⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.06.2026
Die Riester-Rente wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft, was für viele Sparer erhebliche finanzielle Verluste bedeutet. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Sparer seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro verloren haben.
- Riester-Rente wird ab 2027 abgeschafft
- Sparer verloren seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit der Einführung im Jahr 2002 auf diese Form der Altersvorsorge gesetzt haben. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen im Schnitt 43.000 Euro verloren haben, was die Notwendigkeit einer Reform unterstreicht.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um den Bürgern eine staatlich geförderte Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge zu bieten. Ziel war es, die Rentenlücke zu schließen, die durch die demografische Entwicklung und die sinkenden gesetzlichen Rentenansprüche entstanden ist. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben in den letzten Jahren festgestellt, dass die Renditen ihrer Riester-Verträge oft hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Ein zentraler Kritikpunkt an der Riester-Rente ist die verpflichtende Beitragsgarantie, die Anbieter dazu zwingt, die eingezahlten Beiträge mindestens zurückzuzahlen. Diese Garantie hat dazu geführt, dass ein Großteil der Gelder in niedrig verzinste Anleihen investiert wurde, was die Rendite erheblich drückt. In der Niedrigzinsphase, die seit Jahren anhält, haben viele Riester-Sparer kaum Zinsen auf ihre Einlagen erhalten.
Die finanziellen Verluste der Sparer
Eine detaillierte Analyse zeigt, dass Sparer, die 2002 mit der Riester-Rente begonnen haben, im Vergleich zu einem alternativen Altersvorsorgedepot, das auf den MSCI-World-ETF setzt, im Schnitt 43.000 Euro weniger im Depot haben. Diese Zahl verdeutlicht die enormen finanziellen Einbußen, die viele Sparer erlitten haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass das Altersvorsorgedepot bereits 2002 verfügbar gewesen wäre und die Sparer von den höheren Renditen des Aktienmarktes profitiert hätten.
Die Analyse vergleicht zwei Szenarien: Im ersten Szenario wird die Riester-Rente betrachtet, die mit einer festen Grundzulage von 175 Euro und einer Nettorendite von 2,5 Prozent pro Jahr kalkuliert wird. Im zweiten Szenario wird das Altersvorsorgedepot betrachtet, das mit einer Grundzulage von 390 Euro und einer historischen Rendite des MSCI World von 7,2 Prozent pro Jahr rechnet. Der Unterschied in der Rendite ist erheblich und zeigt, wie viel Geld Sparer durch die Riester-Rente verloren haben.
Die Reform: Einführung des Altersvorsorgedepots
- Riester-Rente wird ab 2027 abgeschafft
- Sparer verloren seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro
- Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027
Ab dem 1. Januar 2027 wird das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente ablösen. Dieses neue Modell verspricht, die Schwächen der Riester-Rente zu beheben. Ein entscheidender Vorteil des Altersvorsorgedepots ist der Wegfall der verpflichtenden Beitragsgarantie. Sparer können nun bis zu 100 Prozent in Aktien-ETFs investieren, was historisch gesehen zu höheren Renditen führt.
Die Reform bringt auch eine vereinfachte Fördersystematik mit sich. Statt einer festen Grundzulage gibt es künftig 50 Cent pro eingezahltem Euro bis zu einem Betrag von 360 Euro jährlich. Für höhere Einzahlungen bis zu 1.800 Euro gibt es zusätzlich 25 Cent pro Euro. Dies bedeutet, dass Sparer bis zu 540 Euro jährlich an staatlicher Förderung erhalten können, was die Attraktivität des neuen Modells erhöht.
Die Herausforderungen für Sparer
Mit der Einführung des Altersvorsorgedepots stehen Sparer jedoch vor Herausforderungen. Viele, die bereits einen Riester-Vertrag haben, müssen entscheiden, ob sie zu dem neuen Modell wechseln wollen. Die Umstellung könnte mit Unsicherheiten verbunden sein, insbesondere für diejenigen, die kurz vor dem Renteneintritt stehen. Es ist wichtig, die bestehenden Verträge zu prüfen und abzuwägen, ob ein Wechsel sinnvoll ist.
Ein weiterer Punkt ist die zu erwartende hohe Nachfrage nach dem neuen Altersvorsorgedepot. Am 1. Januar 2027 werden viele Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte. Wer jetzt bereits ein Depot eröffnet, kann sich die Identitätsprüfung sparen und am Stichtag direkt starten.
Fazit: Ein neuer Weg zur Altersvorsorge

Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des Altersvorsorgedepots markieren einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer haben seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro verloren, was die Notwendigkeit einer Reform unterstreicht. Das neue Modell bietet die Chance auf höhere Renditen und eine flexiblere Gestaltung der Altersvorsorge. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Umstellung auf das Altersvorsorgedepot auf die Sparer auswirken wird, doch die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass es eine vielversprechende Alternative zur Riester-Rente sein könnte.
Häufige Fragen
Was ist die Riester-Rente?
Warum wird die Riester-Rente abgeschafft?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie viel Geld haben Sparer seit 2002 verloren?
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge: Riester-Rente · Foto: Picas Joe / Pexels


