⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.08.2026
Die Erbschaftsteuer auf Immobilien kann eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Mit den richtigen Strategien und Kenntnissen lassen sich jedoch die Steuerlasten erheblich senken.
- Steuerbefreiung für selbst genutzte Immobilien möglich
- Freibeträge für Ehepartner und Kinder nutzen
- Aktuelle Bewertungsregeln erhöhen die Steuerlast
Die Erbschaftsteuer auf Immobilien ist ein Thema, das viele Erben in Deutschland betrifft. Insbesondere seit den Änderungen der Bewertungsregeln im Jahr 2023 sehen sich viele mit einer höheren Steuerlast konfrontiert. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Erbschaftsteuer auf Immobilien reduzieren können und welche Freibeträge Ihnen zustehen.
Was ist die Erbschaftsteuer auf Immobilien?

Die Erbschaftsteuer wird auf den Wert des Vermögens erhoben, das eine Person nach dem Tod eines Erblassers erbt. Bei Immobilien wird der steuerpflichtige Erwerb ermittelt, indem der Wert der Immobilie abzüglich etwaiger Schulden und anrechenbarer Nachlassverbindlichkeiten betrachtet wird. Die Höhe der Steuer hängt von der Steuerklasse und den persönlichen Freibeträgen ab.
Für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner beträgt der Freibetrag 500.000 Euro, während Kinder jeweils 400.000 Euro erhalten. Diese Freibeträge sind entscheidend, um die Steuerlast zu minimieren. Zudem gibt es spezielle Regelungen für selbst genutzte Immobilien, die unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei vererbt werden können.
Aktuelle Freibeträge und Steuerklassen
Die Freibeträge sind ein zentraler Aspekt der Erbschaftsteuer. Ehepartner können bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, während Kinder einen Freibetrag von 400.000 Euro pro Elternteil erhalten. Diese Freibeträge können alle zehn Jahre erneut genutzt werden, was eine strategische Planung ermöglicht, um die Steuerlast über mehrere Zeiträume zu verteilen.
Die Steuerklassen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. In Steuerklasse I, die für nahe Angehörige gilt, sind die Steuersätze deutlich günstiger. So liegt der Steuersatz für einen steuerpflichtigen Erwerb bis 75.000 Euro bei 7 Prozent, während er für Beträge bis 300.000 Euro auf 11 Prozent steigt. Diese Staffelung ermöglicht es, die Steuerlast durch geschickte Planung zu optimieren.
Steuerbefreiung für selbst genutzte Immobilien
- Freibetrag für Ehepartner: 500.000 Euro
- Freibetrag für Kinder: 400.000 Euro
- Steuerbefreiung für selbst genutzte Immobilien unter bestimmten Bedingungen
Eine der wichtigsten Regelungen im Erbschaftsteuerrecht ist die Steuerbefreiung für selbst genutzte Familienheime. Diese Regelung besagt, dass eine Immobilie steuerfrei vererbt werden kann, wenn der Erblasser die Immobilie bis zu seinem Tod selbst bewohnt hat und der Erbe mindestens zehn Jahre dort wohnen bleibt. Für Kinder gilt zusätzlich eine Wohnflächengrenze von 200 Quadratmetern. Bei größeren Objekten wird die Steuerbefreiung anteilig gewährt.
Diese Regelung ist besonders relevant in Zeiten steigender Immobilienpreise, da viele Immobilien, die früher innerhalb der Freibeträge lagen, nun diese überschreiten und somit Erbschaftsteuer auslösen können. Daher ist es wichtig, die aktuellen Bewertungsregeln zu beachten und gegebenenfalls ein Verkehrswertgutachten in Auftrag zu geben, um die Steuerlast zu überprüfen.
Die Auswirkungen der Bewertungsreform 2023
Die Bewertungsreform, die am 1. Januar 2023 in Kraft trat, hat die Bewertungsregeln für Immobilien grundlegend geändert. Die Anpassung der Sachwert- und Ertragswertverfahren führt dazu, dass die steuerlichen Grundstückswerte in vielen Fällen um 20 bis 30 Prozent höher ausfallen als zuvor. Dies hat zur Folge, dass Immobilien, die früher steuerfrei vererbt werden konnten, nun unter Umständen steuerpflichtig werden.
Erben sollten daher unbedingt den steuerlichen Wert ihrer geerbten Immobilie nach den aktuellen Bewertungsregeln berechnen lassen. Ein Verkehrswertgutachten kann helfen, einen niedrigeren Wert nachzuweisen, was die Steuerlast erheblich senken kann. Bei einer Differenz von 50.000 Euro oder mehr kann sich die Investition in ein Gutachten in der Regel lohnen.
Strategien zur Senkung der Erbschaftsteuer
Um die Erbschaftsteuer auf Immobilien zu senken, gibt es verschiedene Strategien, die Erben in Betracht ziehen sollten. Eine Möglichkeit ist die frühzeitige Schenkung von Vermögenswerten zu Lebzeiten. Diese Freibeträge können alle zehn Jahre erneut genutzt werden, was bedeutet, dass durch gezielte Schenkungen die Steuerlast über mehrere Zeiträume verteilt werden kann.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Stundung der Erbschaftsteuer. Wenn ein Erbe die Steuer auf eine selbst genutzte Wohnimmobilie nur durch deren Verkauf aufbringen kann, kann das Finanzamt die Steuer bis zu zehn Jahre zinslos stunden. Dies gibt den Erben die Möglichkeit, die Immobilie zu behalten und gleichzeitig die Steuerlast zu bewältigen.
Fazit

Die Erbschaftsteuer auf Immobilien kann eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, insbesondere in Zeiten steigender Immobilienpreise und geänderter Bewertungsregeln. Durch die Nutzung der Freibeträge, die Steuerbefreiung für selbst genutzte Immobilien und strategische Planungen wie Schenkungen oder die Stundung der Steuer können Erben jedoch die Last erheblich senken. Es ist ratsam, sich frühzeitig mit den aktuellen Regelungen vertraut zu machen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, um die besten Entscheidungen zu treffen.
Häufige Fragen
Was sind die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer?
Wie kann ich die Erbschaftsteuer auf Immobilien senken?
Was hat sich bei der Erbschaftsteuer 2026 geändert?
Kann ich die Erbschaftsteuer stunden?
Was passiert, wenn die Wohnfläche 200 Quadratmeter übersteigt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Strategien zur Senkung der Erbschaftsteuer · Foto: Mikhail Nilov / Pexels


