viele dar. Die Bundesregierung hat zwar Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu verbessern, doch die Umsetzung und die tatsächlichen Auswirkungen bleiben abzuwarten. Käufer sollten sich der aktuellen Marktentwicklungen bewusst sein und ihre Entscheidungen entsprechend treffen.
Häufige Fragen
Warum sind Immobilien 2026 weniger leistbar?
Wie hat sich die Meinung der Käufer verändert?
Was sind die Hauptgründe für den Preisanstieg?
Welche Gruppen sind am stärksten betroffen?
Was wird von der Bundesregierung unternommen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktuelle Trends im Immobilienmarkt 2026 · Foto: Magda Ehlers / Pexels


