⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.08.2026
Die Diversifikation in ETF-Portfolios ist entscheidend für die Risikominimierung und Renditeoptimierung. Doch wann erreicht man die Effizienzgrenze nach Markowitz?
- Diversifikation reduziert das Risiko erheblich.
- Ein einzelner ETF kann bereits viele Titel abdecken.
- Die Korrelation zwischen Assets ist entscheidend.
Die Diversifikation in ETF-Portfolios ist ein zentrales Thema für Anleger, die ihre Risiken minimieren und gleichzeitig die Rendite maximieren möchten. Die moderne Portfoliotheorie (MPT), entwickelt von Harry Markowitz, bietet wertvolle Einsichten, wie Anleger ihre Portfolios optimal gestalten können. Insbesondere die Frage, wann man die Effizienzgrenze erreicht, ist von großer Bedeutung.
Was ist die Effizienzgrenze nach Markowitz?

Die Effizienzgrenze ist ein Konzept, das von Harry Markowitz in den 1950er Jahren eingeführt wurde. Sie beschreibt die Kurve, auf der ein Portfolio bei gegebenem Risiko die maximal erreichbare Rendite erzielt. Markowitz erhielt für seine Arbeit 1990 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Die zentrale Erkenntnis seiner Theorie ist, dass ein Asset nie isoliert betrachtet werden sollte, sondern immer im Kontext seines Beitrags zum Gesamtportfolio, gemessen an Risiko, Rendite und Korrelation zu anderen Positionen.
Die Effizienzgrenze ist kein theoretisches Konstrukt, sondern hat praktische Relevanz für Anleger. Sie zeigt, dass durch geschickte Diversifikation das Risiko eines Portfolios gesenkt werden kann, ohne dass die Rendite darunter leidet. Dies ist besonders wichtig in Zeiten von Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit, wo Anleger nach stabilen Renditen suchen.
Wie viele ETFs sind für eine gute Diversifikation nötig?
Die entscheidende Frage für jeden ETF-Anleger lautet: Wie viele ETFs sind nötig, um ein diversifiziertes Portfolio zu erreichen? Laut einer Studie von Meir Statman aus dem Jahr 1987 sind mindestens 30 bis 40 Aktien erforderlich, um das idiosynkratische Risiko eines Portfolios weitgehend zu eliminieren. Überträgt man diese Erkenntnis auf ETFs, ergibt sich, dass ein einzelner breit gestreuter Aktien-ETF bereits Hunderte bis Tausende von Einzeltiteln enthält. Damit wird der Schwellenwert für Diversifikation mit einem einzigen Produkt problemlos überschritten.
Das bedeutet, dass Anleger nicht zwangsläufig eine große Anzahl an ETFs halten müssen, um eine breite Diversifikation zu erreichen. Stattdessen können 3 bis 5 gut ausgewählte ETFs bereits eine solide Basis für ein diversifiziertes Portfolio bieten. Dies reduziert nicht nur das Risiko, sondern auch die Komplexität der Verwaltung des Portfolios.
Die Rolle der Korrelation in der Diversifikation
- Mindestens 30 bis 40 Aktien nötig für Diversifikation
- Ein ETF kann bereits das Einzeltitelrisiko eliminieren
- Effizienzgrenze zeigt maximale Rendite bei gegebenem Risiko
Ein zentraler Aspekt der Diversifikation ist die Korrelation zwischen den verschiedenen Assets im Portfolio. Die MPT lehrt uns, dass nicht die Anzahl der Titel entscheidend ist, sondern wie sich diese zueinander verhalten. Wenn mehrere ETFs ähnliche Märkte oder Sektoren abdecken, kann dies zu einer Klumpenbildung führen, die das Risiko erhöht.
Experten empfehlen daher, bei der Auswahl von ETFs darauf zu achten, dass unterschiedliche Assetklassen, Regionen und Risikofaktoren abgedeckt werden. Solange neue Positionen nicht korrelierende Renditequellen erschließen, verschiebt sich das Portfolio auf der Effizienzgrenze nach Markowitz. Das bedeutet, dass Anleger bei gleichem Risiko eine höhere Rendite erzielen können.
Die Grenzen der Diversifikation
Es ist wichtig zu beachten, dass eine übermäßige Diversifikation auch Nachteile mit sich bringen kann. Wenn zusätzliche Positionen die Korrelationsstruktur des Portfolios nicht mehr wesentlich verändern, ist der Diversifikationsnutzen zu hinterfragen. Zu viele Positionen können die Verwaltungskomplexität erhöhen und die Kosten in die Höhe treiben, ohne dass ein echter Mehrwert entsteht.
Die Effizienzgrenze zeigt, dass es einen Punkt gibt, an dem zusätzliche Diversifikation nicht mehr zu einer signifikanten Risikominderung führt. Anleger sollten daher darauf achten, dass sie nicht nur die Anzahl der ETFs erhöhen, sondern auch deren inhaltliche Ergänzung berücksichtigen. Eine kluge Auswahl an ETFs kann bereits nahe der Effizienzgrenze liegen und somit das Risiko minimieren.
Praktische Tipps zur ETF-Diversifikation
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die geografische Diversifikation. Investieren Sie in ETFs, die unterschiedliche Märkte abdecken, um von globalen Wachstumschancen zu profitieren. Dies kann insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit von Vorteil sein, da verschiedene Märkte unterschiedlich auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren.
Fazit

Die Diversifikation im ETF-Portfolio ist ein entscheidender Faktor für den langfristigen Anlageerfolg. Die Effizienzgrenze nach Markowitz bietet eine wertvolle Orientierung, wie Anleger ihre Portfolios optimal gestalten können. Durch die richtige Auswahl an ETFs, die unterschiedliche Assetklassen und Regionen abdecken, können Anleger das Risiko minimieren und gleichzeitig die Rendite maximieren. Es ist wichtig, die Korrelation zwischen den Assets zu berücksichtigen und nicht nur die Anzahl der Positionen zu erhöhen. Mit einer durchdachten Strategie können Anleger die Vorteile der Diversifikation voll ausschöpfen und sich auf eine stabile finanzielle Zukunft vorbereiten.
Häufige Fragen
Was ist die Effizienzgrenze nach Markowitz?
Wie viele ETFs sind für eine gute Diversifikation nötig?
Warum ist die Korrelation zwischen Assets wichtig?
Was sind die Vorteile einer breiten Diversifikation?
Wie kann ich meine ETF-Auswahl optimieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Diversifikation im ETF-Portfolio · Foto: DΛVΞ GΛRCIΛ / Pexels


